Das Schicksal und wie man damit umgehen sollte

Asunción: Das Leben von Belén María del Mar Caballero ist heute voll von Möglichkeiten. Dem war nicht immer so. Als Baby sehr krank, wurde sie auf einer Müllkippe sich selbst überlassen und später gerettet.

Nach über 20 Jahren hatte sie die Möglichkeit ihre biologische Familie kennenzulernen, die Antworten auf alle offenen Fragen zu hören und mit einer schmerzlichen Geschichte abzuschließen, in der sie eine Hauptrolle spielt.

Am 31. Oktober war es so weit. Sie war allein als sie sich von 08:00 Uhr morgens bis 19:00 Uhr abends im Bañado Sur mit ihrer biologischen Mutter, ihrem Vater und ihren Geschwistern und Cousins traf. Ihre Mutter weinte sehr viel als sie sie sah und sie sprachen über viele Sachen, die Vergangenheit jedoch blieb da wo sie war, hinter ihnen. „Sie haben mir nichts darüber gesagt weswegen das alles passierte und ich habe nicht gefragt, denn sie sind Menschen und haben Gefühle. Viellicht drücken sie sich nicht so aus aber im Inneren wissen wir, dass wir Fehler machen und uns dann irren. Das wird immer präsent sein. Von meiner Seite aus will ich das alle in Frieden leben“, erklärte Belén María del Mar Caballero.

Doch wenn wir von Belén reden, müssen wir auch von dem Journalisten Sever del Puerto reden. Im März 1999 war Sever für Radio Caritas tätig und eingeteilt den Fund eines Babys auf der Müllkippe Cateura zu recherchieren. Als er das Baby sah, in welchem schlechten Gesundheitszustand sie war, voll von Wunden, einem kaputten Arm und stark unterernährt, entscheid er wegen fehlender staatlicher Unterstützung kurzerhand sie ins Krankenhaus des Stadtteils Obrero zu bringen, wo er sich verantwortlich zeigen musste für das weitere Vorgehen. Mit der Eingangsdiagnose einer schweren Krankheit dauerte es zwei Monate bis sie entlassen werden konnte. Trotz der Absicht von Sever und Ehefrau und Lehrerin Alicia Ortiz González sich um sie zu kümmern, kam sie in Dank der Bürokratie in ein Kinderheim, wo man ihre leibliche Familie suchte. Währenddessen schrieben sie sich in eine Liste von Adoptionseltern ein. Sever bewegte alle in seiner Kraft stehende und schaffte es nach 8 Monaten, dass sie ihnen zumindest als Pflegekind übergeben wurde.
Bei ihrem Familientreffen erfuhr Belén María del Mar, dass sie sieben Geschwister hat, darunter einen Zwillingsbruder. Eine ihrer Schwestern ist 18 und hat ein Baby welches nur Monate alt ist, eine andere ist 15 und schwanger. Beide ließen die Schule abgebrochen hinter sich, genau so wie der große Bruder. Dieser Bruder sitzt seit zwei Jahren hinter Gittern, wo sie ihn auch kontaktierte. “María für mich ist es so, als würde ich dich von kleinauf kennen, schon seit immer“, sagte er ihn bei ihrem ersten Gespräch, welches vier Stunden dauerte.

Belén will Lehrerin werden und sie ist mit den Vorbereitungen für ihre Hochzeit beschäftigt. Am 26. Dezember wird sie Josías Israel Romero Palacios heiraten und nach Neuland ziehen und in einem Kinderheim arbeiten, wo sie schon eine Probezeit erfolgreich hinter sich gebracht hat. Da kann sie den Kindern helfen, die in den gleichen oder ähnlichen Umständen ihre Kindheit begonnen haben.

„Du kannst ihnen sagen, „Ich verstehe dich“, „Ich weiß wie sich das anfühlt“. Zu sagen „Ich verstehe dich“, ist viel schwerer, wenn man in einer Blase lebt und nicht die Notwendigkeiten des anderen kennt, das Fehlen einer eigenen Identität. Das Leben lässt dich viele schwierige Momente erleben, doch dies sind Erfahrungen für die Zeit die kommt, wenn du sagen kannst „Ich konnte, weswegen solltest du es nicht auch. Du kannst auch und noch viel mehr“. Das ist es was die Kinder brauchen, Hoffnung“.

Während Belén ihrem Tagesablauf nachging, beschäftigte sich der Journalist Sever del Puerto mit der Suche nach der Familie seines Mädchens und konnte die biologische Mutter ausfindig machen. Sie beichtete ihm, dass sie viele Kinder hatte und sich nicht im Stande sah sie aufzuziehen.

Nach 12 Jahren des Adoptionsprozesses und hohen Ausgaben gab es nur Ernüchterung für das juristische System. Sever gab auf sie adoptieren zu wollen. Das einzige, was er gut fand war die Intervention der Richterin Gloria Benítez, aktuell im Tribunal, die die Einschreibung des Mädchens anordnete, wodurch sie ihre Ausbildung abschließen und eine Krankenversicherung bekommen konnte. Im Jahr 2014 schloss Belén María del Mar Caballero Benítez als beste Schülerin die Schule “Ana Iris Chávez de Ferreiro” ab.

“Wenn ihr im Leben wirklich triumphieren wollt, vergesst nie, dass ihr kein Unfall seid. Gott hat einen Zweck für dich. Plane dein Leben auf besondere Weise. Entdecke den Erfolg und umgib dich mit guten Menschen und so wirst du nie müde zu arbeiten”, sagte Belén María del Mar Caballero Benítez in einem Teil ihrer Rede als beste Schülerin sagte sie vor ihren Eltern und anderen.

„Ich glaube, dass Gott mich an diesen Ort brachte, mir diese wundervolle Familie gab, geniale Eltern, tolle Geschwister und nun einen Ehemann, der mich unterstützt, mir hilft voranzukommen und meine Wünsche umzusetzen. Das sind die kleinen glitzernden Steine die Gott auf meinem Weg bereit gelegt hat“, schloss sie ab.

Wochenblatt / Abc Color

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4 Kommentare zu “Das Schicksal und wie man damit umgehen sollte

  1. meine hochachtung an die junge dame wie sie damit umgeht und all die guten leute rundherum die ihr helfen. sowas findet man nicht alle tage, kann man nur hoffen das sie irgenwann doch mal die wahrheit erfährt den dann geht sicher alles noch einen schrittt leichter

  2. Trotz diesem schweren und tragischem Schicksal das alles gemeistert und erreicht und eine solch positive Einstellung. Respekt. Welchen ich den Eltern – allem voran diesem Nichtsnutz von Vater nicht entgegenbringen kann.

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