Fehlbetrag in der Nationalen Aufbaubank (BNF)

Staatliche Funktionäre, die Tag vor Tag Unsummen vor ihren Augen haben und niemals zugreifen wirkt in Paraguay unglaubwürdig. So dachten anscheinend auch 20 Angestellte der Banco Nacional de Fomento.

Wie die Tageszeitung Última Hora mitteilte, wurde zwei Verdächtige verhaftet und weitere 18 werden noch intern untersucht. Der Fehlbetrag beläuft sich nach ersten Erkenntnissen auf 2,4 Milliarden Guaranies, rund 400.000 Euro. Dank einer überraschenden Prüfung kam der Fehlbetrag ans Tageslicht. Quino Centurión und Víctor Ochoa, beide aus der Finanzabteilung der Bank, wurden verhaftet.

Die bank wird diese Fehlsumme anscheinend mittels einer Versicherung wieder erlangen. Was jedoch mit dem veruntreuten Geld passierte ist noch unklar. Dass weitere, involvierte Personen verhaftet werden, ist anzunehmen.

Vor Monaten geriet die BNF ins Rampenlicht, als eine ein Mitschnitt eines Gesprächs veröffentlicht wurde, nachdem Tunnel um das Gebäude dafür gegraben wurden, um sie auszurauben. Danach verlegte man die Bargeldreserven in das Gelände des Sicherheitsdienstes.

Quelle: Última Hora

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8 Kommentare zu “Fehlbetrag in der Nationalen Aufbaubank (BNF)

  1. Immer auch dran denken: Sein Geld auf mehrere Institute verteilen, dies schafft zusätzliche Sicherheit. Wenn man solche Institute zur Geldanlage auswählt, die zudem schon vor der Finanzkrise existiert haben und diese gut überstanden haben, also mindestens seit 20-25 Jahren bestehen, mimimiert man sein Risiko weiter. Dies ist besonders bei Kooperativen wichtig. In der Finanzkrise bzw. im Zyklus in Phase 1 sind ja nicht alle kaputt gegangen. Dies zeigt wohl, dass es auch nicht korrupte Funktionäre in Paraguay gibt.

  2. Vielen herzlichen Dank für die sehr informativen Beiträge. Doch eine Frage bleibt noch offen: Bis zu welcher Höhe sind nun die Bankeinlagen der Kontoinhaber gesichert. Und gilt die Einlagensicherung für jedes geführtes Konto bei der gleichen Bank oder nur je Kontoinhaber (egal wie viele Konten er bei der gleichen Bank führt) In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, daß die Banken/Finanzieras/Cooperativas sehr unterschiedliche Höhen für die Mindesteinlage je Konto vorschreiben. Für diejenigen, die das noch nicht wissen: Die nicht verzinsliche Mindesteinlage dient dazu ein Konto eröffnen und führen zu DÜRFEN. Wer jedoch die Mindesteinlage durch Abhebungen unterschreitet, muß eine Strafgebühr in nicht unerheblicher Höhe bezahlen. Auch diese ist von Bank zu Bank sehr unterschiedlich. Nochmals meine Bitte an die Redaktion: Ist es möglich hierzu eine Bankenabfrage zu starten und die aktuellen Vergleichszahlen zu veröffentlichen? Wäre wirklich eine hervorragende Leistung der Redaktion. Vielleicht gibt es ja auch aus den Kreisen der Leser kundige Personen, die der Redaktion gerne beim Zusammentrage der Daten behilflich sein würden. Wäre echt schön!!!

  3. Folgende Banken gingen in der Finanzkrise 1990/2000 pleite :
    Bancopar – Banco General – Banco Mercantil – Bancosur – Banco Union – BIPSA – Ita Bank – Banco Oriental – Banco Finamerica – Banco Nacional de Trabajadores – SSB- Multibanco – Banco Corporacion – Banco Plus und etwas spaeter die Banco Aleman.

    1. Danke Ramon für die genau Auflistung. Hier noch Teil 2 meines obigen Beitrags mit Schwerpunkt Finanzlandschaft in Paraguay.
      Was Ramon aufgelisted hat sind alles *BANKEN*.

      In Paraguay gibt es jedoch wesentlich mehr als „nur“ Banken; dies sind:

      Banken 🙂 -> etwa sudameris bank. Oft multinational. Geregelt. Halten Geldwäscherichtlinien (so ziemlich) ein. Zahlen die geringsten Zinsen (etwa 9-11%) sind aber bis ~15 000 Euro pro Person versichert.

      Financieras -> noch keine Bank. Manche werden aber später richtige Banken. Derzeit sind sie es jedoch nicht. Zahlen etwas bessere Zinsen als richtige Banken, sind wesentlich laxer bei Kontoeröffnung, Geldherkunftsprüfung und Sicherungsfonds ist meist auch nur Wunschdenken.

      Cooperativen -> Der größte Brocken bei DACHL Einwanderern nutzt dies. Zahlen mit Abstand die besten Zinsen (sichere: so 11/12 bis zu 14% bei 3 jähriger Bindung und entsprechender Anlagehöhe). Wackelkandidaten auch gerne 15-18%. Zombie-coops auch gerne bis zu 20-21%. Sicherungsfonds gibt es nicht. Geldwäsche und sonstige Richtlinien werden „nach Bedarf“ ausgelegt. Bestechlichkeit ist sehr hoch. Sorgfallt nach DE Standard existiert hier nicht. Oft funktioniert es trotzdem. Warum? Weil viele Paraguayer schlecht im Rechnen sind und vieles (wie Motos) auf Raten kaufen und dafür gerne das doppelte des Preises akzeptieren. Auch Bauern leben gerne das Jahr über von den Erträgen, die sie für die nächste Ernte erwarten. Davon können viele cooperativen ganz gut leben. Es gibt da durchaus auch grundsolide und schon jahrzehnte lang funktionierende Beispiele. Versichert ist bei cooperativen jedoch nichts und auch vom Staat läßt sich im Ernstfall auf eher gar nix hoffen.
      Man sollte sich jedoch schon auskennen, WEM man sein Geld jetzt genau anvertraut. Vor Ort leben bzw. eine Vertrauensperson die sich auskennt vor Ort zu haben, die mindestens 1xJahr die Cooperative(n) zumindest ein wenig unter die Lupe nimmt, würde ich bei Anlagen über 20 000 Euro schon empfehlen. Blindes Vertrauen kann teuer werden, wie uns die Vergangenheit gezeigt hat.

  4. Das Problem der Finanzkrise in den 1990/2000 Jahren war, dass viele Banken Geld aufnahmen und verliehen die nicht in der Buchhaltung ( wegen Mindestreserven ) gefuehrt wurde und damit hoehere Zinsen bezahlen konnten. Die Bank Guthaben die offiziell in der Buchhaltung gefuehrt und durch den Sicherungsfond gedeckt waren, wurden nach etwa 1 Jahr zurueck erstattet. Die Zentralbank/ Regierung musste hierfuer einspringen und die restlichen Vermoegenswerte verkaufen, versteigern oder behalten. Siehe unter anderem die ehemalige Gebaeude der Banco General, Finamerica oder Banco Union auf der Avda.Mcal Lopez die nun von Regierungsstellen oder Ministerien benuetzt werden.

  5. An dieser Stelle eine Bitte an die Redaktion: Paraguay ist bekannt dafür, daß in der Vergangenheit zahlreiche Banken Pleite gingen. Damit verloren viele Menschen ihr Erspartes. Kann sich das schon bald wiederholen? Wie sicher sind denn heute die Banken und andere zahlreichen Finanzieras? Soweit ich informiert bin, gibt es eine sogenannte „Einlagensicherung“. Könnten Sie darüber mehr Infos zusammen tragen und Ihren Lesern mitteilen? Ich bin mir sicher, Ihre Leserschaft wäre Ihnen dafür sehr dankbar.

    1. Manni das ist eine Frage die für so manche Leser von Interesse sein könnte.
      Deswegen eine kurze Darstellung der Situation, wie ich sie sehe.

      Phase 1) Ausgangslage
      Die Bankenkrise in Paraguay von Ende der 90er bis Mitte der 2000er Jahre wurde nicht zuletzt deswegen so schlimm, weil viele Kredite vergeben wurden, ohne das sie zurück gezahlt werden konnten. Oftmals wurden Kredite an „amigos“ vergeben (mit großem Kick-back Zahlungen an die Banken/Cooperativen Funktionäre) wo niemals auch nur der Gedanke an eine mögliche Rückzahlung bestand. Das ist typisch für Paraguay, damals wie heute. Es hat nach dem Ende von Herrn Strössners Führung begonnen und etwa 10 Jahre gedauert bis alle Wolle verbraucht war, sozusagen.

      Phase 2) Lage von 2005-2015
      Hier beginnt der Kreislauf von neuem. Es werden hohe Zinsen gezahlt (und für Kredite verlangt!), um wieder zu neuem Kapital zu kommen. Das Vertrauen in das System ist bei etwa minus 100% und muß langsam wieder aufgebaut werden.
      Da es wenig Kapital gibt, werden Kredite auch eher konservativ vergeben. Ich würde diese Jahre als die „goldenen Jahre für Anleger“ bezeichnen. Wer etweder zu jung, oder zu dumm/naiv ist, um Phase 1 erlebt zu haben bzw ein Kenner der genau weiß was er tut(!), kann in dieser Zeit sein Kapital ohne großes Risiko zweimal verdoppeln.
      Wer also 2005 sagen wir 100m PYG angelegt hat, und alles re-investiert hat, der hat jetzt etwa 400m PYG an Wert.

      Das ist schon mal ein super Ertrag. Da werden viele, auch ehemalige Skeptiker, jetzt gierig und wollen auch einsteigen ins Zinsspiel.

      Phase 3) 2015-2020 (?) Jetzt sprechen wir über die nähere Zukunft. Da ich nicht Gott bin, ist das also reine Vermutung und es besteht die Möglichkeit, egal wie gering, daß ich mich irre.

      In dieser Zeit fließt viel Kapital, auch aus dem Ausland ins Zinsparadies Paraguay. Das Geschäft der Einwanderungshelfer boomt. Die Zinsen bleiben auf hohem Niveau, wenn auch jetzt vermehrt die kleineren Cooperativen mal hier und da in Probleme kommen. Der Einlagensicherungsfonds, welcher NUR BANKEN deckt, hilft hier nicht. Die Überorganisation für Cooperativen ein wenig. Im großen und ganzen bedeutet die Pleite einer Cooperative fast immer den Totalverlust der Einlage für die Anleger. In dieser Zeit ist es für Neueinsteiger sicherer das Geld bei Banken zu plazieren – auch wenn die Zinsen niedriger sind, um ein paar Prozent.

      Die Ausfallsrate für vergebene Kredite steigt langsam an. Nicht jeder Paraguayer, der sich das erste Auto, den ersten Kühlschrank gekauft hat, kann auch seine Quotas zahlen. Im großen und ganzen bleibt das Risiko aber überschaubar.
      Die klugen Anleger der Phase 2 werden in dieser Zeit langsam ihr Geld aus den riskanteren Cooperativen herausholen (solange es noch durch das neue Kapital, welches aus Europa zufließt) leicht möglich ist und es in 1-2 jährigen Verträgen bei Banken in die Einlagensicherung einbinden. Der Staat Paraguay ist in dieser Phase auch selber noch gut kreditwürdig und kann notfalls den Banken unter die Arme greißen.

      Phase 4) 2020-2030 Irgendwann in dieser Zeit trifft die „große unvorhersehbare Finanzkrise der 2020er Jahre“ die Masse der Anleger vollkommen unvorbereitet. Nachdem fast 20 Jahre Vertrauen ins System aufgebaut wurde, fällt praktisch über Nacht alles in sich zusammen und die Banken/Cooperativen haben für 2 Wochen zu, um dannach zu verkünden, daß bis auf weiteres leider keine Auszahlungen von Kapital oder Zinsen mehr geleistet werden können.

      Ja es hat sich in den letzten Jahren die Schuldenlast des Staates erhöht und Paraguay wurde 2mal im Rating herabgestuft. Aber der Präsident hat versichert, das ja eh alles in Ordnung ist. Ja es gab einige Pleiten von kleineren und mittleren Cooperativen in der letzten Zeit, aber das waren „Einzelfälle“ und Mißmanagement einiger korrupter Funktionäre (gibt es eigentlich auch andere in Paraguay?). Ja es war im Wochenblatt zu lesen, daß die Kreditausfallsrate im letzten Jahr auf 14.8% gestiegen ist, aber soooo schlimm ist das ja dann auch nicht, oder?

      Kurz und gut wir beginnen bald wieder in Phase 1 und der Kreislauf beginnt von Neuem.

      Schlußwort: Dieser Kreislauf existiert im wesentlichen überall auf der Welt. In korrupteren Ländern dauert er vielleicht 20 Jahre, in entwickelteren Ländern sind es vielleicht 80 Jahre. Die EU bzw USA beispielsweise befinden sich seit 2007 in Phase 3. Die Phasen dauern dort bloß viel länger. Ich hoffe dieser Kommentar ist für viele Leser hilfreich.

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