Deutsche Wertarbeit

Kolonie Independencia: Nicht immer muss deutsche Wertarbeit in Paraguay lange Bestand haben. Wenn jedoch ein gelernter Pflasterer sein Handwerk versteht kann eigentlich kaum etwas schiefgehen.

Heino Braselmann, geboren in Planta Urbana, ging vor Jahren mit seiner Frau nach Deutschland und suchte nach besseren Verdienstmöglichkeiten. Das Pflasterhandwerk erlernte er von der Pieke auf und nutzte seine Erfahrungen, um nun ein Bauprojekt im Ortsteil Melgarejo der Kolonie Independencia durchzuführen.

„Etwa 80 Quadratmeter war die Fläche groß, die mit Natursteinen verlegt wurden. Sie werden mit einem Hammer in das Sandbett hineingetrieben. Es ist eine Jahrhunderte alte Bauweise, droht aber in Vergessenheit zu geraten“, sagte Braselmann.

Die Steine für das Projekt kamen aus Paraguarí, alle anderen Materialien gab es in der lokalen Umgebung.

Jedoch ist das Pflastern nicht jedermanns Sache. „Zunächst einmal braucht Muße und ein gewisses handwerkliches Geschick. Neben den Grundregeln des Natursteinpflasterns werden noch ein paar mathematische Formeln benötigt. Jedes Projekt ist immer anders und neu, sodass keine Routine entstehen kann. Das ist auch das Schöne an dem Job. Beim Werkzeug sollte nicht gespart werden. Pflasterhämmer, am besten gut ausgeschmiedete Hämmer, in jeder Größe für Kleinstein, Großstein, Mosaik etc. sind ebenso wichtig wie eine gute Handhammer. Das Pflastern von Segmentbogen gilt in ganz Deutschland als Nummer Eins“, erklärte Braselmann. Genau solche Bögen kamen bei dem Vorhaben auch zum Einsatz.

Insgesamt betrug die Investition für das Pflasterprojekt, inklusive Material und Arbeitszeit, fast 10 Millionen Guaranies.

Mehrere Einwanderer und Paraguayer waren von der Bauweise begeistert und wollten ebenfalls so ein Naturstein-Pflaster mit deutscher Wertarbeit bei sich zu Hause haben, jedoch lehnte Braselmann dies ab.

„Vorerst hab ich nur auf meinem eigenen Grundstück oder für Freunde gepflastert, denn ich bin eigentlich im Urlaub. Aber vielleicht wird das mal wieder hier mein Beruf“, sagte Braselmann.

Im Februar fliegt er wieder mit seiner Frau und Tochter nach Deutschland zurück, um dort wieder in seiner Firma andere Pflasterprojekte auszuführen.

Wochenblatt

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5 Kommentare zu “Deutsche Wertarbeit

  1. Die Steine werden Hammer in das Sandbett hineingetrieben, das ist für Paraguay sehr untypisch, wenn man sich die Pflastermondstrassen anschaut und sogar in den Genuss kommt selbst darüber wackeln zu dürfen, zu Auto, zu Moto oder zu Fuß. Aber die Idee von einem Sandbett ist wirklich bemerkenswert.
    Nur, in Paraguay wurde es schon immer so gemacht, dass die Pflastermondstrassen nach dem ersten Regen einsinken oder ausgespült werden, warum sollte also auch etwas dazu gelernt werden, deshalb wird man das auch die nächsten 2000 Jahren so machen, wie es die Römer nicht schon besser gewusst haben zu machen.

  2. Sowie der Unterbau gerade ist,mit Schotter/Feinsplitt/Wurzelsperre undSand. Das Wasser muss ja auch versickern kommen.Der Unterbau ist die Pflicht,das Pflastern die Kür! Die Bögen sehen schon aus,lassen wir mal den Mann die Blumen und einiges andere machen,Das ist die hohe Schule, die Spass macht!
    Dann kann man Pflastern wie man will. Die Fugen mit Sand/Qurzsand oder mit Wasserdurchlässiger Kunstharzmischung wer es teuerer haben möchte,ausfegen. Das bleibt so wie es ist.
    Nebenbei Pflästerer, Steinsetzer, Pflastersetzer,Steinlegerist ist alles das gleiche ein Ausbildungsberuf mit mormaler Gesellenprüfung

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