Die Zeugenaussage von Fidel Zavala vor der Staatsanwaltschaft

Asunción: Die selbsternannte Paraguayische Volksarmee – Ejército del Pueblo Paraguayo (EPP) hatte Verbindungen nach Kuba, Venezuela und zu den Bewaffneten Revolutionären Kräften Kolumbiens (FARC). Fidel Zavala der vom 15. Oktober 2009 bis zum 17. Januar 2010 in Gefangenschaft der EPP war sagte gestern das erste Mal nach seiner Befreiung vor vier Staatsanwälten aus. Vor etwas mehr als einem Jahr wurden 550.000 US-Dollar von der Familie de Viehzüchters an die Geiselnehmer gezahlt. Fidel glaubte er würde sterben während seiner Gefangenschaft.

„Während meiner Geiselnahme lasen sie fast jeden Morgen über ideologische Themen. Sie zeigten mir Bücher über José Martí. An regenreichen Tagen und wenn es blitze machten die Schiessübungen mit Gewehren und Pistolen. Ich konnte sehen wer am besten von ihnen damit umgehen konnte. Es waren Osvaldo Villalba, Manuel Cristaldo, Magna Meza, Gabriel Zárate Cardozo und Nimio Cardozo. Ebenfalls machten sie Schwimmübungen in einem Teich. Gabriel Zárate sagte mir bei einer Gelegenheit dass sie auch Bombenlegen und entschärfen geübt hätten“, kommentierte Fidel Zavala zu den Staatsanwälten Sandra Quiñónez, Francisco Ayala, Federico Delfino und Guillermo Ortega.

Ein Treffen mit einem wichtigen Ausländer

„Ich konnte hören wie sie sagten sich Treffen zu müssen am 24. Januar 2010 mit einer wichtigen ausländischen Person. Die Munition lagerten sie in Plastiktüten und ihre Waffen reinigten sie wann es nur ging, mindestens einmal pro Tag. Sie sprachen oft darüber welche Waffen am besten wären. Für sie stand die AK 47 an erster Stelle, danach die Pistole Jericho und dass man diese in Venezuela für nur 300 US-Dollar bekommen könnte“, sagte er.

Verständigung der Geiselnehmer

„Die Kommunikation unter ihnen war mit Zeichen am einfachsten. Und wenn sie sprachen dann in Guaraní wie auch in Spanisch, ohne Unterschied. Ich konnte sehen wie sie mit HF Funkgerät mit meinem Bruder sprachen, sie hatten weiter Walkie Talkies und Handys mit eingebauten GPS sowie eine kleine Batterie um sein HF Funkgerät zu betreiben. Ein Solarpanel hatten sie ebenfalls um all diese Geräte aufzuladen. Ich sah auch zwei portable Computer und AM/FM Radios, mit welchen sie meine Geiselnahme verfolgten. Auf Kurzwelle ließen sie mich verschiedene Sender aus dem Ausland hören, darunter Radio Nederlands aus Holland, Radio Nacional aus Venezuela und Radio Havanna aus Kuba“, fügte er hinzu.

Sympatie für die Führer von Venezuela und Kuba

„Bei den wenigen Unterhaltungen die wir hatten konnte ich heraushören das Karl Marx, Fidel Castro, Hugo Chávez und die Farc ihre Idole sind. Ich diskutierte einmal mit Osvaldo Villalba und Alejandro Ramos über die Agrarreform in Paraguay. Ich sagte ihnen, dass mit gut gemachter Arbeit, Ehrlichkeit und einer Organisation über Kooperativen die Menschen aus der Armut kommen könnten und dass Gewalt, wie sie es für richtig halten, überflüssig wäre. Sie sagten mir, dass ich von ihrer Ideologie nichts verstehen würde weil ich reich wäre und somit auf einem ganz anderen Niveau als sie. Die Reichen leben schon immer von den Früchten der Arbeit ihrer Untergebenen.

Ausbildung in anderen lateinamerikanischen Ländern

“Manchmal benutzten einige Mitglieder der Gruppe Wörter, die nicht üblich sind im paraguayischen Sprachgebrauch. Mosco anstatt Moskito und Iguana anstatt Teju. Alejandro Ramos versicherte mir gegenüber in Kuba gewesen zu sein und sprach auch von anderen Kämpfern die da waren. Cristaldo Mieres sagte mir auch schon in Venezuela und Kolumbien gewesen zu sein. Sie erklärten mir was über ihre Art der Tarnschminke über Flaggen, Musik und geschrieben Werke und dass sie bald eine Internetseite beleben wollten“.

Der Hass der EPP auf die Oligarchen

„Ich kann mich daran erinnern, dass sie sagten viele ihrer Kämpfer sitzen hinter Gittern und wurden Opfer des kapitalistischen Systems. Sie so sagten sie, seinen eine gut organisierte Gruppe mit Doktrinen und Zielen. Sie sprachen davon eine Steuer von den landeigentümern verlangen zu müssen, um ihre Gruppe zu finanzieren. Sie erinnerten sich an Germán Aguayo als einen Soldat der im Kampf gestorben ist weswegen eine ihre Gruppierungen „Frente Germán Aguayo“ heißt. Sie erinnerten sich an Valeriano Serrano der Informationen an die Polizei weitergab und von Rubén Darío Bernal weil er sie hintergangen hat und somit die ganze Gruppe ins Wanken brachte. Sie sprachen vom Gouverneur Pavón, den sie wegen des Planes der Militarisierung von Concepción hassten. Ebenfalls redeten sie oft davon weswegen die Welt so wäre: Kapitalismus und das imperialistische Yankee System wären daran schuld“.

Er signalisierte dass nicht einmal der Präsident der Republik, Fernando Lugo vor den Kritiken der EPP retten konnte. „Sie redeten über alle Präsidenten, die das Land jemals hatte, schlecht. Sie würden nur das Geld des Volkes auffressen und niemals für ihre Fehltaten Strafe erhalten. Cristaldo Mieres sagte einmal, dass Lugo selbst auch ein Teufel wäre der das Volk hintergeht.

Farc war der Norden des EPP Kompass

„Für sie war die Farc die beliebteste Himmelrichtung, der Nordpfeil in ihrer Ideologie. Das was man über Drogen und die Farc sage wären nur Lügen. Öfters auch bezogen sie sich auf Chávez und den kubanischen Führer Fidel Castro als Beispiele denen man folgen sollte.
Warum er entführt wurde

„Einmal fragte ich sie warum gerade ich, warum das mir und meiner Familie passiert ist. Sie antworteten mir dass es zwei Gründe dafür gäbe: Zum einen wäre dies eine Nachricht an die oligarchische Klasse und zum zweiten müssten sie ihre Aktivitäten finanzieren. Sie haben sich aber auch über andere Familien informiert, unter ihnen Familie Robinson, Serrati, Zuccolillo, Cabezas und Wasmosy. Sie sagten auch dass sie Gruppe stark sei und sie machen könnten was sie wollen, sie bräuchten nur Angst säen.

Zavala gab zu um sein Leben gezittert zu haben und das seiner Angehörigen. „Ich erinnere mich, wie ich gewarnt wurde, dass ich nicht mit der Polizei oder der Staatsanwaltschaft rede. Ich sollte alles ruhen lassen. Genauso möchte ich sagen dass ich nach wie vor um mein Leben fürchte weil ich nach wie vor in der Zone arbeite.

Ich dachte sie erschießen mich

Zavala glaubte, dass er bei dem aufgezeichneten Lebenszeichen erschossen wird. „Das geforderte Lebenszeichen wurde mit dem Telefon von Osvaldo Villalba aufgenommen. Sie nahmen mich mit in die Berge, gut versteckt. An meiner rechten Seite waren Nimio Cardozo, Gabriel Zárate, und auf der linken Alejandro Ramos und Cristaldo Mieres, uniformiert und und mit Gesichtsmasken und Mützen. Ich erinnere mich wie sie eine Flagge der EPP hinter mir aufhängten, wie in einer Zeremonie. In diesem Moment spürte ich Angst weil ich dachte das sie meinen Tod filmen um für die Gesellschaft ein Exempel zu statuieren“, sagte er. Dieses Lebenszeichen erhielt der Bruder Fidels, Diego Zavala während der Geiselnahme.

Lebensmittelversorgung während der drei Monate

Der Viehzüchter sagte, dass sie die Lebensmittelvorräte von Personen geliefert bekommen hätten die mit dem Moped oder einem Pferd ankamen. „Es gab von allem etwas, gut sortiert für eine Geiselnahme, Bonbons, Kekse, Brot, Kuchen usw. und wenn das aus war gab es immer Reis mit Bohnen, manchmal Tag für Tag“, erklärte der Betroffene. Ebenfalls aßen sie wilde Tiere die sie fangen konnten oder geraubtes Fleisch vom Grundstück der Zavalas oder der Robinsons. Sie zwangen ihn zu essen, trotzdem verlor er während seiner Gefangenschaft 18 Kg Körpergewicht.

Er sagte dass es in einigen Camps auch Solaranlagen, Spaten, Axt und andere Utensilien gab. All diese Orte waren umgeben von einem Bombengürtel, damit nicht ein Polizist bid dahin vordringen kann. „Ich konnte Detonationsdrähte sehen und Personenminen Typ Claymore“, fügte Zavala hinzu.

„Ich glaube sie hatten Hilfe von Personen aus der Zone weil sie in einem Moment sagten, 12.000 US-Dollar zahlen zu müssen an jemanden der ihnen half das Grundstück zu sichern“, sagte Zavala gegenüber den Staatsanwälten.

„Ich glaubte meine Familie nie wieder zu sehen“

Gegenüber den vier Staatsanwälten sagte Fidel Zavala gestern, dass er um sein Leben fürchtete weil er auch psychologischen Spielen erlag. „Während meiner Gefangenschaft, als wir in Camps waren, redeten die Geiselnehmer untereinander, dass die Verhandlungen nicht vorangehen würden und das sie mich töten oder ein weiteres Familienmitglied entführen werden. In einem der Camps gruben sie ein großes Loch und zwischen den Spatenstichen sagten sie auch dass jetzt alles vorbei wäre und sie ihn töten müssten. Sie diskutieren miteinander was sie mit mir machen sollten. Ich dachte ich sehe meine Familie nie wieder. Eventuell waren es nur psychologische Spielchen aber es war sehr hart“, sagte er.

„Was mir klar im Gedächtnis blieb ist, wenn sie nicht zufrieden sein sollten mit dem Deal den sie bekommen würden sie mich töten und meine Reste würden versteckt werden damit sie niemand finden kann. Sie ließen mich auch mit meinen Händen Löcher graben, ich dachte es ist mein Ende“, kommentierte er.

Laufen nur mit Hundeleine

Fidel Santiago Zavala Serrati erklärte auch vor der Staatsanwaltschaft dass er in der zweiten Nacht seiner Gefangenschaft das erste Camp verließen (ständig waren sie auf dem seinem eigenen Grundstück) und zu einem Berg Namens Batea 2 liefen. Der Viehzüchter sagte dass sie eigentlich nur nachts gelaufen wären und dass er gefesselt war.

„Sie nahmen mich gefesselt an den Händen und am Gürtel mit. Ebenfalls wurde mir einen Hundeleine um gehangen damit ich nicht ausreisen kann. Vom zweiten zum dritten Camp wo wir auch nur zwei Tage verbrachten ging es dann zu einem Punkt Namens „Potrero Ybu“, wo wir etwa 12 bis 15 Tage verbrachten“, sagte er.

Cristaldo Mieres versendete SMS mit Drohung

Manuel Cristaldo Mieres, alias „Subkommandant Santiago”, der zweite in der Hierarchie der EPP drohte Fidel Zavala mit Textnachrichten nach seiner Befreiung.

„Konnten sie ab dem Tag der Befreiung normal wieder leben oder wurden sie erneut bedroht von Mitgliedern der EPP ?“, fragte die Staatsanwaltschaft.

Zavala Serrati antwortete: „Ich erhielt eine Textnachricht mit folgendem Inhalt „Bereite deine Klamotten vor, wir suchen dich erneut“. Er sagte, „dass die Phrase nur von Manuel Cristaldo Mieres sein könnte aus Gesprächen die er mit ihm führte“, signalisierte er.

(Wochenblatt / Abc / Foto: Abc)

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1 Kommentar zu “Die Zeugenaussage von Fidel Zavala vor der Staatsanwaltschaft

  1. „„Bei den wenigen Unterhaltungen die wir hatten konnte ich heraushören das Karl Marx, Fidel Castro, Hugo Chávez und die Farc ihre Idole sind. Ich diskutierte einmal mit Osvaldo Villalba und Alejandro Ramos über die Agrarreform in Paraguay. Ich sagte ihnen, dass mit gut gemachter Arbeit, Ehrlichkeit und einer Organisation über Kooperativen die Menschen aus der Armut kommen könnten und dass Gewalt, wie sie es für richtig halten, überflüssig wäre. Sie sagten mir, dass ich von ihrer Ideologie nichts verstehen würde weil ich reich wäre und somit auf einem ganz anderen Niveau als sie. Die Reichen leben schon immer von den Früchten der Arbeit ihrer Untergebenen.“

    Die EPP Führer und ihre Anhänger betrachten also materiellen Reichtum als etwas Vorgefundenes, der möglichst allen zugänglich sein sollte. Sie können darin nicht etwas erkennen, das unter Risiken durch Selbstdisziplin und Anstrengung erst geschaffen werden muss. Ihr Erfahrungshorizont reicht lediglich vom Einkaufsladen bis zur Mülltonne. Alles andere übersteigt ihren Gesichtskreis.

    Daran dürfte die Diktatur unter Strößner beigetragen haben und nach dem der aus dem Land gejagt wurde, die daran anschließende „Demokratie“. Die sich ja leider als Kleptokratie entpuppt hat. Schade…….

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