Die Ineffizienz des Staates gegenüber der Privatwirtschaft aufgezeigt

Mauricio José Troche: Wieder einmal zeigt sich, wie Staatsbetriebe Geld verpulvern, weil sie ein Personalüberschuss aufweisen, der kaum rentabel sein kann. Die Zuckerrohrfabrik von Petropar ist ein Beispiel dafür.

Petropar beschäftigt 270 Mitarbeiter in seiner Alkoholfabrik von Mauricio Troche, Guairá und wird weitere 141 Angestellte einstellen, sobald die Ausschreibung abgeschlossen ist.

Nicht weniger als 411 Beamte werden dann für eine Alkoholfabrik “arbeiten“, die 11 Millionen Liter und seit diesem Jahr 15 Millionen Liter Alkohol durch eine Investition von 3 Millionen US-Dollar produziert.

Es gibt ein Dutzend Alkohol Fabriken in dem Land mit der gleichen Kapazität wie die von Troche, aber weniger Menschen sind beschäftigt. Zum Beispiel in Paraguarí, Caaguazú, Canindeyú, unter anderem, sind nur etwa 150 Menschen für die Industrieanlage zuständig und verarbeiten das Hundertfache an Zuckerrohr.

Die Präsidentin von Petropar, Patricia Samudio, sollte über die Notwendigkeit befragt werden, neue Beamte in der Fabrik von Troche einzustellen, aber sie war auf Dienstreise in Bolivien.

Der Geschäftsführer von Petropar, Jacinto Prieto, begründete die Zahl der Angestellten jedoch mit den Worten: „Wir arbeiten in mehreren Schichten von acht Stunden täglich“. Die Fabrik ist nur sechs Monate im Jahr in Betrieb, beschäftigt aber den Rest über trotzdem 270 Mitarbeiter.

Prieto fügte hinzu, dass in der Phase, wo das Werk stillliege, mehrere Aufgaben ausgeführt werden. „Während der Stilllegung des Werks reinigen Beamte die Fabrik, führen eine allgemeine Inspektion, die Erfassung der Landwirte, Behandlung der Abwässer, Messung und Transport von Alkohol durch“, sagte er.

Letzte Woche, am Freitag, endete der Auswahlprozess für die neuen Angestellten unter dem Vorwurf von Anomalien, da sich unter ihnen Politiker, Stadträte und Verwandte von Beamten des Gebiets befanden.

Wochenblatt / ABC Color

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10 Kommentare zu “Die Ineffizienz des Staates gegenüber der Privatwirtschaft aufgezeigt

  1. A never ending story. Aber wenn wir arbeiten in mehreren Schichten acht Stunden täglich braucht es eben auch so viele Amigos, damit die anderen Amigos ihrem Zweitjob nachgehen können, kann ja kein Schwein leben von 2 Mio. Gs., mit Zweitjob nochmals 2 Mio. Gs. das sind dann, moment, aha, ja 4 Mio. Gs. ja, das reicht für dreimal Bier und Streichhölzer am Tag. Und drei Bananen.

  2. Aus diesem Land kann bei einer solchen Abzockermentalität ja nichts werden! Moral, Anstand und Verantwortungsbewußtsein scheinen absolute Fremdwörter zu ein. Ich befürchte, ein solches Land ist auf Dauer dem Untergang geweiht.

        1. Py, ist so wie es ist! wir sehen täglich wie die „neuen Deutschen“ einkaufen ohne nur ein Wort zu verstehen. Und das Personal muss sich noch belehren lassen! was heißt „ruinieren“? die Schweiz ist für all die eine gute Alternative.

  3. Das ist bei allen hier im land in den Staatsbetrieben so egal wo du schaust municipal ande copaco das sind alles banditen und keiner Arbeitet was und gehn mit den geldern um es ist bescheiden wenn du das in der privatwirtschaft so arbeitest bist in kuerze pleite

  4. Rohöl kostet derzeit rund 65$/Barrel = 41 US-Cent / Liter.

    Die Lohnkosten in dieser Bude dürften kaum unter 3.000.000 $/Jahr liegen.
    Die laufenden Betriebskosten dürften allerwenigstens bei 1.500.000 $/Jahr liegen.
    Dazu kommen die Kosten für Abschreibungen der Altinvestitionen und neue Investitionen.
    Das nur ganz grob, aber äußerst vorsichtig überschlagen.

    Wenn jetzt 15.000.000 Liter Alkohol (Brennwert ist niedriger als von Mineralöl) erzeugt werden, sieht man klar, dass es billiger wäre, die Bude zu schließen. Da man das nicht macht, ist somit bewiesen, dass hier Geld — offensichtlich aus Subventionen — verbrannt werden soll oder muss.

  5. Und niemand hat den Mut, so einen sinnlosen Staatsbetrieb mit privater Konkurrenz aufzulösen. Der Steuerzahler darf weiter blechen. Furchtbar.

    Die Entwicklungsbank BID hat ja vor ein paar Jahren, die Effizienz von Staatsbetrieben in Südamerika aufgelistet. Paraguay war mit grossem Rückstand an letzter Stelle. Und sie weisen ständig darauf hin, dass Paraguay dagegen was machen soll – aber die machen das Gegenteil.

    1. @Philipp Was willst Du denn dann mit noch mehr Zucker/Alkohol auf dieser Welt machen? Der Marktpreis würde nur noch weiter sinken. Der Staat geht nicht kaputt; diese Bude auch nicht. Sie würde nur noch mehr Subventionen verschlingen und ein privater Unternehmer wäre Pleite, bevor er richtig gestartet ist. Die einzige Chance für Alkoholproduktion ist Qualität. Wenn Du einen wirklich guten Rum herstellen kannst, dann nur zu. Nur Nerven wie Drahtseile braucht man trotzdem, denn bis ein gutes Geschäft etabliert ist (der Rum muss vorher auf guten Fässern reifen) vergehen in dieser Branche locker 10 … 15 Jahre …

  6. Hier in Py exestiert leider kein Unrechtsbewusstsein, wenn die Politiker mal echt für ihren Lohn arbeiten müssten, würde das hier alles anders laufen.Hier selbst täglich echtes Geld zu verdienen ist sehr schwer! Leider bewundern die einfachen Leute diese Volksbetrüger auch noch….

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