Fleischskandal wurde mit Bestechungsgeld beigelegt

Asunción: Es ist mehr als eine bloße Anschuldigung. Der Besitzer des Schlachthofes Concepción erhielt eine Forderung von 500.000 US-Dollar Schmiergeld vom Handelsminister Gustavo Leite. Dieser dementiert.

Carlos Trapani, Viehzüchter und Mittelsmann beim Informationsaustausch zwischen Jair de Lima, Eigentümer des Frigorifico Concepción und Gustavo Leite, dem Minister für Industrie und Handel, bat gestern um ein Treffen mit dem Staatsoberhaupt Horacio Cartes. Diesem teilte er mit, von Leite und Landwirtschaftsminister Gneiting eine Forderung in Höhe von 500.000 US-Dollar erhalten zu haben, damit der Schlachthof wieder eine Exporterlaubnis erhält. Diese wurde Jair wegen Imports von 140 t undokumentiertem Rindfleisch Anfang Mai entzogen. Cartes soll eine Klärung des Falles vorantreiben, hieß es. Auch Mario Abdo Benítez sei informiert.

Senator Juan Carlos Galaverna, der dem Abdo Benítez Flügel angehört, jedoch in den letzten Wochen sich für Cartes’ Kündigung stark machte, ist ein Zeuge der Forderung. Galaverna hatte keine Probleme den Sachverhalt im Radio darzustellen und zu bezeugen, dass es der Wahrheit entspricht, unabhängig davon wie er zu Cartes steht.

Gustavo Leite, der auf dem Weg nach Taiwan einen Zwischenstopp in den USA machte, meldete sich auch bei dem Radiosender, wo Galaverna sprach, um diesen Sachverhalt zu dementieren. Luis Gneiting erklärte hierzu, dass dies eine Sache zwischen Leite und Jair sei und er damit nichts zu tun hätte.

Tatsächlich spricht viel für einen teilweisen Geldfluss. Angeblich sollen schon 300.000 US-Dollar geflossen sein. Eine Exporterlaubnis wurde zumindest mündlich wieder erteilt, ein 12 monatiges Importverbot für Rindfleisch jedoch auch. Außerdem endet die Regierung Cartes bald und danach dürfte es schwierig werden, solche Geldquellen wieder aufzutun.

Wochenblatt / Abc Color / Ñanduti

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4 Kommentare zu “Fleischskandal wurde mit Bestechungsgeld beigelegt

  1. Ein durch und durch morsches und korruptes Land! Das sind keine Kavaliersdelikte sondern Verbrechen am Volk und übelstes Schmarotzertum am Staat. Haben die Menschen überhaupt keine Moral, keinen Anstand? Die Strafe für Korruption ab USD 5.000 Schmiergeld sollten auf mindestens 10 Jahre, ohne Bewährung, geändert werden. Darüber hinaus sollte jeder Beschäftigte im Öffentlichen Dienst und jeder Beamte bis hinauf zu den gewählten Volksvertretern und Ministern mit dem doppelten Strafmaß wie ein Normalbürger bestraft werden. Zusätzlich müßte jeder der Schmiergeld entgegen genommen hat den doppelten Betrag des Bestechungsgeldes an eine soziale Einrichtung des Landes spenden. Wenn die Presse nur wollte, könnte sie in Paraguay einen ungeheuren Druck auf die Politik aufbauen, damit das Übel der Korruption ausgemerzt würde: In einer über mehrere Wochen hinziehenden Kampagne sollten alle Fälle von Korruption öffentlich bekannt gemacht werden. Dazu die Aufforderung an alle Amtsträger und Politiker, sich freiwillig öffentlich dazu zu bekennen, der aktiven und passiven Korruption abzuschwören. Die Namen aller, die sich zu einer korruptionsfreien Amtsführung verpflichten, sollten veröffentlicht werden. Aber genauso auch die Namen derjenigen, die das innerhalb einer zu setzenden Frist verweigern. Das Krebsgeschwür Korruption muß endlich mit harten Bandagen angegangen werden, ohne Rücksicht auf Ansehen der Person und ohne Rücksicht auf Verluste – sonst wird das nie etwas! Aber ob das überhaupt von der Mehrheit gewünscht wird? Träumen kann man ja!

    1. > ZDF Doku: Wie korrupt ist Deutschland? BKA schätzt jährlichen Bestechungsgeldfluss auf 100 Millionen Euro. IWF spricht von 2 Billionen USD, OECD von 4 Billionen USD, beides weltweit und jährlich.

  2. Da der Handelsminister sowieso bald abtreten muss, wollte der nochmal ein dickes Geschaeft machen. Daher halte ich die Story für absolut glaubhaft.
    Das er mit solchen Handlungen mögliche Investoren in Zukunft verschreckt, interessiert ihn nicht die Bohne. Paraguay kann ruhig in Schei*e baden, hauptsache das eigene Bankkonto ist gut gefuellt. Der Egoismus in Paraguay ist bei den hohen politischen Posten extrem – passiert ja eh nichts, ausser ein bisschen Medienempörung am Anfang. Dann ist wieder Ruhe.

  3. Alle müssen noch absahnen bevor sie vom neuen ausgetauscht werden. Neuer Präsident, neue Amigos – Tios – Padrinos – Hermanos dank abgeschlossener täglich vier Stunden Grundschule im Ministerposten.

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