Ein altes Gesetz reaktiviert

Asunción: Allein die Ankündigung, dass der Grundwehrdienst wieder eingeführt wird, sorgte für einen Ansturm bei der Stelle für Wehrdienstverweigerung. Gestern wie auch heute bildeten sich lange Schlangen.

Wer seinen Militärdienst abgeleistet hat, brauch sich nicht kümmern, denn er hat dafür eine Bescheinigung. Alle anderen sehen nun Handlungsbedarf, denn ein Dienst in einer Kaserne könnte das Berufsleben durcheinander bringen. Auch wenn von Regierungsseite die Menschen beruhigt werden, dass keiner zahlen muss, der kein Geld hat, glaubt dem niemand, denn chaotischer hätte eine solche Wehrdienst-Ankündigung nicht sein können. Während einige von maximal 400.000 Guaranies Buße sprechen erwähnen andere Summen von 2.600.000 Guaranies. Obendrein macht Mario Abdo mit seinem Sohn Werbung für den Grundwehrdienst und ließ sich mit ihm und seiner neuen Frisur ablichten.

Studentengruppierungen, darunter viele Frauen, demonstrierten gestern nahe dem Präsidentenwohnsitz Mburuvicha Roga, wo sie mit Sicherheitskräften in Kontakt kamen. Über das warum sich Frauen daran beteiligten kann nur gemutmaßt werden: Eventuell wollen sie eine Art Gleichberechtigung und ebenfalls den Dienst an der Waffe ableisten.

Für Abdo und sein Kabinett ist die Message jedoch klar: Lasst uns die Tagediebe und Däumchen-Dreher von der Straße holen und sie einem berufsbildendem Dienst zuführen, bevor sie Drogen nehmen und eventuell in Beschaffungskriminalität verfallen. Für die Kinder reicher und gebildeter Eltern soll die finanzielle Ausstiegsklausel aus dem Grundwehrdienst die Kasse bereichern. Im Grunde genommen kein schlechter Gedanke, wenn er umzusetzen geht.

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4 Kommentare zu “Ein altes Gesetz reaktiviert

  1. Die allgemeine Wehrpflicht muss leider für viele junge Menschen die fehlende Kinderstube ersetzen. Sich waschen in der Früh, das Bett machen und die Kleider nicht auf dem Boden liegen lassen. Hunderte Kleinigkeiten die wohl der heutigen Jugend fehlen.
    Unterschiede je nach Bildungsstand hat es immer gegeben. Im Kaiserreich hatten die jungen Abiturienten oder Studenten eine nur einjährige Dienstzeit und Ausbildung zum Offiziersanwärter. Schon unter Stroessner gab es den CIMEFOR der die Wehrpflicht für Studenten auf die Ferienzeit beschränkte und bei Bestehen zum Unterleutnant führte.

    http://www.abc.com.py/tag/cimefor-36791.html

    Bei neuen Angestellten merkt man sofort wer seine Wehrpflicht erfüllt hat durch sicheres und respektvolles Auftreten nicht nur gegenüber den Chefs sondern auch gegen die Untergebenen. Also wesentlich besser Berufsaussichten.

  2. Was Regt man sich auf.
    Entweder man leistet seinen Grundwehrdienst,Augen zu und durch, oder, man holt sich eine Kelle und macht bis zur Rente.Was hat er/sie sich als Berufssoldat/in aus zu stehen,Geld stimmt,Urlaub stimmt,die Arbeit ist Sicher bis zum Ruhestand da.
    Richtig ins Feld gehen auch nicht,das nur 2/3 wieder Heim kommen.Sie schieben ja nach Ausbildung eine ruhige Kugel!

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