Duty Free Zigaretten

Asunción: Die Einigung zwischen Präsident Mario Abdo und seinem Vorgänger Horacio Cartes steht im Visier und innerhalb ihres Paktes ist es notwenig nachzufragen, wie es um die Bekämpfung des Zigarettenschmuggels bestellt ist.

Abdo’s Kabinettsleiter, Juan Ernesto Villamayor, erklärte gegenüber Radio 730 AM, „dass es für die Abdo Regierung aktuell wichtig sei eine gute Administration an den Tag zu legen und das Mandat gut zu beenden, um 2023 eine Chance bei den Wahlen zu haben. Uns allen kommt eine gute Beendigung des Mandats entgegen, ungeachtet wie viele Zigaretten konfisziert werden (…)“.

Der Soziologe Carlos Peris analysierte die Machtlage und kann zu der Überzeugung, „dass die Regierung den Mächtigen in die Hände spielt und eine Art Zusammenarbeit durchgehen lässt, was die eigenen Taschen füllt und somit illegal ist. Tabakproduzenten sind Teil der Gruppe der Mächtigen, die ihre Wünsche zum Ausdruck bringen und ihnen die Möglichkeit geboten wird, weiterzumachen. Die Folge dessen ist eine Ausweitung der Produktion dank Protektion. Weder die Produktion noch der Verkauf werden kontrolliert“.

Wenn jemand fragt warum, heißt es immer weil das Unternehmen viele Arbeitsplätze hat und regelmäßig seine Steuern zahlt. Des Weiteren werden Dutzende Politiker dazu angehalten die illegalen Geschäfte einer Person schön zu reden oder in solch ein Licht zu rücken, dass breite Teile der teilweise dummen Bevölkerung dies als normal und richtig ansieht.

Die 2017 von Tabesa produzierten Zigaretten wurden zu 90% ins Ausland gebracht, während nur 10% den nationalen Markt sättigten. Dies nicht Schmuggel zu nennen ist lächerlich, da das legale Verlassen eines Produktes ins Ausland ein Export ist, der beim Zoll angemeldet werden muss. Das über den Itaipú See schippern ohne legale Dokumente ist kein legaler Export, ganz egal von wem umgesetzt.

Wochenblatt / El Independiente

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5 Kommentare zu “Duty Free Zigaretten

  1. Wer erinnert sich noch an die Aussage von Cartes: „Wer die Tabacsteuer erhöhen will, erklärt mir den Krieg“. Das gilt natürlich nicht nur für die Tabaksteuer, das gilt für alles, was seine Geschäfte beeinträchtigen könnten – und natürlich auch für alles, was seine Macht insgesamt beschneiden könnte.

  2. Die Damen und Herren des Obersten Gerichtshofs haben ihren Job dem Herrn Cartes zu verdanken. Das sind alles Amigos- und -innen. Selbst bei einer Anklage verläuft alles im Sand.

    1. Wäre ja ganz einfach, wenn man wollte. Die 90% der produzierten Zigaretten müssen ja von jemandem gekauft worden sein, der müsste belegen können, wo sie sind bzw. wohin sie verkauft wurden. Aber im Paraguy stellt man ja grundsätzlich keine Belege aus, sonst muss man gar am End noch Steuern bezahlen, was jeder meint, dass das eh alles in der Korruption landet und deshalb halt einfach nicht ausgewiesen wird. Außerdem würde auch ich dem Cartes seine Geschäftbücher prüfen, obwohl ich von Buchhaltung etwa so viel Ahnung habe wie ein paragauyanischer Automechaniker von Autos. Hauptsache ich bekomme ein paar Millionen US$ und mache mein O.K.-Unterschrift darunter und gut is. Dann ist mir eh egal, ob das paragauyanische Volk weiterhin über asphaltierte Mondkrater wackelt und sich hier nichts entwickelt. Dann ziehe auf die Bahamas, Isle of Man oder Delaware. Null Problemo, ehrlich.

  3. Die Cartes Zigaretten sind ein brasilianisches Problem und betreffen nur den Teil Brasiliens, der im Triple Allianz Krieg geraubt wurde. Sobald die Brasilianer das Land zurück geben ist es dort kein brasilianisches Problem mehr….. Problemlösung ganz einfach

  4. „da das legale Verlassen eines Produktes ins Ausland ein Export ist, der beim Zoll angemeldet werden muss“
    Ich bin nun kein Besserwisser, aber „Exportzölle“ sind mir meines Wissens bisher nicht untergekommen. Wer weiß mehr?

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