Die Zahl der “seltsamen“ Todesfälle in Gefängnissen nimmt zu

Asunción: Ein offizieller Bericht aus der Haftanstalt Tacumbú geht davon aus, dass ein Insasse “versehentlich“ von der Leiter fiel. Angehörige glauben nicht an diese Version. In anderen Gefängnissen gab es ebenfalls mysteriöse Todesfälle.

Julián Daniel Monges heißt der Häftling, der am Dienstag unter seltsamen Umständen ums Leben kam. Es ist eine weitere Person, die zu Tode kam und Rätsel aufgibt.

Laut dem Bericht aus der Haftanstalt Tacumbú sei Monges am Montag, den 13. November, um 06:50 Uhr auf der Krankenstation erschienen. Er gab an, auf einer Treppe gestürzt zu sein.

Dr. Rubén del Puerto und eine Krankenschwester untersuchten Monges. Dabei stellte der Mediziner fest, dass möglicherweise das linke Handgelenk gebrochen sei. Ein Trauma im Gesicht wurde ebenfalls in der Krankenakte dokumentiert. Puerto ordnete Röntgenuntersuchungen an.

Ein diensthabender Krankenpfleger brachte den Häftling deshalb in das Hospital de Trauma. Dort wurde er schon bewusstlos eingeliefert.

Einen Tag darauf, am Dienstag, starb Monges im Krankenhaus. Der Vater von ihm, Daniel Monges, glaubt nicht an die Version der Gefängnisleitung und dem Mediziner Puerto. Er fordert eine gründliche Untersuchung der Staatsanwaltschaft über die genaue Ursache des Todes von seinem Sohn. Der Vater betont, dass sein Kind gefoltert worden sei und an den Folgen gestorben sei.

Es kam zu weiteren mysteriösen Todesfällen in paraguayischen Gefängnissen. Im September wurde ein Häftling in Misiones erstochen. Im Oktober starb eine Insassin in Buen Pastor, als die Gefängniszelle in Brand geriet.

Wochenblatt / Ultima Hora

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8 Kommentare zu “Die Zahl der “seltsamen“ Todesfälle in Gefängnissen nimmt zu

  1. Das ist doch nichts Neues! Ich besuchte mit einer im Gefängnis tätigen christlichen Besuchsgruppe schon vor 10 Jahren dieses Gefängnis und erhielt somit einen etwas tieferen Einblick in den Alltag der Insassen. Man kann sich nicht vorstellen, wie es da zugeht. Überall stehen und liegen die Insassen in dem völlig überfüllten Gefängnis herum. Sie sind sich weitgehendst allein überlassen. Es herrscht das absolute Faustrecht und die Willkür der Stärkeren bzw. der internen Banden. Wer nicht spurt wird fürchterlich zugerichtet. Daß morgens auf den Fluren Häftlinge mit durchgeschnittener Kehle liegen gehört schon zum Alltag. Darüber regt sich schon niemand mehr auf. Die Gefangenenwärter beschränken sich lediglich darauf, daß niemand das Gefängnis verlassen kann. Alles andere bleibt den Gefangenen selbst überlassen. Hygenische Artikel gibt es natürlich auch nicht. Wer keine Angehörigen hat, die einen mit dem Notwendigsten versorgen ist auf gut deutsch „ein armes Schwein“ Mir kam das Leben im Gefängnis wie der Vorhof zur Hölle vor. Einfach grausam und nicht in Worte zu fassen. Und wenn man sich nun vorstellt, wie leicht es ist in Paraguay im Gefängnis zu landen und wie schwer es wieder ist dort unbeschadet bzw. lebend heraus zu kommen, dann ist das eine blanke Horrorvorstellung. Daher appelliere ich an jeden, sich in diesem Lande möglichst defensiv zu verhalten. Sei es im Straßenverkehr (schon ein Verkehrsunfall mit Verletzten kann zum Gefängnisaufenthalt führen!) oder im Umgang mit seinen Geschäftspartnern, Nachbarn oder seinen Amigos. Paraguayische, oder südamerikanische Gefängnisse überhaupt, sind nicht vergleichbar mit deutschen Gefängnissen und der dort üblichen Sozialbetreuung!

    1. Obwohl ich jetzt nicht zu den Kommentatoren gehöre, die darauf warten, dass Simplicus einen Kommentar schreibt, um dann einen blöden Einzeller darunter zu setzen, möchte ich doch zum Ausdruck bringen: Ein überaus schöner Kommentar, von jemandem der Tambuctu schon von innen gesehen hat (ja, war jetzt ein Scherz).
      Ich meinte eher, dass ich das Gefängnis noch nie gesehen habe.
      Für viele, die zu Unrecht dort sitzen tut es mir auch leid.
      Andererseits hat niemand viele von denen dazu gezwungen anderen Menschen Leid zuzufügen, sie zu entführen, sie zu berauben.
      Würde man das Gefängnis zu einem Ferienhotel umwandeln wäre das Gefängnis keine Abschreckung mehr.
      Allerdings sehe ich auch in Schwerstkriminellen den Menschen, da wäre die Behörden schon dazu aufgefordert ein Minimum an Ordnung und Menschenwürde herzustellen.
      Ein grausamer Ort, der mich jedoch nicht davon abschreckt meinen Nachbarn mal recht eins auf die Birne zu hauen für jahrelange Vergasung mit der Verbrennung ihres Mülls. Glücklicherweise gehe ich in 99 von 100 Fällen einem Konflikt aus dem Weg. Auf diesen einen Fall, wo ich mich dann selbst nicht mehr kenne, hoffe ich, dass er nie eintreten wird. Vor allem nicht wegen so bemitleidenswerten Kreaturen wie meine Nachbarn, die schon als 12-jährige den Tag damit verbringen, sich die Flöhe, pardon, die grauen Haare herauspicken.

  2. Ich habe es mir lange überlegt, ob ich das nachfolgende berichten will aus „falscher Rücksichtnahme“ auf so manchen Gotteslästerer in unseren Kreisen. Doch da ich hier ohnehin den Ehrentitel „Laienprediger“ verliehen bekam und niemanden imponieren, noch den Beifall von den falschen Leuten erhaschen möchte, werde ich nun nachfolgend über ein großartiges Erlebnis im Gefängnis Tacumbu vor etwa 10 Jahren berichten: Unter Leitung der mennonitschen Gemeinde von ASU wurde zum damaligen Zeitpunkt Mission unter den Häftlingen betrieben, um diese Menschen auf den rechten Weg und zum Glauben an Gott zu bringen. Neben mir durften zahlreiche andere Gäste an einem Besuch dieser Häftlingsgemeinde teil nehmen. Die Besuchergruppe mußte mitten durch die im Innenhof lungernden Häftlinge (Kleinkriminelle bis hin zu Gewaltverbrechern, Mördern und Totschlägern) hindurch um zu einem für die Häftlingsgemeinde reservierten weiteren Gebäudekomplex zu kommen. Das war nicht ganz ungefährlich, Wärter waren weit und breit nicht zu sehen. Daher wurde die Besuchergruppe von 20-25 sehr kräftigen Häftlingen eskortiert um sicher zu sein. An diesem Tag war eine Häftlingstaufe angesagt. Etwa 15 Häftlingen wollten sich an diesem Tag taufen lassen. Sie sind durch die Bemühungen der Mennoniten zum Glauben an Gott gekommen, wie auch die anderen bereits Getauften im Gefängnis. Die gesamte Häftlingsgemeinde betrug ca. 80 – 100 Personen. Sie alle schworen ihrem alten, verkorksten, Gott losen Leben ab und wollten fortan ein völlig neues Leben mit Gott führen. Ihre Rückfallquote nach Verbüßung der Haft ist völlig unbedeutend im Gegensatz zu den anderen Häftlingen. Die Täuflinge an diesem Tag gaben jeder für sich ein persönliches Zeugnis ab über sein bisheriges Leben und darüber ab, warum sie künftig allem Bösen und Niederträchtigem absagen wollen. Daß sie künftig ein Leben nach Gottes Geboten führen möchten. Da standen nun also kräftige Männer mit Oberarmen wie andere einen Schenkel haben, über und über tätowiert, sangen christliche Lieder, gaben mit Tränen in den Augen ein Zeugnis ab! Einer davon, und das werde ich niemals mehr vergessen, sagte wortwörtlich: „Nicht diejenigen die draußen in Freiheit leben sind wirklich frei, wir sind es, weil wir endlich unsere innere Freiheit gewonnen haben. Wir unterliegen keinen Zwängen und Ängsten mehr! Den anderen da draußen aber stehen ihr Wissen, ihr Können und ihre Intelligenz im Weg um Gottes Geschenk wie ein kleines Kind anzunehmen“ Danach umarmten sie alle Besucher. Man sah es ihren glänzenden und mit Tränen überströmten Augen an (und sie schämten sich dafür nicht!), wie überglücklich sie waren. Für Gott gibt es tatsächlich keine hoffnungslosen Fälle! Wie sagte doch Jesus; „Wer mich sucht wird mich finden“

    1. Wie gelangt man denn nun auf den richtigen Weg im Glauben an Gott? Über Martin Luther, Konfuzius, Shenuda, Muhammed, Siddharta oder wie oder was? Klar, die ansonsten dummen Paraguayer wurden plötzlich klug, weil sie den Wanderprediger Jesus den Gesalbten“ fanden“.
      „Religion sind in der Kindheit eingeimpfte Vorurteile.“
      Quelle: Julia Onken, Psychiaterin, Schweiz

    2. Ich bin zwar getauft, habe aber niemals darum gebeten. Doch damals musste das sein um im Kreise der Klingelbeutelchenfüller aufgenommen zu werden.
      Im Gegensatz zu diesen Häftlingen, die nun meinen frei von Zwängen und Ängsten zu sein, viel freier von Zwängen und Ängsten zu sein als diese. Glauben an Gott macht meiner Meinung überhaupt nicht frei. Ganz im Gegenteil.
      Religion besteht einzig aus Zwängen: Bibel lesen, dem Wort Gottes folgen, der Kirche zu spenden und noch Tausende mehr.
      Religion besteht einzig aus Ängsten: Keine falschen Handlungen zu begehen, dass der Teufel sie holt, dass Gott sie nicht in sein Reich holen wird, weil sie das Toilettenpapier falsch herum aufhängen und noch Tausende mehr.
      Religion macht doch nicht frei von Zwängen und Ängsten. Keineswegs. Voller Zwänge und Ängsten sind Religionen.
      Man möge mich nicht falsch verstehen, meine Sichtweise der Dinge, und ich freue mich, wenn diese Häftlinge auf den richtigen Weg kommen.
      Ich habe für mich meinen richtigen Weg gefunden. Und der ist – trotz ohne Gott – nicht besser oder schlechter als derjenige der Gläubigen. Es ist eine absolute Frechheit von Gläubigen mir zu unterstellen ich sein ein schlechter Mensch und Gott werde mich bestrafen bzw. da mein Weg nicht über Jesus geht, mein Weg ins Nirwana führe.
      Warum sollte mich ein gütiger Gott bestrafen? Warum verlangt ein gütiger Gott ich müsse an ihn glauben um Erlösung zu finden?
      Ich hoffe, mach einer möge mich verstehen, dass mich der ganze Religionsquatsch nicht interessiert und daher nicht tief in diese Materie eingedrungen bin. Das wäre reine Zeitverschwendung gewesen. Und ich habe noch viel vor in meinem Leben.

  3. Da es keinen Gott gibt ist das alles nur Makulatur! Religión und Religioesitaet sind eine Geisteskrankheit, mehr nicht. Fuer viele von diesen Typen in diesen Knaesten waere der elektrische Stuhl das Heilmittel, aber nicht irgendeine Schwarte mit verruecktem Schrifttum.

  4. Interressant, dass nunmehr in der Tat harmlose Kommentare von der Redaktion zensiert werden. Behandlung und Bevormundung wie kleine Kinder sind kein gutes Zeichen.

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