Ein neues Asunción nach dem Vorbild von Miami?

Asunción: Am Wasser liegen beide Städte jedoch scheint dies derzeit auch die einzige geografische Gemeinsamkeit zu sein. Aus diesem Grund und weil eine positive Veränderung dringend Not tut wurden Städteplaner, die schon in Miami erfolgreich planen und umsetzen durften, nach Asunción eingeladen.

Den Architekten Judith Bell und Xavier Iglesias von der Duany Plater-Zyberk & Company obliegt es nun, aus Nuestra Señora del la Asunción ein Miami Beach zu machen, unter Berücksichtigung des historischen Stadtkerns.

Die amerikanischen Urbanisten, die nur als Ratgeber für die Hauptstadt in Erscheinung treten, sagten bei einer Pressekonferenz, „dass die Menschen den Städten leben geben und wenn ihnen der Platz ausgeht meistens nach oben gebaut wird“.

Nach diversen Besichtigungen und Rundflügen in Hubschraubern kamen sie zu folgendem Ergebnis.

Judith Bell sagte dazu, dass es notwendig ist Steuermodelle anzupassen, dass wieder mehr Menschen im Innenstadtbereich leben, studieren und arbeiten. Damit dies geschieht muss natürlich erst einmal investiert werden.

Als Vorbild gilt das Projekt Miami 21, welches zum Beispiel Mischgebäude vorsieht, in denen Geschäfte im unteren Teil und Wohnungen im oberen Teil Platz finden. Sie empfahlen Asunción eine Richtung wie Miami Ende der 80er Anfang der 90er Jahre als die Stadt wieder zu leben begann nachdem einige wichtige Entscheidungen getroffen wurden.

Seit seiner Gründung im Jahr 1980 hat Duany Plater-Zyberk & Company Designvorschläge für über 300 Städte abgegeben, von denen die Mehrzahl umgesetzt wurde. Ihre Arbeit hat den nordamerikanischen Planungsstil merklich beeinflusst. Die architektonischen Leistungen brachten viele Preisträger unter den Angestellten hervor.

(Wochenblatt / Abc / Última Hora / Foto: Wikipedia)

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11 Kommentare zu “Ein neues Asunción nach dem Vorbild von Miami?

  1. Renoviert bitte Asuncion mit seinen schönen historischen Gebäuden , nichts Modernes dazu , dann ist Asu atraktiv,also bitte keine Amerikanischen oder Europäische Architekten einladen dann gibt es nur glatte Betonbauten.

  2. Wir sollten nicht so negativ denken. Nur immer kritisieren und das Haar in der Suppe suchen. Ganz im Gegenteil, wir sollten uns über solche Neuigkeiten freuen. Mit Miami werden wir sicher nicht gleichziehen, nein, wir werden es überholen. Asuncion hat das Zeug dazu der Nabel von ganz Amerika zu werden.

  3. Also ich finde es gut dass sich die Stadt Asuncion Rat bei Leuten such welche etwas davon verstehen. Vier Augen sehen immer mehr als zwei. Allerdings ist Miami eine Stadt in einem Bundesstaat der USA, welcher eine grössere wirtschaftliche Leistung erbringt als ganz Paraguay. Sehr viele Faktoren sind in Asuncion einfach anders als in Miami.
    Fraglich bleibt, ob die Menschen auch wirklich da wohnen würden, wo sie arbeiten. In der Schweiz wohnen die Superreichen nun mal lieber am Züri- oder Genfersee, dafür fahren sie zwei Mal am Tag 20 bis 30 Km weit.
    Die Wissenschaft sagt, dass Städte am besten rund wären. Strassen bilden Ringe mit Querverbindungen, was kürzere Wege für den Verkehr bedeuten würden. Produktionsstädten und Diensleistungen müssten dabei im Kernbereich liegen, Wohnräume müssten ausserhalb der kernnahen Kreise liegen.
    Ganz ohne Mobilität wird es wohl auch trotz papierfreiem Büro nicht gehen. Aber es ist eine Illusion zu meinen, die Menschen würden in den Wolkenkratzern auch wohnen. Viel zu teuer.
    Ich bin überzeugt, obwohl ich noch nie in Miami war, dass auch Miami ein gewaltiges Problem mit dem Pendlerverkehr hat. Würde mich aber nicht erstaunen, wenn die vom Volke finanzierten Ärmelschoner genau die gleichen Fehler nachbauen würden. Und zuletzt kommt mir die Frage auf, muss den Paraguay ein zweites Zürich, London oder New York werden oder gibt es im Leben der Menschen auch noch etwas anderes als zu arbeiten. Unzufrieden ist Mensch sowieso immer, ob er nun 1.000 oder 10.000 Euro im Monat verdient. Allerdings, diejenigen welche so ab 10 Millionen Euro auf dem Konto haben können glaub schon ein recht zufriedenes Leben führen. Also ich wär’s.

  4. als ein in Deutschland lebender Aussenseiter, welcher Asuncion in diesem Jahr zum ersten Mal besucht hat, muss ich einer Moderniersing der Innenstadt zustimmen.
    Das Zentrum ist total veraltet und nicht für der Strassenverkehr von heute ausgerichtet. Entweder die Autos raus aus der Innenstadt und Fußgängerzonen eingerichtet, oder es wird sich nicht ändern. Da bleibt nur die Alternative, eine neues Stadt jenseits des Paraguay Flusses zu errichten. Dort können die Stadtplaner sich austoben.
    Der jetzige Zustand ist nicht tragebar, leider. Asuncion was sicher einmal eine schönen Stadt.

  5. Manchmal frage ich mich, ob die Europäer nur nach Paraguay gekommen sind, um hier alles und jedes zu kritisieren. So wie es hier ist, finde ich es ganz in Ordnung und ich möchte auch keinerlei europäische Standarts hier, weil sonst hätte ich gleich drüben bleiben können.

  6. man sollte noch einmal den Kernpunkt des Artikels beleuchten. Da werden Architekten aus Miami aufgefordert Asuncion „umzubauen“. Sie kennen weder die Mentalität der Leute noch die der Stadt aber man denkt, weil sie aus den USA kommen, könnten sie es besser. Sie können nichts, denn ihre Städte sind nur noch ein Moloch und das Leben darin ist ein einziges Fiasko. Es wird Zeit, daß sich dieses Land aus eigener Kraft ans Werk begibt und nicht darauf hofft, daß Hilfe von außen kommen könnte. Die Hilfe kommt nie von außen. Jede Form der Zusammenarbeit mit den USA kann dabei nur schaden. Die USA sind am Ende, wirtschaftlich und finanziell. Die Bundesstaaten und die Städte gehen reihenweise bankrott und vor den Städten müssen Zeltstädte errichtet werden, damit die, die ihre Häuser und Wohnungen verloren haben und täglich verlieren, eine Schlafstelle haben. Millionen von Menschen hängen von der öffentlichen Essenausgabe ab und die Großbanken kaufen derzeit Söldner- und Sicherheitsfirmen. Sie werden den Rest an Freiheit, die es in dem „Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ einmal gab, auch noch zerstören. Und das soll das Vorbild für Paraguay oder irgend ein anderes Land auf der Welt sein?

  7. Antwort zu Lorris Kommentar:
    Ich war nicht in Paraguay, um Kritik zu äußern, ansonsten würde ich wohl kaum einen Beitrag zu diesem Thema schreiben.
    Die von Ihnen gewünschten Beibehaltung der Verhältnisse in der Stadt sollte aber einem gesundem Fortschritt nicht im Wege stehen.
    Gerne kommen ich wieder nach Paraguay, um mit offenen Augen auf Verbesserungen der Infrastruktur hinzuweisen. Natürlich sollten die Verbesserungen von Innen kommen, aber Hilfe bzw. Ratschläge nimmt man doch normalerweise gerne entgegen.
    Es grüßt ein Freund Paraguays aus Deutschland.

  8. Nichts gegen Verbesserungen oder Erneuerungen des Stadtkerns, aber Straßenbau und vernünftige umwelt-schonende Transportmittel sind dringlicher aber das größere Problem stellt die Infrastruktur dar. Vernünftige und vor allem intakte Abwasserversorgung sowie Abwasserleitungen flächendeckend währen wichtiger.

    Die Delegation hat sicherlich nicht die Abfallberge und die Kloaken besichtigt, ist ja auch schwer vom Hubschrauber es zu sehen.

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