Ein Foto von dem Engel des Todes in einer deutschen Kolonie

Obligado: Das Foto zeigt einen weißen Mann, bartlos, Hände in den Hosen und freundlich lächelnd. Wenige wussten, dass er der Engel des Todes war.

Das Bild wurde in den Jahren 1954 und 1955 von dem Fotografen Franz Hultreich, in dem Haus des deutschen Einwanderer Juan Francisco Münzberg-Kornke, in Obligado, Itapúa, aufgenommen. Die Tochter, Maria Münzberg, hob das Foto auf. Sie war damals ein neunjähriges Mädchen.

Münzberg lebt derzeit in Capiatá und sorgt dafür, dass der Mann auf dem Foto immer präsent bleibt und für Geschichten sorgt. Es ist Josef Mengele, der Nazi-Arzt, der damals seine Heimat besucht.

Das Foto ist Teil eines Buches, das Offenbarungen über Mengele in Paraguay enthält.

Die Daten über die Existenz des Fotos wurden von dem Journalisten und Schriftsteller Reinaldo Becker Dietze, der in Obligado lebte, veröffentlicht. Er wusste als erster über das Vorhandensein von Mengele in der Region. 1985 verfasste Dietze einen Artikel in der Zeitung Hoy darüber.

Es gab noch andere Fotos von Josef Mengele, die in Itapúa aufgenommen wurden. Der belgische Fotografen Alfons Dierckx hatte angeblich weitere Aufnahmen gemacht. Jedoch sollen diese auf Anordnung des Kolonisten Alban Krug vernichtet worden sein, um so dessen Präsenz zu verschleiern.

„Ich habe 1985 den Fotografen Alfons Dierckx interviewt, der SS-Soldat war und bestätigte, dass er Mengele im Haus von Alban Krug getroffen hat. Jedoch soll dieser zwar mehrere Fotos gemacht haben, diese mussten aber vernichtet werden. So ist dieses Foto, das Maria Münzberg in ihrem Besitz hat, das einzige, das zumindest das, was wir wissen, in Erinnerung hält“, sagt Reinaldo Becker Dietze.

Es gibt Berichte, dass andere deutsche Kolonisten in der Gegend von Obligado mehr Fotos von Mengele in Besitz haben, dies aber lieber geheim halten wollen.

Wochenblatt / Ultima Hora

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9 Kommentare zu “Ein Foto von dem Engel des Todes in einer deutschen Kolonie

  1. Wenn man sich diesen Burschen so ansieht, könnte man hinter ihm keinen derart brutalen und eiskalten Verbrecher vermuten. Sogar mit Doktortitel und sicher intelligent. Daran erkennt man, daß Intelligenz und gutes Aussehen nichts mit Moral und Anstand zu tun haben. Oft waren die intelligentesten Menschen mit einem hohen IQ die größten Psychopathen und Verbrecher.

  2. Der Mann ist tot,Schluss aus Ende.Ich kanns schon nicht mehr hoeren.Immer dieses zurück blicken,der und der war hier.Nach vorn,die Welt hat andere Probleme.

  3. Doppelklickathlet

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    Ich denke mal, dass in den Jahren 1954 und 1955 viele eben noch gar nichts von den Gräueltaten der Nazis und dieses Mengeles wussten, vor allem nicht in Südamerika. Er wird ja wohl nicht jedem unter die Nase gehalten haben was er getan hat. Ich denke, hätten viele gewusst was er getan hat, so wäre Mengele auch für diese Menschen nur noch eine Bestie gewesen. Man kann das nicht mit dem Vergleichen, was man heute über ein halbes Jahrhundert später weis vergleichen. 1954 war die Geschichte noch lange nicht so aufgearbeitet wie heute. Insbesondere hat sich Deutschland – ganz im Gegensatz zur humanitären und weltoffenen Schweiz, wieder insbesondere ihre aus dem Trog des Steuerzahlers essenden Funktionäre – um die Geschichtsaufbereitung bemüht, was in der Schweiz von gewissen Kreisen der Schwarzen Volkspartei SVP im Dunstkreis vom Blöcher, Mörgeli und der Träne ausm Aargau bis zum heutigen Tag nicht für nötig empfunden wird.

  4. man muss aus der Geschichte lernen….. daher sind ständige Erinnerungen notwendig…. MENGELE war eine Ratte… das darf man nicht verharmlosen…. leider bekam er von den Deutschen Botschaften in Asuncion, Buenos Aires …. seine Pensionsschecks auch noch ausgehändigt…… nicht umsonst wurde der Reichsaussenminister als erster in Nürnberg aufgehängt… und bis heute haben sich die Hochstapler im Auswärtigen Amt nicht gereinigt…. nennen sich Aussenminister, obwohl wir kein Aussenministerium haben, sondern nur ein Auswärtiges Amt…. der jetzige Hochstapler
    ist also nur ein Behördenleiter… und das aus guten Gründen, denn seine Sklaven (Botschafter genannt, Konsul genannt) wurden alle nicht gewählt…… sogar ein Landes- Innenminister muss mit gewählten Bürgermeistern, Landräten, Oberbürgermeister…. verhandeln…. wir haben eine korrekte Sprache und sollten sie auch anwenden…

  5. Stefan Krasulsky

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    In Paraguay kann man bestimmt noch eine Menge Dinge nachträglich klären, wenn man mag …

  6. Es war ja Krieg, im Kriegszustand ist ja fast alles erlaubt. Daher vergesst mal alles was da falsche Informationen geplappert wird und werden.
    Macht Euch sorgen für die Zukunft, der nächste Krieg, wird viel schlimmer werden.

    1. Genau, die anderen, die sich alle für Gutmenschen, für die Verteidiger drr Demokratie und der Menschenrechte halten, haben selbst mehr als genug Dreck am Stecken. Man sollte die Ursachen der Weltkriege nicht vergessen. Wenn ein krieg beendet ist, ist er noch lange nicht beendet. So wurden nach dem 2. Weltkrieg Millionen Deutscher umgebracht, eben von diesen Gutmenschen.
      „Die Briten sind besessen von den Nazis. Es gibt mehr als dreißigtausend Hitler- und Nazi-Bücher. In den Videospielen kommen mehr Nazis vor als jemals Menschen auf dieser Erde gelebt haben. Wir sollten die Zeit endlich hinter uns lassen. Sie gilt auch für Entschuldigung eigenen Fehlverhaltens.
      Quelle: Simon Jenkins, The Guardian, UK

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