Die magischen Hände der Ao Po’i Kunst

Yataity: Mehr als 50% der Bevölkerung von Yataity, Guairá, widmet sich dem Handwerk von Ao Po’i. Die Aktivität, die während der Regierung von Dr. Gaspar Rodríguez Francia im 19. Jahrhundert begann, ist eine wichtige Einkommensquelle für viele Familien.

Im Folgenden die Geschichte von María Silvina Martínez (48) und Aurelia Martínez (67). Sie sind die renommiertesten Kunsthandwerkerinnen in der friedlichen Gemeinde Yataity. Zusammen mit ihrer Mutter fertigt Silvina die feinsten Stücke an, die während des Ao Po’i-Festivals 2018 ausgestellt wurden.

Silvina berichtete, dass sie im Alter von einem Jahr an Kinderlähmung erkrankt sei, wodurch sie nicht mehr gehen konnte. Dies war jedoch kein Hindernis, um Ao Po’i-Kleidungsstücke anzufertigen.

Sie gab an, dass sie die großartige Kunst, einheimische Baumwolle zu weben und das ganze Jahr über zu sticken, im Alter von 12 Jahren durch ihre Mutter erlernt habe. Mit ihr saß sie jeden Tag unter einem Mangobaum, der sich auf der Terrasse ihres Hauses in dem Stadtviertel Tajamar befindet. Im Schatten webt und bestickt sie wunderschöne Tischdecken, Blusen Hemden, Bezüge sowie weitere Stücke. Alles auf Anfrage und die Bedürfnisse jedes Kunden zugeschnitten.

Silvina versicherte, dass die Stickerei von Ao Po’i ein edles Handwerk sei, mit dem sich viele Familien in der Stadt täglich ihr Brot verdienen könnten. Sie wies jedoch darauf hin, dass der Staat Pläne zur Stärkung des Sektors durch Schulungen umsetzen müsse, die dazu führen, dass dieses handwerkliche Juwel von Paraguay, mit dem sich die Bevölkerung in Guairá identifiziere, moderner und bekannter werde.

Silvina erwähnte weiter, dass das Ministerium für Industrie und Handel Märkte auf nationaler und internationaler Ebene verwalten müsse, wo sie zu fairen Preisen verkaufen können.

Aurelia Martínez hat die Sticktechnik Aao Po’i auch von ihrer Mutter gelernt. Es ist eine Kunst, mit der sie elf Kindern, die bereits volljährig sind, ernähren konnte und die meisten von ihnen sind im Ausland auf der Suche nach besseren Lebensbedingungen.

Sie erklärte, alleine ihre Tochter Silvina führe die Handwerkskunst weiter. „Ich werde die edle Arbeit fortsetzen, bis meine Augen versagen und Gott sagt es ist genug“, erkärte Aurelia Martinez.

Wochenblatt / ABC Color

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1 Kommentar zu “Die magischen Hände der Ao Po’i Kunst

  1. Ao Po’i Hemden und Blusen sind wohl heute nicht mehr Mode, aber für das Klima von Paraguay die besten Kleiderstücke. Ebenso sind sie sehr langlebig und können Jahre getragen werden.
    Gegen Hemden aus Massenproduktion sind sie leider nicht konkurrenzfähig, da jedes einzelne Stück handgefertigt wird.
    Es wäre sehr schade wenn dies Handwerk aussterben würde.

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