Ein Gesundheitsminister auf Abwegen

Asunción: Wenn ein Minister für Gesundheitswesen das Rauchen als ungefährlich einstuft, um seinem ehemaligen Arbeitgeber treu zur Seite zu stehen, wirkt dies unecht. Ärztevereinigungen laufen Sturm.

Dr. Antonio Barrios, Minister für Gesundheitswesen und ehemaliger Leibarzt der Familie Cartes sowie Kandidat für den Senat, scheint einst Treue geschworen haben, einen Tabakmagnaten gegen alles und jeden zu beschützen.

„Paraguay ist das Land in Südamerika, wo Rauchen am wenigsten verbreitet ist“, lautet ein gestern veröffentlichter Bericht des Gesundheitsministeriums, indem Die Folgen des Tabakkonsums gleichgesetzt werden mit Übergewicht und mangelnde Bewegung.

“Der Gesundheitsminister Dr. Antonio Barrios rät dazu die Prozentsätze der Steuererhöhung genau zu untersuchen, die angewandt werden sollen, wenn, dann nicht nur für Tabak, sondern auch alkoholische Getränke und zuckerhaltige Erfrischungsgetränke. Die Studie was eine Steuererhöhung in besagtem Bereich wirklich bringt ist von hoher Wichtigkeit für die Ökonomie des Landes“, heißt es darin weiter.

“Die paraguayische Gesellschaft der Lungenfachärzte informiert die Öffentlichkeit darüber, dass die Beweise über die Risiken von Tabak und seine Beziehung zu Krebs und multiplen Krankheiten umfangreich und von bemerkenswerter Qualität sind und dass die Äußerungen des paraguayischen Gesundheitsministers nicht wissenschaftlich fundiert sind und im Kampf gegen diese Geißel schädlich sein können, wenn sie nicht verantwortungsvoll aufgeklärt werden“, ließ die Vereinigung in ihrer Stellungnahme verlautbaren.

Wochenblatt / Última Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

4 Kommentare zu “Ein Gesundheitsminister auf Abwegen

  1. Wie ich immer andeute, Ursachenforschung nicht Symptom beklagen. Es gibt keine Politik mehr, sie ist ein Teilbereich der Wirtschaft so wie heute alles. Man wird geboren als Steuernummer und Kunde. Wer dann auch noch heiratet, selber Kinder in die Welt setzt und Haus baut, der kann schon die Abrechnung machen.
    Der einzige Unterschied, der mir zwischen Mitteleuropa und Paraguay auffällt, ist dass die Leute hier unbekümmerter sind. Frei nach dem Motto, es weiss jeder, dass es ein Theater ist, also braucht sich doch niemand aufregen.
    Bei uns gibt es zu diesem Theater zusätzlich noch eines, nämlich das „So tun als ob“. Dieses bewirkt, dass die Politik noch teurer ist, als in Paraguay.
    Einfaches praktisches Beispiel: Ein politico paraguayo muss einen Furz lassen, daher tut er das eben. Der etablierte politisch korrekte, druckt herum, erfindet dann eine ausrede um ins Hinterzimmer zu verschwinden und tut es dort. Mientras eso bilden sich auf Facebook und Twitter oder whats up theorias de conspiracion ob hier nicht eventuell ein Pups gelassen wurde. Dieses wird aber vom wieder erschienenen EPK aufs heftigste dementiert.
    Trotzdem kann es aber sein, dass dieser Abgasskandal den Politiker noch erlegt und das Frauenministerium sagt, dass so etwas nicht passieren kann, wenn für Männer ein Politikverbot eingführt wird.
    Wir müssen uns also eingestehen, dass es ohne Alkohol und Zigaretten nicht geht und es gibt tatsächlich ungesünderes als das.

  2. Laut neuen wissenschaftlichen Studien ist Feinstaub und atmosphärisch radioaktiver Niederschlag ein höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken

  3. Laut neuen wissenschaftlichen Studien ist Feinstaub und atmosphärisch radioaktiver Niederschlag ein höheres Risiko an Lungenkrebs zu erkranken als rauchen.

Kommentar hinzufügen