Die Rechte und Pflichten der Verkehrsteilnehmer

Asunción: Sich an Verkehrsregeln zu halten kann vorteilhaft sein, ganz besonders in Hinblick auf eventuelle Bußgelder. Wer meint diese treu und brav bezahlen zu können, wird meist enttäuscht.

Nachdem die Redaktion ein Leserbrief erreichte, möchten wir gern schildern, wie es einem Autofahrer in Asunción erging.

„Ich habe mein Auto an einer Kreuzung geparkt, wo nichts darauf hinwies, dass man da nicht stehen darf. Wenig später sah ich, wie städtische Verkehrspolizisten in der Nähe meines Fahrzeuges waren und dass eine Radkralle schon angebracht wurde. Nein ich war nicht der einzige. Es gab auch andere, die wie wild mit den drei Polizisten verhandelten. Das Parken an der Straße, wo eine Rampe für Rollstühle angebracht ist, kostete laut Auskunft der Uniformierten 20 Tagessätze eines Mindestlohnes, mit anderen Worten 1.570.000 Guaranies. Da jedoch kaum jemand diese Summe dabei hat, erklärten sie mir, dass man erst das Geld heranschaffen muss, bevor die Kralle demontiert wird. Soweit so gut. Da mir das zu dem Zeitpunkt nicht möglich war, zeigten sie sich gelangweilt und meinten, dass dies auch am Folgetag passieren könnte. Das Auto würde dann abgeschleppt werden, was weitere Kosten verursachen würde. Allerdings, und das war nicht weniger erstaunlich, könnte man gegen legale Bußgeldrechnung die Strafe auf 15 Tagessätze reduzieren und nach erneutem Fragen sogar auf 7. Doch genau da begann das nächste Problem. Um dieser Lösung, die mir als Autofahrer und den Uniformierten anscheinend entgegenkommt, müssten sie mich zu einem Geldautomat begleiten. Begleiten ist hier das falsche Wort, überwachen trifft es besser. An der Bank nahe der Avenida Mariscal Lopez angekommen, zeigten sie wohin ich gehen sollte (Beitragsbild). Als ich mit dem abgehobenen Geld wieder herauskam und nicht genau 549.000 Guaranies zur Hand hatte, rissen sie mir 530.000 Guaranies aus der Hand und verschwanden. Eine legale Rechnung über das Bußgeld gab es keine mehr“.

Einerseits hätte der Autofahrer die komplette Buße zahlen und einen Beleg bekommen können, anderseits ist nicht sicher ob dies überhaupt im Sinne der Uniformierten gewesen wäre, da diese nach Lust und Laune eine erpresserische Masche abziehen, wobei nur sie gut wegkommen.

Wochenblatt / Leserzuschrift

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23 Kommentare zu “Die Rechte und Pflichten der Verkehrsteilnehmer

  1. Das sollten wir Ausländer bitteschön nicht reklamieren. Das ist nun mal eben in Paraguay so üblich und wir haben das zu akzeptieren weil es Teil der hiesigen Kultur ist. Nicht wahr Anton, Albert und Rolf? Was ist dazu Eure Meinung?

    1. Ja, genau so ist das und wer das nicht verstehen will, der wird in Paraguay, Bolivien, Peru, Argentinien und Brasilien nie glücklich.

    2. Sie wollen einfach den Unterschied zwischen Belehrung und Kritik nicht begreifen. Gerade das Fehlverhalten dieser Gesetzeshüter wird auch oft in den einheimischen Medien kritisiert. Was jedoch fehlt, sind Vorschläge und Initiativen wie man das abstellen könnte.
      Wenn wir hier, nur mal angenommen, dazu einen einfachen Vorschlag zu Papier brächten, wäre das eine Belehrung. Gerade diese will dieses Volk aber nicht, denn nach Volkes Meinung: „sind auch kleine und arme Länder wie wir, weder schlechter noch besser als ihr. Wir (Paraguayer) brauchen keine Besserwisser“.
      Wir (Ausländer) leben hier aus freiem Willen, aus den unterschiedlichsten Gründen, weshalb uns nichts anderes bleibt als das zu akzeptieren – nicht verstehen -. Es ist deshalb abzuwägen, ob wir die von uns selbst gewählten Lebensumstände ertragen oder uns aber eine andere Bleibe suchen sollten. Ich wünsche jedem, dem die Umstände hier unerträglich sind, dass er auch die Möglichkeit zur Rückkehr in sein Heimatland oder zum Umzug in eine für ihn bessere Bleibe hat. Doch es ist und bleibt seine freie Entscheidung.
      Wir sind hier die Gäste und nicht die Herren und haben das solange wird das Gastrecht beanspruchen zu akzeptieren.

      1. Den letzte Satz sage ich auch immer. Es wäre vollkommen logisch. Das Problem ist, dass der Deutsche auch in seinem eigenen Land nicht Herr ist. Man könnte sagen, dass der Deutsche überall nur zahlender Gast ist. Besser als aus diesen Gründen nach Paraguay zu flüchten, wäre es, wenn man zu Hause bleibt und versucht dieses zu ändern.

  2. „Das Auto würde dann abgeschleppt werden, was weitere Kosten verursachen würde. Allerdings, und das war nicht weniger erstaunlich, könnte man gegen legale Bußgeldrechnung die Strafe auf 15 Tagessätze reduzieren und nach erneutem Fragen sogar auf 7.“

    Da hier bewusst getäuscht wurde, würde ich das reklamieren (bringt wohl nichts, aber vielleicht geschehen ja Wunder), die Strassenpolizei in Asuncion hat eine Stelle, wo man alle möglichen Delikte anzeigen kann.
    Mit dem Foto hat man vielleicht sogar einen Beweis.
    Rufnummer: *916

  3. Es wird sehr leicht nur den Polizisten die schuld an dieser Masche gegeben, aber das grösste problem sind hier die Mennoniten und Deutschen da sie in denn meisten fällen so wie auch in den oben geschilderten Bericht sofort zahlen,, wenn man Hartnäckig ist bekommt man ein Knöllchen das man dan legal bezahlen kann..
    Da ist es nicht verwunderlich das die Polizisten besonders bei den Mennos und Deutschen Schmiergeld verlangen…

    1. so wird es wohl sein – schuld sind die, die zahlen. Was passiert eigentlich, wenn die DACH-ler nicht bezahlen ? Auf ins Revier – da wartet schon der Chef. Der wird sicher für Recht und Ordnung sorgen.

  4. Es wird sehr leicht nur den Polizisten die schuld an dieser Masche gegeben, aber das grösste problem sind hier die Mennoniten und Deutschen da sie in denn meisten fällen so wie auch in den oben geschilderten Bericht sofort zahlen,, wenn man Hartnäckig ist bekommt man ein Knöllchen das man dan legal bezahlen kann..
    Da ist es nicht verwunderlich das die Polizisten besonders bei den Mennos und Deutschen Schmiergeld verlangen…

    1. Da hat gerade jemand 1 minute vor dir genau den gleichen Text geschrieben wie du…..wohnt ihr beiden Personen im gleichen Körper oder sind wir Zeugen eines Wunders?
      Die Wege des Herrn sind unergründbar.

  5. Ja Manni, Jeder hat die Möglichkeit die volle Busse zu bezahlen, mit einer Quittung.
    Warum machen das die meisten Ausländer nicht, weil sie nicht soviel zahlen wollen.
    Manni, was ist dann das Resultat? Schmiergeld zahlen und danach jammern, die haben mich schon wieder………

    1. Aber ganz bestimmt nicht nur die Ausländer. KEIN PARAGUAYER wird die volle Bußgeldsumme bezahlen! Jeder versucht den viel zu hoch angesetzten Bußgeld-Betrag runter zu handeln. Doch das ist von „oben herab“ genau so gewollt um die Gehälter der Polizisten aufzubessern. Damit spart sich der Staat Geld. Das ganze System ist bewußt so angelegt.

    2. Hallo Rolf, wie oft bist Du in Asuncion (mit dem Auto) ? Die Wegelagerer in Uniform lauern überall ! Ich fahre mit dem Auto nicht mehr nach Asuncion – nur noch mit dem Bus. Hast Du das mal gemacht ? Auch das ist nicht ungefährlich ! Vom Zeitaufwand ganz zu schweigen. Natürlich sollen Verkehrssünder zur Kasse gebeten werden – aber geht es den Verkehrspolizisten wirklich nur darum ?

  6. Wenn das Bussgeld von 20 Tagessätzen auf 15 und dann 7 Tagessätze runtergeht, dann ist das eindeutig nicht auf ein Wunder zurückzuführen, sondern ist eindeutig als Aufforderung zum Schmieren zu deuten…..man lässt 20 Tagessätze mit Strafzettel fallen gegen ein Taschen- oder Schmiergeld von 1/3 der ursprünglichen Summe.
    Sich danach darüber aufzuregen, dass keine Quittung ausgestellt wird ist scheinheilig und unehrlich.
    Wieso war es eigentlich dem fleissigen Briefeschreiber „zu dem Zeitpunkt nicht möglich“ das geforderte Bussgeld zu beschaffen, zu zahlen und dann Beschwerde einzulegen?

  7. Was regt man sich auf,wer selber schmiert braucht sich nicht zu beschweren. Ihr macht doch fleißig mit.
    Klar Mennos/Deutsche/Ausländer sind eine leichte Beute der Schmiergeldtiger. Sie haben etwas was!
    Seit ihr im Recht, Dashcam/Handy laufen lassen es gibt eine Beschwerdestelle,Anwälte vielleicht in der Verwandtschaft.
    Last sie ruhig machen Beamte können auch versetzt werden wenn sie zu Wild sind!

  8. Bargeld einstecken wenn man besonders als Ausländer nach Asuncion fährt,und sich ein oder 2 Tage aufhalten will.
    Die Krokodile in blau warten schon auf ihre Beute.Die können mich in Zukunft x !

  9. @Anton Richtig! ,wir DACHLER oder andere Ausländer die Bildung haben werden verachtet hier,-Wir als „GÄSTE“! haben das Maul zu halten ,sich wie ein Gast im Restaurant zu verhalten,zu Zahlen,und den Tritt gekonnt auszuweichen.
    Auch wenn wir seit 25 Jahren hier leben,keine Touristen oder Gäste sind,-sondern Langgediente Einwanderer!.
    Hoffentlich dringt das in die Gehirne mancher Einheimischer und Paraguayversteher endlich ein.

    1. Paraguayer wissen gar nicht was eine Ausbildung ist! Sie kaufen Diplome in privaten Universitaeten dann sind Brovesor oder Tocktorr

  10. Meine erste Erfahrung mit der Polizei hier – während einer 6 wöchigen Vorbereitungsreise 2004 – war, dass ich wegen „Fahrens ohne Licht“ am Tag, um 300 US$ abgezockt wurde. Man hat mir internationalen FS und Pass abgenommen, bis ich bezahlt hatte. Mein hiesiger Notar hat mir daraufhin seine Handynr. gegeben, dass ich ihn bei Polizeikontakten um Hilfe rufen konnte. Wie das Schmiergeldsystem mit der Polizei funktioniert, habe ich von den Einheimischen erlernt und wenn es denn in 11 Jahren 3 oder auch 4 mal soweit war, auch nicht mehr „Geldbuße“ bezahlt wie die Einheimischen. Man ist ja lernfähig. Allerdings muss man bei dieser Lösung auch auf teure Kleidung, Goldgehänge oder andere von Reichtum zeugenden Statussymbole verzichten. Ich habe mich meinem Gastland angepasst.
    Gestern wollte mich ein sogenannter Polizist, nachdem er mich als Ausländer erkannt hatte völlig ohne Grund abzocken.
    Aufgrund meiner Reaktion ist er völlig verblüfft, wortlos wie ein getretener Hund abgezogen. Darauf war auch ich sprachlos.

  11. Paraguay wäre wirklich das Paradies auf Erden, wenn nicht:

    Diese ekelhafte Korruption wäre,
    Der Müll nicht aus dem Auto auf der Straße entsorgt würde,
    Die Indigenen nicht aus ihrem angestammten Land vertrieben würden,
    Kein Bauer Pestizide für Soja oder Mais einsetzen würde,
    Das Fleisch nicht mit Antibiotika verseucht wäre,
    Der Müll nicht privat verbrannt würde,
    Die Musik des Nachbarn nicht so laut wäre,
    Nicht wild in der Gegend herumgeschossen würde,
    Die Urwälder nicht beraubt oder illegal abgeholzt würden,
    Die Nationalparks ohne Holzkohlemeiler ungestört wachsen könnten,
    Der Strom immer und überall zur Verfügung stünde,
    Die Arroganz der Deutschen nicht wäre …

    Ich höre jetzt auf.

    Möge ein jeder glücklich werden nach seiner Façon.

    Wenn ich mal da bin, ich kümmere mich um meine Geschäfte und schreibe vorher zur Liste (oben) noch einige Dutzend Punkte auf, die ich an dem Land gut finde und die schwerer wiegen — zum Ausgleich sozusagen.

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