Gerechtigkeit noch in weiter Ferne

Encarnación: Ein Deutscher, Heinz Thalhammer, der in Alto Vera, Departement Itapúa, lebt, zeigt eisernen Widerstand. Die Gerechtigkeit für seinen Fall ist noch in weiter Ferne, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Seit mehr als drei Jahren sind alle seine Konten gesperrt und Thalhammer ist auf die Unterstützung seiner Mitmenschen angewiesen.

Der Fall begann 2016. Richter Enrique Iglesias war damals zuständig, der das Embargo am 12. Oktober 2016 aufgrund der Anzeige eines Franzosen verhängte. Iglesias wurde aber in der Zwischenzeit durch den Magistrat des Obersten Gerichtshofs (JEM) von seinen Ämtern suspendiert.

Insgesamt geht es bei dem Rechtsstreit um eine Summe von 3,3 Milliarden Guaranies. Sie können den Fall hier noch einmal nachlesen.

Inzwischen konnte Thalhammer aber erste Erfolge in dem Rechtsstreit verzeichnen. Die Einschränkung seiner Reisefreiheit wurde gerichtlich aufgehoben und er und seine Frau können das Land wieder verlassen.

„Meine Frau ist zurzeit in Deutschland und besucht ihre Mutter, der es gesundheitlich nicht besonders gut geht. Als das Embargo bestand, starb der Vater meiner Ehefrau und sie konnte nicht einmal zur Beerdigung reisen, weil wir nicht außer Landes durften“, klagte Thalhammer.

Das Gerichtsverfahren befindet sich in der letzten Instanz, aber bei dem letzten Urteil, das zu Gunsten Thalhammers ausfiel, legte die Gegenseite wiederum Einspruch ein. „Es sind alles nur Manöver, um die Gerechtigkeit weiter herauszuziehen. Aber ich habe Geduld und weiß, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Kommt Zeit, kommt Gerechtigkeit“, betonte Thalhammer.

Wochenblatt

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1 Kommentar zu “Gerechtigkeit noch in weiter Ferne

  1. „Seit mehr als drei Jahren sind seine Konten gesperrt“ und das ohne Gerichtsurteil! Wo leben wir hier eigentlich? Was ist das für ein Rechtssystem? Nicht umsonst wird der vormals zuständige Richter von all seinen Ämtern suspendiert worden sein. Doch der vermutlich zu Unrecht beschuldigte Deutsche kann noch immer nicht an seine Bankkonten. Das ist doch ein zum Himmel schreiendes Unrecht!! Das nennt man Willkür und den Versuch einer physischen Vernichtung eines Menschen. Wo bleibt da die Hilfe der Deutschen Botschaft? Würde der US-Staat seine Bürger so behandeln lassen ohne Rechtsbeistand? Solche Fälle (sind ja keine Einzelfälle!) gehören nun wirklich an die große Öffentlichkeit, damit interessierte Investoren für Paraguay rechtzeitig wissen, was sie in Paraguay erwarten könnte. Aber es handelt sich ja NUR um Ausländer, die hier gerne ihr Geld investieren und Arbeitsplätze schaffen dürfen – ansonsten sollen sie die Klappe halten und froh sein, wenn man sie in Ruhe läßt. Gerne können sie ja auch das Land wieder verlassen – aber freilich erst dann, wenn sie ihre ganzes Geld hinterlassen haben.

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