Die Ära nach Lugo

Asunción: Während Federico Franco sein Kabinett fast komplett besetzt hat und somit startbereit ist, erklärte ein Sprecher von Fernando Lugo, dass dieser mit der neuen Homepage „paraguayresiste.com“ zur pazifistischen Revolution auffordert.

Die Wahljustizbehörde (TSJE) sowie der oberste Gerichtshof sehen Federico Franco als legitimen Präsidenten an. Die Klage wegen Verfassungswidrigkeit, eingereicht von Anwalt Emilio Camacho, wurde abgelehnt.

Nach letzten Erkenntnissen soll Senator Óscar Denis Vizepräsident des Landes werden. Er erhält die meiste parteiübergreifende Unterstützung.

Nachdem gestern schon die Brasiguayos (Paraguayer mit brasilianischen Wurzeln) ihren Unmut über die fehlende Akzeptanz für den neuen Präsidenten zum Ausdruck brachten, bekommen sie heute die Chance persönlich mit der brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff zu sprechen. Dabei werben sie erneut für Federico Franco.

Des Weiteren werden heute die paraguayische Senatoren Miguel Abdon Saguier (PLRA), Miguel Carrizosa (PPQ) und Luis Gneitling (ANR) nach Brasilien fliegen, um sich da mit ihren Kollegen zu treffen, um ihnen ihren Standpunkt zu dem Thema zu erläutern. Sie werden auch anderen Regierungsvertretern und der paraguayischen Botschaft einen Besuch abstatten.

Für den morgigen Mittwoch um 18.00 Uhr wird zu einer friedlichen Demonstration für den neuen Präsidenten Federico Franco eingeladen, die ebenso vor dem Kongress stattfinden wird. Gestern Abend schon nutzten mehrere Menschen die Chance auf dem Platz am „offenen Mikrofon“ im öffentlichen Fernsehen pro Franco zu sprechen.

(Wochenblatt / Abc / Última Hora)

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16 Kommentare zu “Die Ära nach Lugo

    1. vielen Dank für den Link. Obwohl von der CDU ein bemerkenswert ausgewogener Artikel. Die Seitenhiebe auf Venezuela und Kuba dürfen da natürlich nicht fehlen. Die Menschenrechtsverletzungen in anderen Ländern werden gerne kommentiert, die im eigenen Lande ausgeblendet. Aber das ist überall das gleiche. Wie sagte Jesus: „Den Splitter in deines Bruders Auge, den siehst du, den Balken in deinem Auge, den siehst du nicht“.

  1. Der Umsturz in Paraguay dient der Machtsicherung einer kleinen, mit dem Westen kooperierenden Oligarchie, die ihren Einfluss und ihren Wohlstand gegen aufbegehrende Massen zu sichern sucht.

    1. Was für aufbegehrende Massen? Wo sollen die sein?
      In Asu kann ich jedenfalls keine sehen.

      Vielleicht sind sie ja im Chaco. Da ist ja auch viel Platz für Massen, hauptsächlich Kühe allerdings.

  2. Ja, welche aufbegehrenden Massen ?

    Natürlich wurden die von der Krawallpolizei mit Wasserwerfern verjagt.
    Seit dem Amtsenthebungsverfahren habe ich mit vielen Paraguayern gesprochen.
    Egal, wen ich fragte, keiner weint Lugo auch nur EINE Träne nach.
    Im Gegensatz zu den geifernden Blogschreibern im Ausland wissen sie nämlich, daß die unbewaffneten Polizisten kaltblütig ermordet wurden.
    Und Lugos Äußerung, daß er die „Landlosen“ weiterhin unterstützen werde,d.h.,daß er deren Vorgehen gutheißt, sehen alle meine paraguayischen Freunde und Bekannten als schallende Ohrfeige ins Gesicht der Familien der ermordeten Polizisten.

    Die Carperos haben übrigens keine großen Sympathien in der Bevölkerung, auch nicht unter den ärmeren und armen.
    Einer meinte : ja sind wir denn alle Idioten, die wir uns ein oder zwei lotes kaufen, jahrelang hart arbeiten um die Raten zu bedienen, währen die nur von einem terreno zum anderen ziehen, nicht arbeiten und immer nur die Hand aufhalten und alles geschenkt bekommen wollen ?

  3. Ein hervoragenden Link hast du da reingestellt.Mit viel hintergrundinformation.Danke(Asuncion45)Jetzt weiss ich endlich wer die bzw der Drahtzieher ist.

    1. laut diesem link hat die „arme und arbeitende bevoelkerung“2008 lugo gewaehlt.die tatsache ist, dass mindestens 70% der stimmen aus dem liberalen lager kamen,also parteianhaengern des heutigen praesidenten federico franco.wenn die theorie dieses verfassers stimmen wuerde, haetten die lugowaehler doch jede menge von senatoren und abgeordnete.aber ganz das gegenteil ist der fall.sie haben nur 2 abgeordnete von der eine (desiree massi, die frau von rafael filizzola) fuer die absetzung von lugo gestimmt hat.sie haben auch nur 3 senatoren, wobei einer (grillon)nur der ersatzmann von rafael filizzola ist.in kleinen orten auf dem land war bei der wahl 2008 die anzahl der stimmen fuer lugo nur ein wenig hoeher als die stimmen fuer die liberale
      partei, zb in villa oliva ñeembucu.und dort wohnt bestimmt nicht die reiche konservative rechte. kurz zusammengefasst.lugo hat durch „edikettenschwindel“ und taeuschung die wahl 2008 gewonnen. er hat in seiner amtszeit ganz bewusst die liberale partei in eine randposition draengen wollen. fast waere es gelungen.mit der absetzung haben lugo und sein gefolge hat er nur die verdiente strafe bekommen fuer die jahrelange verdraengung der liberalen partei. da ich schon beim schreiben bin noch eine sache die mich persoenlich aufregt.liebe leser. schauen sie sich bitte das foto von von der ganzen lugo truppe bei ihremletzten auftritt an. hinter lugo steht dieser laecherliche marcial congo,ein ehemaliger franziskanerpater,in armeekampfjacke und fallschirmjaegermuetze als ob fasching waere.

      .

  4. wolfgang sukowsky

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    Die Linken in aller Welt an der Regierung haben fast immer die Misere eines Landes vergroessert. Mit grossen Versprechungen wurden die Massen mobilisiert um dann im Schlamm der eigenen Unfaehigkeit zu versinken. Bei den Rechten wurde auf oberster Regierungsebene alles eingesackt was nach Geld roch doch die Wirtschaft lief einigermassen und die Menschen hatten etwas zu beissen.

    Jeder waehle nun selbst. Zumindest die Wirtschaft hier in Peru brummt bei einer rechten Regierung.

    Zur Zeit aus Peru.
    W.S.

    1. Darum gehts doch auch gar nicht.Ein jeder weiß das in Paraguay auch bei einer rechten Regierung die Wirtschaft brummen kann.Darum gehts:Lugo wurde vom Volk gewählt und darf auch nur vom Volk abgewählt werden.Jede Instutition die den Presidenten absetzt (Parlament,Senat,Juztiz etc) ist ein Angriff auf die Demokratie.
      Die paraguayische Verfassung beschreibt in nur vier Sätzen das Verfahren des «juicio político» (politischer Prozess), mit dem höhere Amtsträger vom Kongress ihres Amtes enthoben werden können. Sie hält fest, auf welche Regierungsvertreter und für welche Delikte der «juicio político» angewendet werden kann. Ausserdem wird spezifiziert, dass die Anklage mit Zweidrittelmehrheit des Abgeordnetenhauses erfolgen muss und eine Verurteilung dieselbe Mehrheit im Senat benötigt.
      Die Gegner Lugos legen diesen Verfassungsartikel so aus, als ob es sich um ein Misstrauensvotum des Kongresses handeln würde. Sie argumentieren, Lugo habe seine Unterstützung im Parlament verloren. Es handle sich nicht um einen juristischen Prozess. Sein Verschulden müsse deshalb nicht wie bei einem Gerichtsverfahren bewiesen werden. Dies kann aber kaum der Geist des Verfassungsgebers gewesen sein. Paraguay ist ein Präsidialregime mit einem vom Volk gewählten Präsidenten, nicht eine parlamentarische Demokratie, in welcher der Regierungschef vom Parlament gewählt und abgewählt wird.
      Die Tatsache, dass Lugo für die Vorbereitung seiner Verteidigung nur 18 Stunden Zeit hatte und dass der Kongress nicht einmal ein erstes Zwischenergebnis der Untersuchung zur Schiesserei mit Landbesetzern vom 15. Juni abwartete, lässt die Frage aufkommen, ob es sich beim Ganzen um ein abgekartetes Spiel gehandelt haben könnte.

      1. wolfgang-sukowsky

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        Mein lieber Fuchs. Sie wissen doch Gerechtigkeit gibt es nur im Paradies aber kaum auf Erden.
        Um In Paraguay auch politisch zu überleben, da passt sehr gut ihr Name, muss man ein Fuchs sein. Selbstherrlichkeit über die Köpfe hinweg der Abgeordneten gerade in Paraguay wo doch alle hermanos sind geht das todsicher schief. Herrn Lugo hat einfach das gewisse Händchen, heißt Fingespitzengefuehl gefehlt.

        Da hätte er sich viel vom seligen Stroessner ab kupfern müssen. Doch da fehlte Lugo die Hälfte des cleveren deutschen Blutes. Bitte bezeichnen sie mich jetzt nicht als Rassisten. Ich liebe die Art der Paraguayer besonders die Musik. Von zu viel Deutsch im Blut bekomme manchmal Sodbrennen.
        Politik besonders in Paraguay ist eine Kunst, beherrscht man sie reisst keiner einem das Steuer aus der Hand. Gesetze, Demokratie sehen super aus auf dem Papier doch in der Praxis herrschen andere Regel. Schauen sie was in den USA ablief und abläuft da ist die Demokratie abhängig von den Superreichen. Wie sollte es anders in Paraguay sein!
        Hat nicht vor Jahrzehnten, auf betreiben Kissinger unter, Nixon Allende gestürzt und viele schändlicherr Sachen mehr.

    2. Lieber Herr Sukowsky, um Gottes Willen keine peruanischen Verhältnisse in Paraguay. Dort herrscht Bürgerkrieg und der amtierende Präsident verliert zunehmend die Zustimmung im Parlament. Sein Ministerpräsident setzt Militär gegen die „linksgerichteten“ Kämpfer ein. Das alles wollen wir hier bitte nicht. In diesem wunderbaren Land sollten sich alle politisch handelnden Personen aufgerufen sehen für inneren Frieden zu sorgen. Das geht am besten, wenn man die Probleme der Menschen anpackt und löst. Das größte Problem ist und bleibt die Armut. Wer das weg zu diskutieren versucht, leistet dem Land einen Bärendienst.

      1. wolfgang-sukowsky

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        Mein lieber Asuncion 45
        Da irren sie sich aber gewaltig sie sprechen von Bürgerkrieg der ist schon lange lange vorbei. Da ich ständig auch dieses Land besuche neben mein liebes Paraguay müsste ich es wissen.
        Sie haben recht Drogenschmuggel gibt es wie in Paraguay
        aber Bürgerkrieg gab es niemals hier, sondern Terrorismus gegen Polizei und Militär mit 70.000 Toten, das ist längs Geschichte.

        Kommen sie nach Peru hier geht es wirtschaftlich bergauf.
        Die Wirtschaft läge danieder, gäbe es, wie sie behaupten Bürgerkrieg. Bitte immer bei der Wahrheit bleiben!

        Peru wäre ein Modell für Paraguay.

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