Der Kongress hat mehr Ärzte als die gesamte Stadt Nanawa

Nanawa: Die gesamte Bevölkerung von Nanawa, 7.000 Menschen, hat nur drei Ärzte, zehn Krankenschwestern, einen Zahnarzt, keinen Ernährungsberater oder Kinderarzt. Das “Mini-Hospital“ des Kongresses ist besser ausgestattet als eine ganze Stadt.

Während in Nanawa eine Krise aufgrund des Mangels an medizinischem Personal herrscht, gibt es im Minikrankenhaus des Nationalkongresses Fachleute, die “Notfälle unterstützen“. In der Liste tauchen fünf Ärzte, drei Zahnärzte, fünf Ernährungswissenschaftler, fünf Krankenschwestern und eine Hebamme auf.

In der Stadt Nanawa, die aufgrund der Überschwemmungen durch den Paraguay-Fluss in eine schwierige Situation gerät, gibt es dagegen nur drei Ärzte, 10 Krankenschwestern und einen Zahnarzt.

Nach vier Jahren feierte Nanawa das Wunder, indem ein Kind auf dem regionalen Gesundheitsposten zur Welt gebracht werden konnte. Zuvor wechselten die Einwohner wegen fehlender Hebammen auf die argentinische Seite und gingen dort in Krankenhäuser, wenn eine Geburt anstand. Im umstrittenen “Mini-Krankenhaus“ gibt es seit 2009 eine Hebamme, die monatlich 6.600.000 Gs. kostet.

„Wir befinden uns in einer komplizierten Situation, es gibt viele Kranke, viel Grippefälle, wir brauchen unbedingt mehr Ärzte“, sagte ein medizinischer Angestellter aus dem Krankenhaus in Nanawa.

Wochenblatt / Paraguay.com

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7 Kommentare zu “Der Kongress hat mehr Ärzte als die gesamte Stadt Nanawa

  1. Schon ein wenig wirr dieses Land. Ein Liter Milch kostet gleich viel wie in Europa. Naja, ist ja das gleiche drin und drum herum. Auch wenn der indische Melker 350 US$ monatlich verdient.
    Eine Hebamme verdient 1.000 Euro und ein Datenbankspezialist auch. Ich denke, dass sowohl eine hiesige Hebamme sowie ein hiesiger Datenbankspezialist in etwa die gleiche Ausbildung zu absolvierten hatte und in etwa das Gleiche leisten sollte.
    Gut, 6.6 Mio. Gs., etwa 1.00o Euro, das ist ja hier schon ein Spitzenverdienst, wenigstens dann, wenn man kein Amigo hat, der einem die Stempelkarte knipst, damit man voll Zeit hat für den Zeitjob.
    Im Minikrankenhaus des Nationalkongresses arbeiten zurecht so viele Fachleute, um auf Notfälle zu reagieren und diese zu unterstützen. Fünf Ärzte, für jeden der fünf Ernährungswissenschaftler einen, welche den Abgoerdneten zu mehr Früchte und Gemüse Essen rät, fünf Krankenschwestern die diesen unterstützen, wenn sie vor lauter Vitaminen ins Komma fallen. Und eine Hebamme, najajajaja, wer weiss für was die gut sein soll, vielleicht zum Kinder kriegen oder sowas.

  2. Vor kurzem war zu lesen, dass eine Abgeordnete dieses „Mini-Hospital“ in Anspruch nehmen wollte. Allerdings nicht sie selbst, sondern eine Besuchergruppe, wo einer gesundheitlich angeschlagen war. Sie gehen also hin und sehen, dass überhaupt keiner da war. Ja, wen wunderts?

    Es macht einen sprachlos, wenn sich der Kongress solchen überflüssigen Luxus leisten kann, während in VIELEN Orten Paraguays medizinisches Personal fehlt – und das wenig im Landesinneren eingesetzte Personal ist sicher nicht die Creme de la Creme der Ärtzteschaft Paraguays.

  3. Es geht wie immer ums Geld. Die Leute gehen dorthin wo sie gut bezahlt werden oder wo es zumindest die Möglichkeit gibt eine gut bezahlte Anstellung zu finden. Ärzte und Krankenschwestern aus Afrika haben ja auch das Ziel in Europa zu arbeiten. Man könnte jedenfalls fast meinen, dass sie deshalb die Ausbildung machen. Siehe auch Osteuropa. Wer versucht dort nicht nach Westeuropa zu kommen? Alle nutzen auch sofort Kontakte um ihre Ziele zu erreichen. Das ist dann das Macro Hospital, also der Planet Erde. So ist es aber auch innerhalb der Staaten, das wären dann die Medio Hospitales. Warum also sich über das Mini Hospital aufregen? Ok ja, schon richtig, aber bedenken, dass es nur ein Symptom nicht die Ursache ist.

    1. Aber nicht nur Geld, sondern auch der Standort machts.
      Auch in Deutschland gibt es auf dem Land immer weniger (Haus-)ärzte. Viele Medizinabsolventen (vor allem Frauen) wollen nicht auf dem Land arbeiten, die wollen in der (Gross)Stadt leben, mit Fitnessstudio, Kino und Cafe in der Nähe. Sind dann sogar bereit hohe Mieten zu zahlen. Und das ist in Paraguay auch nicht anders

      1. Ja, aber im Grunde ist es so, dass man der Arbeit hinter her ziehen muss. Gerade Mediziner haben hier zumindest derzeit das geringste Problem, weil sowohl am Land als auch in der Stadt Bedarf ist. Die Alten bleiben ja. Sie können es sich also am ehesten aussuchen. Bei vielen anderen Berufen sieht es ganz anders aus und daher muss man in die Stadt gehen, weil nur dort Bedarf ist. Das ist in den letzten Jahren immer drastischer geworden und damit so glaube ich ziehen auch Firmen weg oder schließen, die am Land waren, weil zu wenige Kunden. Banken zum Beispiel, sogar Bankomaten sollen schon eingespart werden auch ein Fitnesscenter müsste das tun. Mit der Firma gehen dann noch mehr Leute weg. Und wenn sie weg ziehen wo gehen sie hin, natürlich in die Stadt. Sie ziehen also mit den Firmen mit. Im Prinzip ist es ein Kreislauf. Alles was irgendwann bleibt ist das Dorfgasthaus, ein Bisschen Landwirtschaft und die Pensionisten. Also wieder nur der Mediziner wäre gesucht.

  4. Mediziner in Paraguay? Mit Privatuniversitaetsabschluss!
    Die haben alle keine Ahnung von Medizin!
    Grundschule siehe Pisastudie, haben auch die mit den gekauften Privatuniversitaetstiteln!
    Zum Beispiel eine Prostataoperation ist im Hospital La Costa nicht moeglich, jedoch werden 25 Millionen Guaranies fuer Untersuch „erpresst“, ebenfalls im Hospital Britanico ist diese Operation nicht moeglich. In Europa werden diese Routinenoperationen taeglich durchgefuehrt. Operationdauer 45 Minuten mit lokaler Betaeubung und 2 Tage Spitalaufenthalt!!!

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