Essap “verbrennt“ Milliarden von Guaranies

Asunción: Der staatliche Trinkwasserversorger Essap gerät mal wieder in die Schlagzeilen. Milliarden von Guaranies wurden für Projekte an private Unternehmen bezahlt, die nie oder fehlerhaft ausgeführt wurden.

Im Vordergrund der Auftragsvergabe standen dabei Sanierungen von Straßen oder Wasserrohrbrüche durch den staatlichen Konzern.

„Die Kontrolle der Auftragsvergabe bei der Essap ist mangelhaft. Zudem gab es eine Verletzung der technischen Spezifikationen in den Ausschreibungen“, erklärte der Bericht durch den Generalkontrolleur der Republik die Unregelmäßigkeiten.

Für die sogenannte “Stümperei“ der Essap musste der Staat 2,286 Milliarden Guaranies bezahlen. Sie flossen in Projekte, die nie oder fehlerhaft ausgeführt wurden.

Jedoch nicht nur die Essap hat Schuld an dem Desaster. Das Konsortium Typsa bekam einen Vertrag von dem staatlichen Versorger mit einem Volumen von 1.647.000 US Dollar für die Kontrolle der Arbeiten durch Fremdfirmen.

Unter den “fatalen Fehlern“ zählen zum Beispiel Arbeiten an der Straßenecke Francis Morices in Asunción. Hier mussten Wasserrohre ausgegraben und um 12 Meter versetzt neu verlegt werden.

Eigentlich sollten an dieser Stelle schon längst Wasser fließen. Bis zum Jahr 2013 hätte das Projekt beendet sein müssen, dies war aber im Juni dieses Jahres immer noch nicht der Fall. Es kam deshalb zu deutlichen Mehrkosten als bei dem Auftrag vorgesehen war.

Mehrere Firmen hatten den Zuschlag bei der Ausschreibung erhalten. Insgesamt betrug das Gesamtvolumen rund 83 Milliarden Guaranies, von denen etliche sprichwörtlich in den Sand gesetzt wurden.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Essap “verbrennt“ Milliarden von Guaranies

  1. Essap hat noch mehr zu verschleiern.
    Es wird immer vom Wassersparen gesprochen.
    Die ESSAP lässt seit 5 Jahren eine Wasserhydranten Tag und Nacht laufen
    (Avds. Mbocaya in San Bernardino).
    Trotz vielfacher Hinweise interessiert das die ESSAP nicht.
    Sind etwa die Verantwortlichen nicht in der Lage das einmal abzustellen?

  2. Die Weltbank hat ein bestimmtes Projekt von ESSAP vor 20 Jahren finanziert, welches so mies durchgeführt wurde und Gelder „verschwanden“, dass die (zumindest im Wassersektor) 15 Jahre lang nicht mehr Kredite vergeben haben. Dann haben sie nach 15 Jahren für den Bau einer Kläranlage und die Verfüllung des Grundstücks mit Sand vom Rio Paraguay wieder ein Darlehen finanziert – Ergebnis: Der gleiche Mist. Ewige Verzögerung und Gelder verschwanden. Eine Ex-Mitarbeiterin von ESSAP sagte mir, dass im Vertrag zwei Baggerschiffe erforderlich wären. Tatsächlich war nur eins damit beschäftigt, den Sand auszubaggern. Das andere Schiff wurde einfach mal in einen anderen Fluss verlegt. Der Präsident von ESSAP hatte dies so angeordnet und arbeitete für eine „Firma“, die dem Präsidenten der ESSAP gehört. Der gewonnene Sand wurde einfach dann verkauft. Diebstahl ist das – nichts anderes.
    Ich weiss nicht, ob das wahr ist, vielleicht erfahren wir das erst in 5 Jahren – aber es würde das verschwinden von Geldern erklären. Die Weltbank hat den Kredit nun beendet, nachdem eine letzte Frist abermals nicht eingehalten wurde.

    Essap ist in ALLEN Belangen unverantwortlich. Kein Wunder, bei so einem Präsidenten, eine hochpolitische Person. Ist Architekt, aber hat mit Sicherheit in seinem Leben noch nicht mal einen Hühnerstall entworfen oder gar gebaut.
    Man schaue sich mal die Hasskommentare beim Artikel von ABC an. Untragbar diese Person, aber dank Parteibuch unanfechtbar.

    1. Wenn Sie sind, wie ich vermute, dann herzlich willkommen in unserer „illustren Truppe“. Noch ein paar Kommentare von Ihnen und bin mir sicher. War dann aber auch Zeit, daß Sie sich wieder melden!

  3. Und niemand wird zur Rechenschaft gezogen! Unfähige und verantwortungslose Parteibonzen auf Ämtern, von denen sie absolut keine Ahnung haben „verbrennen“ das Geld der Bürger. Und niemand, der sich darüber ernstlich und nachhaltig aufregt. Was für eine Moral!

    1. Oh doch Manni, VIELE regen sich auf darüber.
      Wenn sie spanisch sprechen würden würde ich ihnen etliche facebook gruppen links oder diverse zeitungsberichte per links an ihnen senden.

  4. Eine nicht existente Kontrolle und das Können eines Ingenieurs, welches des eines Vorarbeiters gleich kommt, ist in der Tat etwas mangelhaft. Was wird dagegen unternommen? Antwort: nichts. Morgen arbeiten noch die gleichen Amigos an gleicher Stelle und liefern weiterhin die gewohnt hohe Qualität, außer der Amigo wird durch Tio, Primo, Padrino ersetzt.
    „Zudem gab es eine Verletzung der technischen Spezifikationen in den Ausschreibungen“, oh, hoffentlich hat sich Ausschreibung nichts gebrochen, die arme. Welcher pöse Fähige die lieben technischen Spezifikationen verletzt hat lässt sich wohl nicht mehr herausfinden möchten, weshalb die gleichen Fähigen weiterhin liebe technischen Spezifikationen verletzten werden. Na und, was soll’s, todo tranqui, deshalb sitzt der Aleman trotzdem gut in seinem Deutschghetto in Guaira mit Bier, fetten Würsten, rosa Brille und geniest 360 Tage Schönwetter.
    Der Staat Paraguay bezahlte 2,286 Milliarden Guaranies in Projekte, die nie oder fehlerhaft ausgeführt wurden. Naja, kann ja öfters mal passieren, who cares?
    „Hier mussten Wasserrohre ausgegraben und um 12 Meter versetzt neu verlegt werden.“ Na, besser sie buddeln Löcher und buddeln sie wieder zu als nichts zu machen, frei nach John Maynard Keynes.
    Trotz alle dem kann man nicht behaupten, das Gesamtvolumen von rund 83 Milliarden Guaranies sei sprichwörtlich in den Sand gesetzt worden, denn irgendwo hin flossen die Gelder ja, sozusagen als Entschädigung dafür, dass paraguaysch stattlich Substituierbare nur 16 Monatslöhne pro Jahr erhalten (alle drei Monate einen Zahltag mehr als Motivation auch bei Regen zur Arbeit zu erschienen).

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