Asunción: Präsident Santiago Peña empfing am Freitag Humaid Obaid Abushibs, Leiter der Rechnungslegungsbehörde der Vereinigten Arabischen Emirate. An dem Treffen, an dem auch der paraguayische Rechnungsprüfer Camilo Benítez teilnahm, kam es einen Tag nachdem die spanische Handelsministerin Paraguay als attraktiv für Investitionen bezeichnet hatte – gleichzeitig aber anmerkte, das Land müsse bei der Transparenz nachbessern.
Der Kabinettschef Javier Giménez sowie die technischen Teams beider Länder nahmen an der Sitzung teil, um den Antikorruptionsplan zu erörtern, den die Regierung Peñas vorantreibt – nun unter Unterstützung der emiratischen Behörden.
Die Kommunikationsabteilung des Präsidiums teilte mit, Peña und Abushibs hätten über mehr Investitionen in „Digitalisierung, Transparenz, Integrität und künstliche Intelligenz“ gesprochen – Aspekte, die erforderlich seien, um einen effizienteren Umgang mit öffentlichen Mitteln zu erreichen und eine Kultur der Rechenschaftspflicht zu festigen.
Die Unterstützung aus Abu Dhabi ist Teil eines umfassenderen Annäherungsprozesses. Derzeit hat der paraguayische Staat ein Abkommen mit dem emiratischen Unternehmen Etihad Rail, das den Nahverkehrszug entwickeln und betreiben wird.
Der Vertrag umfasst den Bau eines nachhaltigen Elektrozugs, der Asunción mit Luque verbinden soll; eine Erweiterung bis Ypacaraí ist geplant. Die Investition beträgt 450 Millionen US-Dollar, zudem soll eine gemeinsame Zweckgesellschaft (SOE) aus Etihad Rail und den Paraguayischen Eisenbahnen gegründet werden.
Das System sieht 12 Stationen und eine anfängliche Flotte von 11 Einheiten vor, die täglich rund 40.000 Fahrgäste befördern können. Die Bauarbeiten beginnen erst 2027, nach 36 Monaten soll der Betrieb aufgenommen werden. Angesichts des Umfangs des Projekts sowie der wirtschaftlichen und technischen Beteiligung der VAE ist Paraguay bestrebt, dass bei allen Beschaffungen und dem gesamten Ablauf Kontrollen für eine wirksame Investitionssicherheit sorgen.
Diese Woche war die spanische Handelsministerin Amparo López Senovilla in Asunción. Die spanische Regierungsvertreterin erklärte, die in Paraguay ansässigen spanischen Unternehmen schätzten die regulatorische Stabilität, stünden aber auch vor Herausforderungen bei öffentlichen Ausschreibungen.
„Im Bereich der öffentlichen Ausschreibungen wünschen sie sich womöglich etwas mehr Transparenz oder gleichberechtigte Wettbewerbsbedingungen wie für lokale Anbieter – etwas, das auch im Abkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur vorgesehen ist“, betonte López, die nach Paraguay gekommen war, um spanische Unternehmen bei der Erschließung neuer Handelsmöglichkeiten zu unterstützen.
Mehrere spanische Firmen sind bereits in Paraguay tätig, unter anderem in Schlüsselbereichen wie der Agrarindustrie (beispielsweise die Gruppe Costa in Alto Paraná), Infrastruktur und Energie (Acciona und Cobra), Unternehmensdienstleistungen und Sicherheit (Mapfre und Prosegur) sowie als staatliche Auftragnehmer wie Sacyr und JYI.
López nahm zudem an einem Gipfel im Zentralbankgebäude (BCP) zum Abkommen mit Brüssel teil. „Vorhersehbarkeit, Rechtssicherheit und Verlässlichkeit sind häufig die Faktoren, nach denen Investoren suchen, um ihre Beteiligungen in anderen Ländern auszubauen – und ich bin überzeugt, dass Paraguay von dieser Stabilität profitieren wird“, erklärte sie.
Wochenblatt / LPO















