Die Tafel gegen den Hunger: Brot für alle

Asunción: Die Tafel, wie schon in Deutschland bekannt, soll ebenfalls in Paraguay der ärmsten Bevölkerungsschicht Unterstützung anbieten und zur Bekämpfung des Hungers dienen.

Letzten Mittwoch wurde eine Gesetzesvorlage zur Bekämpfung des Hungers vorgelegt, die als Brot für alle bekannt ist. Mit der Initiative wird angestrebt, dass die gastronomischen Betriebe und Supermärkte Essensreste abgeben, anstatt sie wegzuwerfen.

Das Ziel der Gesetzesvorlage “Brot für alle“ sei die frontale Bekämpfung des Hungers in Paraguay, sagte der Abgeordnete und Initiator des Projekts, Raul Latorre.

Nach Angaben der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ist in Paraguay jeder vierte Einwohner in Bezug auf die Ernährungssicherheit gefährdet, das heißt, er ist ständig dem Hunger ausgesetzt.

„Wir müssen endlich verstehen, dass es in Paraguay eine große Verschwendung von Nahrungsmitteln gibt, die 250.000 Menschen ernähren können, wenn sie gesammelt werden. 40% von allem, was weggeworfen wird, sind verwertbare Lebensmittel, die gespendet werden können“, erklärte Latorre.

Die Abgeordneten bemühen sich, dass lokale Gastronomiebetriebe, Supermärkte und andere Unternehmen Lebensmittel oder Lebensmittelprodukte abgeben, die jeden Tag übriggeblieben sind oder die aus irgendeinem Grund weggeworfen werden und konsumiert werden können.

Latorre betonte, dass das Werfen von Lebensmitteln auch einen bedeutenden Verlust für Unternehmen darstelle und eine Möglichkeit darin bestünde, eine Steuerermäßigung einzuführen, oder dass der gespendete Betrag nicht mehr Teil des Vermögens sei. „Aber darüber müssen wir debattieren, denn wir wollen diese Praxis fördern“, sagte er.

Der Ansatz umfasst auch die Schaffung einer Nationalen Fundation für Lebensmittel, ein Gremium, das sich aus Vertretern des Unternehmenssektors sowie der Sozial- und Regierungsorganisationen zusammensetzt und im Falle einer Genehmigung für die Regulierung der Anwendung des Gesetzes verantwortlich ist.

„Es sollte angemerkt werden, dass diejenigen, die Teil des Rates sind, ad honorem arbeiten, dem Land dienen und kein Geld verdienen werden“, warnte Latorre.

Artikel 17 des Gesetzentwurfs verbietet in restriktiver Weise die Verschwendung von Lebensmitteln. Wenn man nach Inkrafttreten dieser Bestimmung ein Restaurant entdeckt, das beispielsweise Lebensmittel in gutem Zustand in den Müll wirft, wird es mit einer Geldstrafe belegt, die 50% des Wertes der Nahrungsmittel entspricht, wenn es das erste Mal ist.

Beim zweiten Mal wird die Geldbuße bereits doppelt so hoch sein und so weiter. Latorre sagte auch, dass, wenn das Gesetz zur Anwendung käme, den Einrichtungen ein Jahr zur Anpassung eingeräumt werde, ein Zeitraum, in dem keine Geldstrafen oder Strafen verhängt würden.

Das Vorhaben wird in der ordentlichen Sitzung der Abgeordnetenkammer am 31. Juli debattiert. Das Projekt wurde von Abgeordneten der Colorado Partei vorgestellt, aber Latorre betonte, dass es Unterstützung von Kollegen aus verschiedenen Parteien gebe.

Wochenblatt / Ultima Hora

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9 Kommentare zu “Die Tafel gegen den Hunger: Brot für alle

  1. Wieder einmal super Ideen hiesig Politiker zweifellos bestehender Probleme zu lösen. Dazu muss dann nicht einmal der Hintern aus dem klimatisierten Büro gehoben werden, sondern nötigt die Privatwirtschaft mit Bußen, die sowieso keiner kontrollieren wird.
    Wo liegt das Problem? Sollen alle, die nicht arbeiten wollen oder können sich nun aus dem prall gefüllten Container ernähren dürfen? Essensreste, die von dem reichen korrupten Pack in die Küche zurück geschoben wurden? Und das bei 40° C.? Als Beilage Rattenkeule an Perrier-Sauce?
    Es gäbe genügend Millionen US$, die in der Korruption verschwinden. Wenn man nur wollte! Mit diesem Geld könnte dieser Staat sehr wohl Bedürftigen helfen. Aber nein, keine Lösung ist für hiesig Bubi-Politiker eine Lösung !!! Absolute Bande von Schwachköpfen !!!

  2. Es ist für jeden Staat ein Armutszeugnis wenn ein Tafelsystem etabliert werden muss, weil ein Teil der Bevölkerung hungern muss bzw. keinen regelmäßigen Zugang zu Nahrung hat.
    Und gerade hier in Py habe ich die größten Zweifel, ob dies überhaupt umgesetzt werden kann. Es wird dazu führen, dass sich die *ehrenamtlichen* Helfer die Taschen füllen werden und die Nahrungsmittel verkaufen.
    Eine Überwachung der Einhaltung des Gesetzes wird zu 100% nicht erfolgen.

  3. Noch so eine Idee, die vom Grundsatz her gut ist, aber in der Praxis wohl kaum umgesetzt werden kann. In Paraguay gibt es viele „gute Gesetze“ und noch viel mehr „gute Ideen“ – doch wer hält sich schon daran, wer überwacht das konsequent? Wie kann man Ignoranten dazu bewegen, sich an Recht und Gesetz, an Moral und Anstand zu halten? Ehrlich gesagt, ich sehe da kein Licht am Horizont und habe die Hoffnung auf Besserung schon lange aufgegeben.

  4. Leider sind das nicht totale Schwachköpfe, sondern ganz durchtriebene Volksverräter. Denn wenn mal einer dran käme, der das Land wirklich liebt, wäre innerhalb einer Legislaturperiode alles richtbar? falls der Präsi dann nicht vorher „mit dem Hubschrauber abstürzt“!

    1. Jemand der das Land und seine Menschen liebt, würde aber nie Präsident werden. Wer soll den denn aufstellen? Und sobald er Chancen hätte auf den Chefsessel, wäre er auch schon Geschichte.

      Die Tafeln – prima Idee, wird die Verantwortung wieder abgewälzt auf andere. In Deutschland wurde gerade ein Gesetzesentwurf abgelehnt, dass das Entnehmen von weggeworfenen Lebensmitteln aus Containern der Geschäfte nicht mehr unter Strafe gestellt werden sollte. In Deutschland ist Wühlen im Müll somit weiterhin strafbar. Wie schaut das eigentlich hier aus? Ich schätze aber mal, dass die abgelaufenen Lebensmittel umdeklariert und weiterverkauft werden. Alles was billig ist, ist schließlich gut.

  5. Sehr gute Kommentare, denen eigentlich nichts hinzugefügt werden muss. Allerdings fällt mir bei diesem Thema auf, dass das wieder etwas ist, was es in Deutschland schon sehr lange gibt und das hier jetzt wohl eingeführt werden soll oder auch eingeführt wird. Denkt man wirklich dabei an die arme paraguayische Bevölkerung? Ich habe da meine Zweifel. In Anbetracht der Tatsache, dass alle Länder der Welt Flüchtlinge aufnehmen und versorgen sollen und man dafür schon Vorgaben geschaffen hat, ist natürlich nötig, von irgendwoher die Lebensmittel zu bekommen, damit diese Leute dann auch im Land bleiben und nicht wieder in ihre Heimat zurückgehen. Man schafft jetzt die Voraussetzungen für spätere Dinge. Alles bereits geplant. So wie in Deutschland alles geplant und nach und nach eingeführt wurde.

  6. Da scheint man mal was gehört zu haben, was es in Deutschland angeblicht gibt, aber man hat eben wieder mal nicht richtig zugehört. Denn zu den Tafeln haben auch nur Leute Zutritt, die lt. einer Bescheinigung des Sozialamtes (jährlich zu erneuern) ein Einkommen haben, das unter dem als solches erklärten Existenzminimum liegt. Stellt man nämlich diese Bedingung nicht, dann wird natürlich jeder sich als „arm“ erklären wollen. Zudem gibt es in den Tafeln keine Geschenke, mit nur sehr wenigen Ausnahmen, Es sind in erster Linie Supermärkte, die aus ihrem Sortiment Produkte (hauptsächlich Lebensmittel) die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, kostenlos abgeben. Diese Produkte werden dann in der Tafel zu einem sehr niedrigen Preis ausgezeichnet, aber dieser Preis muss bezahlt werden. Wenn z.B. ein verpackter Käse im Supermarkt einen Verkaufspreis von € 3,– hatte, so wird dieser VKP heruntergesetzt auf ca. € 1,–. Und dieser kleine heruntergesetzte VKP wird benötigt, um evtl. die Miete für die Verkaufsräume zu bezahlen und auch evtl. Verkaufspersonal einen kleinen Lohn zu bezahlen. Das müsste man sich schon sehr gut überlegen, welche Bedingungen man in Paraguay stellen müsste, damit nicht jeder x-beliebige sich selbst als „arm“ bezeichnen kann, um bei der Tafel Zutritt zu haben.

  7. Ein Vorteil wäre – was aber wiederum nicht den Ärmsten zugute kommt – dass es Aktionen seitens der Supermärke geben wird, was heutzutage fast nicht existent ist: So macht der Stock Supermercados manchmal Aktionen, doch dann sind die Produkte 10 Cents herunter gesetzt. Das gibt es nur ganz wenig hierzulande, so verkauft auch El Pueblo Rual Früchte und Gemüse fast verdorben für wenig Geld in der Plastiktüte bereits abgepackt, worin es dann noch schneller verdirbt. Geschenkt wird einem in diesem Land gar nichts.
    In der Schweiz verkauft der Coop Produkte einen Tag vor Ablaufdatum zum halben Preis.
    Wenn Supermärkte also mit so einem Gesetz konfrontiert würde, dann würden sie bestimmt eher Aktionen machen.
    Ich und andere Kommentatoren in diesem Forum sehen das Problem hierzulande darin, dass diese Grati-Lebensmittel dann eben weiterverkauft werden und nicht den Bedürftigen zugute kämen.

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