Digitale Fotos auf Dias – Relikt oder Alternative?

In den letzten Jahren sind immer mehr Geräte, Scanner oder Gestelle für Smartphones auf den Markt gekommen, um Dias zu digitalisieren. Viele werben damit, die Dias zu „retten“ – doch retten wir Dias wirklich? Digitale Speichermedien wie Festplatten und Speicherkarten haben eine sehr begrenzte Lebenszeit. Dias hingegen können bei richtiger Lagerung sehr lange halten. Doch auch sie haben eine begrenzte Haltbarkeit. Dennoch könnte man die Frage auch so stellen: Kann man Digitalfotos retten und sie zu Dias umwandeln?

Welche Möglichkeiten gibt es und wie sinnvoll ist es, Digitalkamera- und Handyfotos in Dias umzuwandeln? Im Folgenden Artikel befassen wir uns kurz damit, ob Sie digitale Fotos in Dias überführen können und welche Vor- bzw. Nachteile damit einhergehen.

Vor- und Nachteile von Dias

Diafotos bieten ein sehr naturgetreues Abbild. Echte analoge Diafotos bieten eine hohe Auflösung von rund 6 MP, sie können in Projektoren einfach als Großformat an die Wand geworfen werden und sie bilden die Natur sehr natürlich ab. Wenn Sie trocken, dunkel und gut gelagert werden, halten Dias mitunter länger, als einfache Speichermedien, was sie langlebig und natürlich auch ein wenig nostalgisch macht.

Auf der anderen Seite sind die Kontrastwerte eines Dias nicht ganz so gut. Das wird man beim Umwandeln von Digitalfotos zu Dias merken. So wird es schwierig, sehr dunkle Schwarzbereiche und helles weiß gleichzeitig darzustellen. Dies ist natürlich auch dem Umstand geschuldet, dass das Dia durchleuchtet werden muss. Tiefes Schwarz lässt sich daher nur schwer erreichen. Zudem sind Dias im Vergleich zu gedruckten Fotos oder digitalen Fotos deutlich preisintensiver.

Wie Digitalfotos zu Dias werden

Es ist nicht ganz so einfach, wie der umgekehrte Weg. Doch insbesondere, wenn Sie noch einen Diaprojektor von Braun, Leiz, Rollei, Leica oder einer anderen Firma haben oder einen neuen Diaprojektor kaufen möchten, kann es sehr sinnvoll sein, den Weg zu gehen. Grundsätzlich könnten Sie mit dem richtigen Foto-Equipment und einem sehr hochauflösenden digitalen Projektor oder Monitor selbst Digitalfotos abfotografieren und auf Dia bannen. Die meisten werden zuhause aber nicht das nötige Zubehör haben und sollten daher auf einen Profi zurückgreifen.

Zum Ablichten eines digitalen Fotos ist es erforderlich, mit einer guten Belichtung, sehr hohen Auflösung in dpi und hochwertigen Kameras zu arbeiten, um die maximale Schärfe, Farbdarstellung und einen guten Kontrast zu erreichen. Professionelle Labore arbeiten daher mit sehr hochwertigem Equipment, um die Fotos auf Kleinbilddiafilm zu bannen.

Nostalgie, Kunst und Haptik

Es ist im Vergleich zu rein virtuellen Bildern natürlich etwas komplett anderes, ein Diafoto in der Hand halten und in einen Projektor einlegen zu können. Ein klassisch-nostalgischer Dia-Abend sorgt für eine besondere Atmosphäre und lässt sich nicht mit dem Durchblättern einer digitalen Fotodatenbank über den Beamer vergleichen. Jedes Dia ist ein besonderes Foto und niemand wird sich Millionen von Digitalfotos auf Dia bannen lassen. Dias sind daher immer auch eine gewisse Essenz der besten Erlebnisse und Fotos. Entsprechend werden Dias heute auch sehr häufig in der Kunst eingesetzt. Wir empfehlen zudem, einen Anbieter auszuwählen, der mit einer professionellen und guten Diarahmung arbeitet, denn dies erhöht die Lebensdauer des Dias zusätzlich.

Kosten für das Umwandeln eines Digitalkamerafotos zu einem Dia

Im Vergleich zur Digitalisierung von Dias ist der umgekehrte Weg deutlich aufwändiger und damit auch deutlich teurer. Je nach Art des Dias, das Sie sich vorstellen und je nach Qualität und Ausgangsfoto kann es schnell zwischen 3 und 10 Euro pro Foto kosten, bis Sie das fertige Dia in der Hand halten. Entsprechend lohnt sich dieser Weg nur für Fotos, die einen hohen Wert haben.

Wenn Sie viele Fotos als Dia archivieren möchten, sollten Sie sich vorab mit verschiedenen Anbietern befassen und entsprechende Angebote einholen. Achten Sie auch darauf, wie Sie die Daten übertragen können, denn auch dies kann sich auf die Kosten auswirken. Am einfachsten ist es natürlich, wenn Sie die Bilder einfach hochladen und keine CDs oder andere Speichermedien per Post verschicken müssen.

Welche Probleme kann es beim Umwandeln von Digitalfotos zu Dias geben?

Die meisten Dias haben ein anderes Format als klassische Digitalkamerafotos. Gängig sind beispielsweise 4×4, 6×7, Superslide oder auch 6×8. Viele digitale Fotos sind jedoch in 4:3 oder 16:9 aufgelöst, was nicht den gängigen Diaformaten entspricht. Viele Anbieter erfordern daher, dass die Fotos vor dem Umwandeln passend zugeschnitten werden, damit keine schwarzen Ränder entstehen.

Zudem muss die Auflösung eines Digitalfotos ausreichend hoch sein, damit das Dia beim Projizieren später scharf ist. Ein Whatsapp-Foto kann nicht ordentlich in ein Dia umgewandelt werden. Unabhängig vom Format müssen die Bilder mindestens 4.250 Pixel hoch sein – für einige Formate brauchen Sie gar eine Auflösung von mindestens 6.144 x 8.192 Pixeln, was 50 Megapixeln entspricht.

Fazit zu digitalen Fotos auf Diafilm

Es ist möglich, mit hochauflösenden Fotos und professioneller Unterstützung digitale Fotos auf Dia zu bannen. Sie müssen aber mit hohen Kosten und einem höheren Aufwand rechnen, die Fotos für das Belichten auf Diafilm vorzubereiten.

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CC