Ein Arzt für 1.600 Versicherte

Paso Yobai: Das Institut für soziale Vorsorge (IPS) soll sich eigentlich um das Wohl der Versicherungsnehmer kümmern. Jedoch scheinen sich immer mehr Probleme anzubahnen und Lösungen kaum umsetzbar zu sein.

In dem IPS Krankenhaus von Paso Yobai, Guairá, ist ein Arzt vorhanden, der aber nur an drei Tagen in der Woche Sprechstunden vornimmt. In dem Bezirk gibt es 1.600 Versicherungsnehmer. Unterstützt wird der Mediziner von einer Krankenschwester und Apothekerin. Es gibt jedoch seit mehreren Monaten ein Defizit an Arzneimitteln. Vor Ort ist auch ein Krankenwagen stationiert, der akute Notfallpatienten nach Melgarejo, Independencia oder Villarrica transportiert.

Die größte Schwierigkeit der Versicherungsnehmer in der Zone ist der Mangel an den ärztlichen Sprechzeiten, die nur Montag- und Dienstagnachmittag sowie am Mittwoch jeder Woche möglich sind. An den anderen Tagen ist “krank werden verboten“.

Lourdes Rios, die Apothekerin von dem Krankenhaus, erklärte, dass “viele Patienten eine Konsultation vornehmen. Jedoch können wir nicht viel tun, weil es keine Fachärzte gibt und nur drei Tage in der Regel ein Mediziner vor Ort ist“. Bezüglich des Arzneimittelbestands erklärte Rios, dieser sei vor Kurzem sehr gut gewesen nun aber gebe es ein Defizit von 50%.

„Jedes Mal, wenn ich hierher kam, erhielt ich die geforderten Medikamente, nun aber fehlen die meisten“, sagte Daniela Salinas, eine Versicherte vom IPS.

Sie fügte hinzu, nun in die Kolonie Independencia oder nach Villarrica fahren zu müssen. Das würde erhebliche Kosten verursachen und der Zeitverlust sei enorm.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Ein Arzt für 1.600 Versicherte

  1. Ja wo ist denn da nun in diesem Fall die oftmals so gelobte USA?
    Sie liefern gerne Kriegsgerät und Waffen (und KREDITE), wie man liest, aber wenns tatsächlich mal wichtig wäre,zB. ausgebildete Ärzte oder Medikamente, da kommt nichts?

  2. also dafür ist die USA dann auch noch weltweit zuständig. Und nach dem eigenen Staat wird erst gar nicht gerufen. Solch pubertäre Kommentare gehören jetzt wirklich nicht ins Wochenblatt.

  3. Wenn Sie wissen wie viel Prozente vom Lohn der Arbeitsgeber und der Arbeiter JEDEN Monat dem IPS abgeben muessen ist es eine Schande wie der IPS mit den Versicherten umgeht! Das Geld wo einbezahlt wird verschwindet in Loecher und fragwuerdigen Imobilien, wie frueher mal das Hotl Guarani in Asu. wos keiner mehr wollte gehoerte es ploetzlich dem IPS. Fragt nicht wie viel zu hoch der Uebernahmepreis war.

    1. …und ein Drittel der Aerzte erscheinen nie oder fast nie am Arbeitsplatz. Kein Fake, sondern eigene Erfahrung.
      Nicanor hat zu Beginn seiner Präsidenten-Amtszeit persönlich durchgegriffen, ist am Morgen am Personaleingang der IPS gestanden, um hierauf alle Sünder rauszuschmeissen. Ist ihm aber nicht gut bekommen, denn er musste alle seine Massnahmen zurück buchstabieren.
      Die IPS ist also eine normale staatliche Institution in Paraguay: Klau, Betrug, Diebstahl, Faulheit.

  4. Die Zahl 1.600 scheint nur für den ersten Moment hoch.
    Bei 300 Arbeitstagen hat der Artzt ein Klientel von weniger als sechs Versicherte pro Tag. Nun gehe ich mal davon aus, dass nicht immer alle Versicherten das ganze Jahr krank sind. Ist die Hälfte krank, hat der Arzt 3 Patienten am Tag.
    Ist das zuviel verlangt? Wie es aussieht, ja.
    Deutschlandweit kamen 378.607 berufstätige Ärzte auf 82.175.684 Einwohner (Stand: 31.12.2016).
    Das sind 217 Versicherte pro Arzt, also im Schnitt nicht mal ein Patient pro Arbeitstag, sofern alle krank wären. Da wundert es mich nicht, dass die Krankenkassen ständig die Beiträge erhöhen müssen.

  5. Hinzu kommt, das die Hälfte der in IPS angestellten Ärzte nur stempeln lassen und garnicht zur arbeit erscheinen, sondern in 1 bis 4 privaten Praxen oder Kliniken praktizieren. Und Christian, warum sollte die USA Medikamente oder Medizinische Geräte schicken, was diese allerdings schon mehr fach gemacht haben, wenn diese Sachen vom Personal oder der Leitung privat weiter verkauft werden.

  6. Von den vor 2 oder 3 Jahren geschenkten 1400 Krankenhaus Betten, von Spanien und Deutschland, existiert auch nicht mehr viel.

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