Franco gegen übertriebene Aufrüstung

Asunción: Nachdem der Abgeordnete der Partei Unace José López Chávez ein wahres Fegefeuer mit seiner Absicht, Entwicklungsfondgelder zum Kauf von Kampfflugzeugen zu nutzen, entzündete wurde er von Kollegen und dem Präsidenten des Landes ausgebremst.

Federico Franco sieht keinen Anlass Infrastruktur und Bildungsgelder in Aufrüstung zu stecken. Seiner Ansicht nach hat das Militär einen eigenen Haushaltsanteil. Zudem ist es nicht notwendig mit Bolivien wettzurüsten wenn keine feindlichen Aktionen bevorstehen.

Mal abgesehen, dass man mit einem Dutzend Kampfflugzeugen, egal ob sie auch Tschechien oder Russland stammen, werden hier nur Geister aufgemalt, die es nicht gibt um die Bestellungen zu rechtfertigen. Der Rückschlag den ein Krieg in dieser Region auslösen würde, wäre für Angreifer wie Verteidiger ein Armutszeugnis.

Im Abgeordnetenhaus wurde ein Schreiben eingereicht wonach die Bolivianer an der Grenze zu Paraguay ihre Truppen verdoppeln und deswegen eine bessere Ausrüstung dringend nötig sei.

Federico Franco reiste am gestrigen Tag nach Mariscal Estigarribia, Chaco, wo er an militärischen Feierlichkeiten teilnahm. Bei dieser Gelegenheit überprüfte er die aktuelle Situation in der sich die militärischen Anlagen befinden.

(Wochenblatt / Última Hora)

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11 Kommentare zu “Franco gegen übertriebene Aufrüstung

  1. Franco schätzt die Lage schon richtig ein, das Geld kann woanders sinnvoller eingesetzt werden als in Aufrüstung. Die Generäle wollen doch mit der Aufrüstung, so unsinnig wie Sie auch ist, nur Ihre Daseinsberechtigung unterstreichen. Morales seine Tage sind auch gezählt, Er glaubt mit Aufrüstung an der Macht zu bleiben, mal abwarten und Tee trinken.

  2. Dem kann ich nur zustimmen. Ich bin durchaus beeindruckt von der Haltung Francos. Ich wünschte mir so eine Rede von den USA. Zudem hat Paraguay (noch nichts), das es sich für andere Länder zu rauben lohnte um mit Kriegsmitteln vorzugehen. Könnte man vielleicht neu Beurteilen, wenn hier das größte Titanvorkommen der Welt und/oder Öl nachgewiesen wird. Ich freue mich, dass das meist ungenutzte Militär klein bleibt und weiterhin die Bildung oben steht. Kann jemand ergänzen für welche sinnvollen Tätigkeiten die Miliz hier bisher eingesetzt wurde?

    1. Hat nix? Wie wäre es mit CdE als der 2. größten Freihandelszone der Welt?

      Oder den Wasserkraftwerken?

      Oder dem *riesigen* Staatsgebiet, welches durchaus besser gesichert werden könnte. Stichwort: EPP

      Dann wären da noch die „netten“ Nachbarn wie Argentinien (auf dem Weg in die Diktatur) und Bolivien (ebenso) sowie die ständigen Ermahnungen Brasiliens doch die Brasiguayos zu schützen, sonst würde man es selber tun. Die Liste könnte ich fortführen.

      Fest steht, eine Aufstockung und Modernisierung des Heeres wäre dringend erforderlich.

  3. @9mm :
    Mag sein, dass sich Paraguay im Ernstfall nicht gegen die Angriffe der Nachbarländer wehren kann, aber auf Kosten des Bildungssektors darf es keine Umverteilung geben. Die Schulen sind sowieso schon schlecht ausgestattet, oft ohne Strom, ohne Toiletten oder mit maroden Dächern usw, keine Bücher, schlecht ausgebildete Leher usw. Leider ist eine gut ausgebildete Bevölkerung hier im Lande(von einigen Mächtigen mal abgesehen) nicht erwünscht.
    Bleibt nur zu hoffen, dass sich Franco nicht darauf einlässt.

  4. Es ist lachhaft, selbst ein paar veraltete Flugzeuge anzuschaffen, vor der Weltöffentlichkeit wird hier kein Nachbarland PY angreifen, Py sollte mit anderen Ländern ein Beistandsabkommen schließen, das ist preiswerter als eine Aufrüstung.

    1. Ein Abkommen mit wem denn? Mit den USA? Die werden sich freuen und Paraguay ihren alten Armeemüll verkaufen und sich dafür das halbe Land aneignen. Die USA werden doch heiß darauf sein, mit Paraguay einen engen „Verbündeten“ zu gewinnen. Da kann man Paraguay als Bastion der USA gegen die ganzen „Links“-Regierungen Südamerikas ausbauen und letztendlich auch Kriege führen. Das haben die USA doch schon hundertmal so gemacht, immer auf dem Gebiet anderer Länder. Sie schicken nur die Technik und ein paar dumme GIs.

  5. Ich kann nur sagen, zum Glück ist die Bevölkerung so gut bewaffnet, wenn man schon den Militärs nichts gönnt. Notfalls müssen wir eben Bürgerwehren organisieren, wenn uns die Brasilianer, Argentinier oder Bolivianer das Fell über die Ohren ziehen wollen. Jedenfalls kann ich nur jeden raten nach Caacupe zu fahren, nein, nicht um zu Wahlfahrten, sondern um den deutschen Schiessstand zu besuchen.

  6. Auf Kosten von Infrastruktur- und Bildungsgelder mittels Entwicklungsfondsgelder in Rüstung verlochen? Auf keinen Fall. Bravo Präsidente Franco.
    Bolivien möchte vielleicht ein bisschen Chaco zurück haben, doch zuvor möchten sie noch einen Weg zu Pazifik von Chile wieder haben. Dumm genug wären die Volksvertreter Boliviens allemal. Wären Volksvertreter nicht unfähig, dafür konsensfähig, brauchte es gar keine bewaffneten Auseinandersetzungen ausser gegen Drogen und Kriminalität, sicherlich nicht aber gegen andere souveräne Staaten.

  7. nun ja, da haben wir einerseits die Säbelrasseler, die die moderne Strategie der Übernahme eines Landes noch nicht studiert haben und anderseits die Gutmenschen, die einem Politiker, wie Franco, glauben, was er im Wahlkampf sagt.
    Die Säbnelrasseler sollten einmal in den Nahen Osten, nach Afghanistan schauen, da führt der „friedliche Westen“ vor, wei man Länder erobert. Da braucht man keinen Krieg mehr für. Auch hier zu Lande ist das doch schon vorgeführt worden wie es geht. Man etabliert die EPP und finanziert deren Aktivitäten. Je nach Bedarf aktiviert oder bremst man sie. Für einen Umsturz hat es allemal gereicht.
    Und nun aktuell wird ein Politiker namens Chavez vorgeschickt, der einen politischen „Luftballon“ aufsteigen läßt. Die raktionen der Politiker sorgen dann für die anschließende Unterstützung oder der Versagung dieser Unterstützung. Neben Drogenhandel ist der Rüstungsbereich der am meisten mit Schmiergeldern bedachte Bereich. Da kann man richtig Kasse machen und der Wahlkampf ist sehr teuer.
    Herr Franco kann derzeit auf keinen Fall Rüstung vor Bildung oder Infrastruktur setzen. Das würden den Liberalen noch weitere Stimmenverluste einbringen. Also sagt er genau das, was die Wähler hören wollen. Wir warten die Wahlen ab und ich bin mir ganz sicher, daß die Aufrüstung ein wichtiges Thema werden wird. Dort werden in den nächsten Jahren mit Sicherheit Milliarden versenkt. Man schaue wieder einmal in die bankrotte USA. Dort beträgt der Schuldenstand derzeit bereits über 16 Billionen USD -siehe: http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/ROUNDUP-2-USA-haben-ueber-16-Billionen-Dollar-Schulden-2036462
    Das hindert die USA aber nicht auf Kosten von Einsparungen im Inland (Krankenversicherung, Gesundheitswesen, Bildung und Erziehung etc.) die „Kriege“ zur Erreichung der Neuen Weltordnung weiter zu führen. Sie braucht aber dringend Einnahmen und was läßt sich besser verkaufen als Rüstung? Mit ausreichend Schmiergeldern bedacht, werden die Militärausgaben weltweit erheblich ansteigen. Da nützen auch die besten Rat- und Vorschläge von Gutmenschen nach mehr Bildung und Infrastruktur nichts. Poltiker machen nicht Politik, sie spielen Politik, da sie nur die Schauspieler auf der Bühne derer sind, die die Macht wirklich besitzen. Würde Friedel Springer ihre Busenfreundin Angela Merkel morgen fallen lassen, wäre sie binnen weniger Tage in der politischen Bedeutungslosigkeit versunken. Genau so ist es in allen (vor allem den westlichen) Ländern der Welt.

    1. Die zweite Hälfte von Deinen Ausführungen verstehe ich nicht mal ansatzweise, so wirr erscheinen sie mir.
      Wie dem auch sei: als alter Militär weiss ich, dass die Ausrüstung Paraguays ein Witz ist, dass die Ausbildung seiner Armee ein Witz ist, dass die Führung eine reine Marionettentruppe ist, dass nicht mal das Militärorchester etwas wert ist, und dass das Geld tatsächlich verlocht wäre.
      Aber: ich betrachte den Paraguayer als einen herausragenden Heimatverteidiger, und das gibt es heute kaum noch. Am wenigsten in unseren europäischen Weichei-Ländern.
      Wer wissen will, ob das stimmt, der soll die beiden Kriege Paraguays studieren. Absolutamente impresionante!

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