Ein Mann lebt in Ketten

Liberación: In der Kolonie Jejui, Departement San Pedro, braucht eine Familie ärztliche Unterstützung. Sie fehlt aber gänzlich. Angesichts dieser Schwierigkeiten muss ein junger Mann in Ketten leben.

Silvia González, eine Schwester des Erkrankten und ihre Familie kämpfen mit widrigen Umständen. Ihr Bruder Daniel (26) hat eine psychiatrische Erkrankung, die sehr ernste Züge angenommen hat. Er muss dauerhaft angekettet werden und braucht ständige Pflege. Nachbarn unterstützen die Betroffenen ebenfalls. Der Vater berichtete, schon seit sechs Jahren habe der Sohn Probleme. Während dieser Zeit sei er nur drei Mal in neuropsychiatrischer Behandlung gewesen.

Die Mutter des 26-Jährigen, Felicia González, leidet auch unter psychischen Störungen. Sie unterzog sich keiner Behandlung, denn das Geld für Medikamente ist nicht vorhanden.

Die Probleme bei dem 26 Jahre alten Mann tauchten auf, als er im dritten Jahr auf der Universität war. Davor verlief sein Leben ganz normal. Er wird nun angekettet um ihn an der Flucht zu hindern. Die Straßen in der Kolonie würden sonst eine tödliche Gefahr darstellen. Schon mehrmals brach der Kranke aus. Zum Glück wurde er von Nachbarn wieder zurückgebracht.

Silvia González erklärte, die notwendigen Medikamente würden 280.000 Guaranies kosten und nur für einen Monat ausreichen.

Mehrmals nahmen die Betroffenen Kontakt mit der Gemeinde und Politikern auf. Eine Reaktion erfolgte aber nicht. Die Familie lebt in armen Verhältnissen, ohne Strom und fließendes Wasser, in einem prekären Holzhaus.

Quelle: ABC Color

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3 Kommentare zu “Ein Mann lebt in Ketten

  1. Hoert sich an, dass der Junge an Epilepsie leidet. Und sie ketten ihn an, wie ein aggressives Tier.
    Weniger Wuerde geht nicht mehr. Absolut schlimm muss das fuer die Familie sein.
    Es gibt Medikamente, die die Symptome soweit unterdruecken, dass ein „normales“ Leben moeglich ist.

    Hier muss der Staat im Gesundheitssektor Budget einplanen, ich bin sicher wenn man die widerlichen Planilleros rausschmeissen wuerde, waere schon einiges da, zumindest fuer Medikamente.

    Leider steht nirgendwo im Artikel, wo man spenden kann.

  2. Nachtrag zu meinem obigen Kommentar: Dazu passen gut FS-Nachrichten von heute. In den IPS-Krankenhäusern sind seit Tagen keine Medikamente zur Krebsbehandlung vorrätig. Entweder die Krebsbehandlungen fallen nun aus, oder die Patienten müssen selbst sehen,woher sie die notwendigen Medikamente beziehen. Die Medikamente für eine Krebsbehandlung verschlingen einige Millionen von GS im Monat. Für einen Normalbürger unerschwinglich – was bleibt ist die Aussicht auf den Tod. Oder: Eine Patientin sollte als Notfall von einem Krankenhaus zu einem anderen transportiert werden. Laut dem Krankenhauspersonal kostet der Krankentransport GS 300.000, was die Angehörigen leider nicht bezahlen konnten. Daher versuchten sie ihre Angehörige mit dem Bus in das andere KH zu transportieren – unterwegs verstarb die Angehörige. Laut KH.Leitung wäre der Krankentransport von einem zum anderen KH kostenlos! Ergo: Das „verantwortungs- und liebevolle“ Personal wollte vermutlich die angeblichen Transportkosten in die eigene Tasche schieben. Schlimme Zustände sind das! Das muß einfach offen ausgesprochen werden dürfen ohne daß einem mit Ausweisung von seiten der eigenen Landsleuten gedroht wird!

  3. Das ist ja nun kein Einzelfall. Immer wieder hört man von ähnliche Vorkommnissen. So wird man hart mit der Wirklichkeit konfrontiert, daß Paraguay eben zur Dritten Welt gehört. Es liegt vieles im Argen, doch wo soll auch das Geld her kommen, um das alles beheben zu können? Ich schrieb es erst kürzlich in einem Kommentar: Wenn man als Maßstab für das Wohlbefinden in Paraguay nur das meist schöne Wetter, die vordergründige Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen sieht, scheint alles wunderbar und optimal zu sein. Das wurde mir von eingefleischten Paraguay-Verstehern sehr übel genommen. Doch an das Altern und an schwere Krankheiten darf man gar nicht erst denken. Wohl dem, der über ein gutes finanzielles Polster oder sichere lfd. Einnahmen verfügt, denn die hiesigen Krankenversicherungen sind einfach zum vergessen. Doch beides nützt wenig, wenn er/sie als Einwanderer ohne Angehörige hier lebt. Augen zu und durch?

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