Enteignung eines Deutschen: Böswillig, absurd und unglaubwürdig

Asunción: Dank fehlender Informationen und ohne Dokumente wurde ein Gesetzesprojekt im Abgeordnetenhaus gebilligt, womit einem Deutschen seine Estancia enteignete werden sollte. Der HC Flügel erkannte den Fehler und erklärte alles annullieren zu wollen.

Auf dem Weg von Coronel Oviedo in Richtung Yby Yaú liegt auf Höhe von km 350 die vielleicht schönste Estancia von Paraguay. Diese wollten sich nun Abgeordnete unter sich aufteilen. Der Plan scheint zu scheitern.

Ohne Aufzeichnungen einer Besetzung, ohne Dokumente die etwas belegen, ohne genügend Informationen wurde im Abgeordnetenhaus ein Gesetzesprojekt verabschiedet, welches vorsah einem Deutschen 1.500 ha zu enteignen. Es geht um das Vermächtnis von Herbert Willersinn, der vor 37 Jahren das Grundstück mit der Finca Nummer 398 in Tacuatí, Departement San Pedro gekauft hat. Laut Gesetzesprojekt, soll es dem Indert übergeben werden. Seine Kinder und Enkel bewirtschaften das Grundstück.

Doch was steckt dahinter?

Die Abgeordneten Pastor Vera Bejarano (PLRA), Pastor Soria (ANR), Freddy D’Ecclesiis (ANR), Andrés Rojas (PLRA), Vicente Rodríguez (ANR), María López (PLRA), Manuel Trinidad (PLRA) und Derlis Maidana (ANR) arbeiteten den Entwurf aus. Viele von ihnen stammen aus San Pedro. Der Abgeordnete Pastor Vera Bejarano war sogar einst Angestellter auf der Estancia und kennt die Eigentümer. Dennoch war einer einer der Impulsgeber, der sich für die Enteignung aussprach, da es angeblich 150 Campesinos gibt, die das Land benötigen würden und die Eigentümer sich nicht regelmäßig im Land aufhalten. Ohne irgendwelche Unterlagen wurden alles beschlossen und gebilligt.

Nachdem dem HC Flügel die Unverantwortlichkeit auffiel, die von ihren Kollegen begangen wurde, erklärten sie gestern am kommenden Mittwoch darum bitten zu wollen, dass das Projekt annulliert werde.

“Die Familie Willersinn um Entschuldigung zu bitten, dafür ein Gesetzesprojekt unterstützt zu haben, welches ihnen ihr Land wegnimmt, bringt mich als Sprecher von Honor Colorado in die Lage um eine Annullierung zu bitten“, sagte Basilio Núñez.

Auch Kollege Walter Harms gestand ein “überschnell agiert zu haben, da es ein Informationsmangel gab. Dennoch ist es nicht möglich jedes Projekt zu kennen, dafür wären auch die Kommissionen zuständig“, so Harms.

Die Abgeordneten der Partei “Geliebtes Vaterland“ Rocío Vallejo und Sebastián García, baten im Vorfeld um mehr Zeit, da es nicht ausreichend Informationen gab. Sie erkannten dass es um ein Geschäft geht, welches vor der Wahl stimmen einbringen soll.

Celeste Amarilla, eine der lautstärksten Gegnerinnen des Projekts, sagte, dass es überhaupt gar keine Besetzung auf dem Grundstück gibt, die Eigentümer da leben und es insgesamt 70 Angestellte gibt. Im Gelände gibt es zudem eine Schule, wo nur eine Lehrerin ihr Gehalt vom Bildungsministerium erhält. Die anderen Löhne übernimmt die Estancia Willersinn.

“Sie wussten nicht was sie abstimmen sollten. Das zeigt die große Schwäche des Abgeordnetenhauses, sie wählen irgendwas. Nur weil Nano Galaverna (Sohn von Juan Carlos Galaverna) grünes Licht gibt, müssen ja nicht gleich alle das wählen“, sagte Amarilla.

Die Eigentümer der Estancia Alegría ärgern sich über die Billigung der Enteignung der ersten beider Kammern. “Es scheint als wären wir in Kuba unter Castro oder in Venezuela unter Chavez oder Maduro“, verglich Willersinn.

Einer der Eigentümer beschrieb das Projekt als böswillig, verrückt und absurd und versicherte, dass die Unternehmen, die vor Ort tätig sind, sehr produktiv und Beispiele für Entwicklung sind. “Es ist die Veräußerung eines produktiven Eigentums, das vielen Paraguayern Arbeit bringt, Ressourcen generiert, ihre Steuern zahlt und die Umweltgesetze respektiert“, sagte er in einem Video.

Willersinn wies auf die Projektvertreter hin und bedauerte, dass es sich um eine Initiative des gleichen Sanpedranos handelte. „Dies ist ein Beispiel dafür, was man in einem Land, das die Glaubwürdigkeit der Welt genießen möchte, nicht tun sollte. Die verfassungsmäßigen Mindestrechte wurden nicht eingehalten, und wir hoffen, dass sie abgelehnt werden, sobald das Projekt in den Senat geht“, sagte Willersinn zum Abschluss.

Wochenblatt / Última Hora

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5 Kommentare zu “Enteignung eines Deutschen: Böswillig, absurd und unglaubwürdig

  1. Manche kiregen den Wanst nicht voll

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    Auch in Gurkina Faso, Kongo, Äquatorialguinea, Südsudan, Somalia und sonstig mit Paragauy vergleichbare Länder kümmern sich Abgeordnete und Senatoren um wichtige und dringende Probleme des eigenen Familienclans. Warum denn nicht auch im Paraguay? Hat ja eben so wenig Probleme zu lösen wie eingangs erwähnte. Die Zeit ist eben kurz, weiß nie, ob man wiedergewählt wird. Wegen den paar Indianer-Wahlzettel tut man das bestimmt nicht, die kauft man hier für einen Grünen im Wert von 15 Euro. Also alles im Lot, im Lande der Bueneducados. Nun gut, das Gute hierzulande ist ja stets, dass sich Abgeordnete und Senatoren um wichtige und dringende Probleme des eigenen Familienclans kümmern, dann wird alles Rückgängig gemacht, alle Probleme gelöst, in dem alles so ist wie es vorher war, weil keiner wusste wie man es macht, trotz 7 bis 11 Uhr Pflichtgrundschule hierzulande erfolgreich absolviert, das Minimum sozusagen, was es für eine Qualifikation zu Volksvertreter braucht. Wenn das jeder schaffen würde hierzulande wären ja nur noch Volksvertreter und keine Indianer mehr am Linken im großen Stil. Das ist doch logisch man, beschrieb doch schon Gottfried Keller in zweier seiner Bücher.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

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    Das beweist doch ganz klar dass es KEINE linke Ideologie in Paraguay gibt sondern dieses ausschliesslich Stimmenfang ist in der Wahlkampfperiode. Der bunte cerro portenho Coctail der Parteien beweist ein Weiteres. Doppelte Landtitel (Urkunden) duerften auch mehrfach vorhanden sein ansonsten ist ja andererseits dieser Landbetrieb wiederum bezeichnenderweise unter Gross-Alfred vergeben worden. Das Landvolk weiss sehr wohl das damals oft willkuerlich Laendereien vergeben wurden und oft aus staatlichen Laendereien wie Indert oder Indi – die klassische Zuschanzung von Guetern. Wieviel Landschenkungen unter dem Diktatorregime gelten ist eben ansichtssache. Der demographische Druck waechst und damit auch die Verteilungsprobleme. Wenn man glaubt man tue dem paraguayer einen Gefallen ihm Arbeit zu geben hat man sich getaeuscht. Diese sehen es eher so an als ob man sie zwingt zu arbeiten. Die Kausalitaet zwischen Lebensunterhaltbestreit durch arbeiten muessen wird nicht erkannt. Die Ursachen sind ganz klar die arme Waehlerschaft der Parlamentarier kombiniert mit Wahlkampf. Auch das einsammeln an Bestechungsgeld, welches eigentlich direkt Schutzgeld ist, duerfte eine erhebliche Rolle spielen. Die Reduzierung der Anzahl der Parlamentarier duerfte eine Loesung sein.
    Der modus operandi ist dieser: einmal enteignet, waehlen die Landlosen die Parlamentarier welche auch Bestechungsgeld von den Willersinns entgegennehmen. Dann rueckverkaufen die Landlosen das Grundstueck praeferenziell an die Willersinns oder andere. Dann lassen die Landlosen sich bei den Willersinns als Arbeiter einstellen um weiter dann mit dem Arbeitsministerium Zoff vom Zaun zu brechen. Dad Ganze geht in der naechsten Wahlperiode von neuem los solange bis die Willersinns ausgesaugt sind und nach Ol‘ Germany (wo sie nach paraguayischer Ansicht nach hingehoeren. Ahi le puede estar “en su pais“) auswandern. Bist du nicht mit nem paraguayer verheiratet (sangre Guarani. Blut des Guarani) so ist Paraguay nicht dein Land – so die volkstuemliche Meinung. Bist du zu ehrlich, wirst du auch nichts als echter paraguayer angesehen. Fuer den paraguayer des Landes bist du nur dann paraguayer wenn du Guaraniblut in dir hast und korrupt bist (Wesensart der Guarani). In Paraguay gilt ja gesetzlich das ius solis aber darum schert sich niemand sondern das ius sanguinis wird als das einzig Gueltige angesehen.
    Obs in Paraguay irgendwann wie in Venezuela ist das ist in ferner Zukunft – soweit voraus nachzudenken ist anscheinend auch nicht paraguayerart.

  3. Wenn wir hier nicht Zustände wie in Venezuela wollen wo Linke Banditen Tag täglich Menschen ermorden lassen weil sie für Demokratie und Freiheit eintreten wird es zeit nicht mehr den Mund zu verschließen gegen alle Sympathisanten Linker Ideologien.Man muss diese Demagogen bloßstellen wo es nur geht ,sie mit Argumenten und Sachlichen Hintergründen konfrontieren. Abgeordnete gehören wenn sie kriminell ihr Amt ausnutzen um Stimmen zu fangen oder sich zu bereichern Öffentlich durch die freien Medien angeprangert.Eine Kommission aus allen Teilen der Bürger muss und soll über Amtsenthebungen entscheiden und nicht die Abgeordneten selber.Denn schließlich sind es Volksvertreter denen das Volk Arbeit gibt und eine Politische Verantwortung.Das kann so ablaufen wie bei Bestellung von Schöffen wo sich Bürger diesen Amt zu Verfügung stellen durch Registrierung .Nur so ist mit Demokratie linken verwerflichen ,Menschen verachtenden Ideologien Einhalt zu gebieten. Nirgend auf der Welt hat diese Ideologie Früchte getragen und Wohlstand und Bürgerrechte hervor gebracht. Ganz im Gegenteil Millionen von Toten gemordeten Menschen. Ostblock,China ,Kambodscha usw und nun auch in Venezuela..An die die jetzt wieder ihr Ma—l aufreizen ,nennt doch ein Land ihr Demagogen.

    1. Das Wort Demagoge aus deiner „Feder“ klingt einfach lächerlich. Nenne mir ein Land auf der Erde, in dem der Turbokapitalismus Wohlstand und Bürgerrechte hervorgebracht hat. OK, lass mal LIechtenstein aussen vor. Und warum lebst du denn nicht in solch einem Vorzeige-Antikommunismus-Land?

  4. Damit das Problem nicht zu aktuell wird… bitte sich wieder um die drei in Finnland kuemmern… das lenkt immer noch ab in Paraguay, wenn das nicht mehr nuetzt ein Bericht ueber Cerro Porteno dann vergessen die Paraguayer alle Probleme
    und die hochwuerdigen Parlamentarier koennen Ihre Spielchen wieder weiter spielen und das Volk ausnehmen

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