Eine Bürgerin lässt die Muskeln spielen

Encarnación: Eine Bewohnerin aus dem Stadtviertel Buena Vista aus Encarnación sperrte kurzer Hand eine Straße. Sie behauptet, Eigentümerin von 90 m ² der besagten Fläche zu sein und fordert eine Entschädigungszahlung.

Mehr als 15 Familien sind nun von der Maßnahme betroffen, nachdem sie nicht mehr in ihr Wohnviertel können. Die Verursacherin, Ignacio Bogado, behauptet, 90 Quadratmeter von dem Weg zu besitzen. Entweder soll die Gemeinde ihr eine Ausgleichssumme bezahlen oder ein anderes Grundstück im Austausch geben.

„Wir schämen uns für unsere Nachbarn, aber die Einzäunung musste sein. Mein Vater hat schon lange Zeit mit der Gemeinde über die Fläche gestritten. Es gab schon eine Vereinbarung, dass er eine Ausgleichsfläche bekommt“, sagte Josefina Bogado, die Tochter der Bürgerin, die sich selbst zur Eigentümerin von dem umstrittenen Grundstück erklärt hat. Sie fügte an, seit 1970 sei die Liegenschaft im Familienbesitz und forderte eine Entschädigung.

Unter den betroffenen Familien beschwerten sich einige, dass sie nun ohne Ausgang auf die Hauptstraße seien. Seit mehr als drei Jahrzehnten nutzten sie den Weg, der letztes Jahr gepflastert aber nicht fertiggestellt wurde.

Die Familie Bogado schaffte es, die Arbeiten einstellen zu lassen, weil sie eine Ausgleichszahlung von der Gemeinde forderten. Es kam zu einem Versprechen von Seiten der Stadtverwaltung aus Encarnación, diese zu erfüllen. Jetzt ist aber der umstrittene Bereich eingezäunt.

René Miglio, leitender Direktor für städtische Projekte aus Encarnación, berichtete, dass die Familie Bogado in der Tat einen Grundstückstitel habe und eine Entschädigung im Raum stehe. Jedoch sei vorgesehen, kein Geld zu bezahlen sondern alternative Lösungen anzustreben.

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Eine Bürgerin lässt die Muskeln spielen

  1. So funktioniert RECHT & JUSTIZ auf paraguayische Art. Wer die Macht oder die richtigen Amigos/Parteigenossen hat nimmt sich was er will und bestimmt darüber, ob und wann er dafür ggfs. eine Entschädigung bezahlen will, wenn überhaupt. Staatsanwälte und Richter wollen oder können nicht RECHT sprechen, weil sie im Amigonetz hängen und davon abhängig sind. Wer sich in einem solchen RECHTSSTAAT niederlassen und investieren will, sollte das alles vorher gründlich bedenken. Es ist wie in einem Lotteriespiel – kann gut gehen – man kann aber auch alles verlieren.

    1. Als ich einwanderte hatte ich die Idee zu investieren und etwas aufzubauen!
      Diesen Irrsin habe ich laengsten aufgegeben…. meine Kohlen sind in Europa und hier beziehe ich nur das noetigste zum Leben sonst werden dir die Gelder von den Banken noch gestohlen oder gesperrt

  2. Bei einer Geschwindigkeit, die sogar ein Faultier uebertrifft, und einem (Un)Willen vergleichbar wie bei einer Katze, die ins Wasser springen soll, in den Verwaltungen, muss man halt zu diesen Mitteln greifen. Haette eigtl gedacht, dass in Encarnacion die Dinge noch am besten in Paraguay laufen, aber dem ist wohl nicht (immer) so.
    Zumindest erkennt man ihr das Grundstueck an, in Asuncion haette man erstmal weitere Dokumente des Grundstuecksbesitzes, wie die Geburtsurkunde des Schwiegervater gefordert und in Ciudad del Este haette man es gleich enteignet ohne Kompensationszahlung.

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