Ein Haus aus Plastikflaschen

Encarnación, Itapúa: Ein Stadtrat geht neue Wege. Er benutzt alte Plastikflaschen und füllt diese mit den verschiedensten Materialien, unter anderem Batterien. Nun entsteht damit ein Haus auf seiner Estancia.

Der Rohbau ist schon fertig. Horacio Goncalves aus dem Gemeinderat von Coronel Bogado im Departement Itapúa ist leidenschaftlicher Verfechter für den Schutz der Umwelt. Bei dem Bau des Hauses werden nur anorganische Abfälle, wie Batterien, Glas und Kunststoff verwendet. Damit werden dann die Plastikflaschen gefüllt. Goncalves will damit das Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung der Abfallentsorgung erhöhen, vor allem der anorganischen.

„Auf einer Reise nach Ecuador habe ich dieses System gesehen. Seitdem sammelte ich Flaschen, damit so etwas auch in der Gemeinde möglich ist“, sagte der Stadtrat.

Er erklärte, dass bis heute über 1.600 Kunststoffflaschen mit Plastiktüten, Batterien, Glas und anderen schädlichen Stoffen für die Umwelt verbaut worden seien. Noch weitere 900 Flaschen wären vonnöten, damit der erste Raum mit einer Dimension von 12 m² fertig würde. Die Wände wären in etwa 45 cm dick. Noch ein weiteres Zimmer entsteht danach. Das Haus dient als Unterkunft für einen Aufpasser der Estancia.

„Mit diesem System könnten Häuser, Mauern, Straßen und andere Strukturen errichtet werden. Das ist eine wirtschaftlich und auch eine sichere Bauweise. Ich sammele immer Flaschen und konnte nun meine Nachbarn und Verwandten ebenfalls dazu animieren. Das Befüllen mit anorganischen Abfällen erfordert aber Geduld“, sagte Goncalves. Er fügte an, das System hätte sich auch schon in anderen Ländern bewährt, die eine hohe Umweltverschmutzung hätten. Auch hier im Land würde dieses Vorhaben immer mehr Anklang finden.

Quelle: Ultima Hora

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7 Kommentare zu “Ein Haus aus Plastikflaschen

  1. Wow, ich bin begeistert.
    So eine gute Idee und erst noch von einem Gemeinderat.
    Eines der wenigen Plastikarten, die es sich lohnt um Häuser zu bauen sind PET-Flaschen. Dieser „reinen“ Sorte an Kunststoff würde sonst für die Herstellung von Turnschuhe u.a vergeudet.
    Aber die Flaschen auch noch mit „Plastiktüten, Batterien, Glas und anderen schädlichen Stoffen“ zu füllen ist nun wirklich die beste Idee des Jahres 2016. Immerhin besser als sie zu verbrennen oder irgendwo hin zu werfen, wie der Normalfall in Paraguay nun einfach mal ist.
    Weil sich kein Kapital aus „Plastiktüten, Batterien, Glas und anderen schädlichen Stoffen“ schlagen lässt bemüht sich sogar die Politik Encarnacións dafür – außer Asunción ein wenig – alte Batterien zu recyclen.
    „Plastiktüten, Batterien, Glas und anderen schädlichen Stoffen“ sind anorganisch! Glas wird – zumindest in Paraguay – meist aus „anorganischem“ Silizium und Plastiktüten aus „anorganischen“ Polymeren hergestellt.
    Silizium ist mehr demnach „anorganisch“-mineralisch.
    Bin mir aber nicht sicher, werde deshalb meine Cuñada fragen, sie ist paraguay’sche Lehrerin, sie weiß das bestimmt, sie verbrennt auch jeden Freitag die Latas (Bierbüchsen), die ihr potenter Mann sonntags entsorgt und dann Montag bis Freitag im Kinderspielplatz herumliegen, bis er gekehrt wird.
    Synthetische Polymere sind Daumen * Pi selbstverständlich „anorganisch“. Er meint wohl die ge(b)rauchte Yerba, die er auch noch rein füllt.
    Demnach werde ich von jetzt an meine anorganischen „Plastiktüten, Batterien, Glas und anderen schädliche Stoffe“ im Garten kompostieren und bald meine Karotten im Mariscal Lopez Gemüsemarkt verkaufen.
    Das Glas schadet sicher niemandem groß, wenn die PET-Flaschen in wenigen Jahren in dieser starken Sonneneinstrahlung einmal zerfallen sein werden, da hat es bloß ein paar Glasscherben mehr in der Gegend zum Darüberlaufen.
    Aber bis dahin gibt es in Paraguay bestimmt schon ein Recycling-System, es muss nur noch durch die bien educados Aluminis de la Universidad Católica in Asunción erfunden werden.
    Im Weiteren ist die PET-Flaschen-Form wirklich passend für Mauerbau. So eine PET-Flasche passt doch Passgenau auf die andere.
    Zement klebt bestimmt gut an Polyethylenterephthalat (PET), für einen stabilen Hausbau sollten Zement und Ziegelsteine eine chemische Reaktion auslösen, deshalb wird noch etwa rote Erde und Spucke dazu gemischt.
    Um auch die tolle und hoch geschätzte Kindergartenmusikgedröhne bis 4 Uhr morgens der Nachbarn auszuhalten sollten 45 cm dicke PET-Müll-Mauern beste Isolation bieten.
    Toll, was man sich mit dem Gehalt eines Gemeinderats alles leisten kann. Sogar ein Haus.
    „Horacio Goncalves aus dem Gemeinderat von Coronel Bogado im Departement Itapúa ist leidenschaftlicher Verfechter für den Schutz der Umwelt.“
    Man erkennt, mit intensiver Leidenschaft und viel intensiverer Beschäftigung und ebensoviel Informationssuche auf Facebock über die Materie Umweltschutz, zB. wie das die Gringos und Yankees machen, könnte es auch mit dem Umweltschutz klappen, wenn sich diese super Idee erst einmal in Paraguay etabliert hat.

  2. In der Tat wirkt dieser Artikel wie ein Hohn. PET-Flaschen als Baustoff?
    „Mit diesem System könnten Häuser, Mauern, Straßen und andere Strukturen errichtet werden. Das ist eine wirtschaftlich und auch eine sichere Bauweise“

    Hat er eigentlich ueberlegt, was er da sagt?
    Bezeichnend uebrigens, dass der Stadtrat da nicht selbst drin pennt, sondern fuer eines seiner Tageloehner auf der Estancia gedacht ist.

    1. Finde die Idee super, endlich ein Mensch der denken kann! Ich werde ab sofort dieses System patentieren lassen vor diesem Gemeinderat, dann verdiene ich endlich gutes Geld in Paraguay und muss nicht laenger hungern Mein Geschaeft das ich bis heute betrieben habe, funktioniert schlecht… ich hatte eine neue Huehnerfarm eroeffnet mit der Hoffnung diese Huehner wenn sie gross sind gewinnbringend zu verkaufen… hat nie funktioniert… habe am anfang 1000 Kuecken gekauft, jedoch habe ich diese Kuecken zu tief gepflanzt… sind mir alle eingegangen.. (gestorben)

  3. Und was ist daran jetzt „entsorgt“?
    Da kann man ja auch einfach die Müllhalde ummauern, um den gleichen Effekt zu erzielen – und hat bedeutend weniger Aufwand.

  4. Also ich finde die Idee toll. Wenn ich mal Brot habe, das zu trocken geworden ist, werde ich daraus auch ein Haus bauen. Bei der Sonne hier, wird das Brot doch immer trockener und ist dann auch ein toller Baustoff. Als Kleber verwende ich natürlich reines Wasser, ist dann so richtig Öko. Tja, vom Paraguayer lernen, heißt Siegen lernen 😉

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