Einwanderer zeigen eisernen Widerstand

Yguazú: Eine Kolonie von japanischen Einwanderern ist bedroht. Es geht um Landstreitigkeiten und viel Geld. Bei einem Gespräch über die gerichtliche Vermessung der Ländereien treten sie sehr selbstbewusst auf.

Colonia Yguazú, bewohnt von japanischen Siedlern und Nachkommen, droht eine Invasion ihrer Ländereien.

Die Kolonie wurde 1961 von der “Japan Cooperation Agency (JICA)“ gegründet und gehört zu den wohlhabendsten von Alto Paraná.

Der Bürgermeister aus der Nachbarstadt Juan León Mallorquín, Mario Noguera (PLRA), behauptet, dass es in Yguazú einen Überschuss an staatlichen Ländereien gäbe. Es handelt sich dabei um eine rund 8.000 ha große Fläche.

In einem aufgenommenen Audio behauptet Noguera, dass es “in der Kolonie der Japaner zwischen sieben und achttausend Hektar überschüssiges Land gibt“. Er fügt hinzu: „Dieses Land muss zurückgeholt und den Bauern in Paraguay übergeben werden. Es kann nicht sein, dass Ausländer unser Land besetzen“.

Von “Überschusses“ zu sprechen heißt, eine Armee von vermeintlich willigen Privatleuten, wie Campesinos, herbeizurufen.

Der Bürgermeister von Mallorquín fordert nun eine gerichtliche Messung, um den berühmten Überschuss an Ländereien zu ermitteln.

Der Bürgermeister von Yguazú, Mauro Kawano, und der Präsident der Genossenschaft, Tadatoshi Kudo, sind sich darüber einig, dass sie keine Einwände gegen eine gerichtliche Vermessung haben.

Bürgermeister Kawano sagte, dass “ohne jedes Problem eine gerichtliche Messung vorgenommen werden kann. Wir haben keine Bedenken“.

Tadatoshi Kudo sagte seinerseits: „Wir vertrauen vollkommen auf die Dokumentation unserer Kolonie. Die Kooperation JICA hat den Kauf und die anschließende Eintragung in die Grundbücher mit allen Papieren in Auftrag gegeben“.

Er fügte hinzu, dass “jeder Kolonist seinen Eigentumstitel mit der entsprechenden gerichtlichen Vermessung erhielt. Die Papiere sind in Ordnung, ohne Zweifel“.

Mauro Kawano sagte: „Sie können anfangen, wenn Sie eine gerichtliche Vermessung wollen, aber wir werden nicht diejenigen sein, die zahlen werden“.

„Wenn der Bürgermeister von Mallorquín sagt, dass es einen Überschuss gibt“, fuhr er fort, “dann muss die Gemeinde die Rechnung bezahlen. Die Kolonisten werden nicht zahlen“.

Die gerichtliche Vermessung auf 80.000 Hektar und allen darin befindlichen Immobilien könnte leicht eine Million US-Dollar kosten. Und sie haben recht, dass die Gemeinde Mallorquin das bezahlen muss.

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Einwanderer zeigen eisernen Widerstand

  1. Im Jahre 1998 fuhr ich durch die von den Japaner beanspruchten Gebiet. Riesige Waldflächen durch fuhr ich mir entgegen kamen jede menge LKWs mit Bäumen beladen ,Motorsägen wahren überall zu hören .Heute ist es eine Soja Wüste ,Wälder sind verschwunden.Mir stellt sich darum die Frage auf wie man so riesige Wälder exakt vermessen kann ohne Flugzeuge.Hier scheint mir die Vermutung des Bürgermeisters von Dr.Juan Leon Mallorquin berechtigt zu sein das hier mehr Land beansprucht wird von den Japanern als tatsächlich ihnen zusteht.Ganz zu schweigen von den Verbrechen riesige Wälder zu roden ohne wenigstens ein paar Hektar stehen zu lassen.

  2. Es ist immer wieder das gleiche. Verträge werden nicht beachtet und eingehalten. Vereinbarungen werden bedenkenlos gebrochen. Recht wird nicht anerkannt und bis zur Unkenntlichkeit verbogen. So vermutlich auch hier. Es ist eine Unverschämtheit von diesem PLRA-Lokalpolitiker in diesem Zusammenhang davon zu sprechen, daß „Ausländer unser Land besetzten“. Solche Rhetorik ist nichts anderes, als billige, bösartige Hetze gegen Menschen, die Land in Paraguay rechtmäßig erworben haben (meist überteuert!!), das Land fleißig und vorbildlich bearbeiten, Arbeitsplätze schaffen und dem Staat nicht auf der Tasche liegen. Und ansonsten auch nicht durch Korruption, Lug und Betrug und Faulheit auffallen. Hoffentlich lassen sich das die Japaner nicht gefallen und ziehen die Sache durch bis zum Letzten.

  3. Bei einer juristischen Vermessung werden Schneisen auch Wälder geschlagen die bei einem großen Grundstück mehrere 100 Km betragen können. Ebenso ist erforderlich Nachbaren gerichtlich zu verständigt und diese möglichst bei der Vermessung anwesend sein sollen und das Ergebnis mit Unterschrift bestästigen müssen. Dabei sind Unterschiede zum vorherigen Titel bis zu 5 % der Fläche mehr oder weniger zulässig die dann automatisch dem neu vermessenen Titel zugeschlagen oder abgezogen und mit Grenzsteinen markiert werden.
    Die Behauptung in einem Grundstück befinden sich Überschüsse die gerne von landlosen Bauern oder Politiker aufgestellt werden zeigen nur ihre Unwissenheit über das Vermessen von Grundstücken wenn man ihnen nicht betrügerische Absichten unterstellen will. Wie sagt das Sprichwort: „ Das Gut das am gerechtesten verteilt wurde ist die Intelligenz. Jeder glaubt genug davon zu haben.“

  4. Habe schnell gegoolet, Yguazu hat noch ganz schoene Waelder. Wohl nicht ganz die vorgeschriebenen 25% aber genug fuer die „Campesinos“ denn Kulturland wollen die ja nicht, denn mit dem muesste man ja arbeiten, hoechstens sie koennten dann das Land vermieten was auch eine Moeglichkeit ist wo man nicht arbeiten muss!

  5. Habe schnell gegoolet, Yguazu hat noch ganz schoene Waelder. Wohl nicht ganz die vorgeschriebenen 25% aber genug fuer die „Campesinos“ denn Kulturland wollen die ja nicht, denn mit dem muesste man ja arbeiten, hoechstens sie koennten dann das Land vermieten was auch eine Moeglichkeit ist wo man nicht arbeiten muss!

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