Guahory: Konflikt zwischen Campesinos und Brasilianern spitzt sich zu

Guahory: Eine Gruppe von landlosen Bauern, sogenannte Campesinos, sind wieder auf ein rund 1.000 Hektar großes Grundstück von Brasilianern eingedrungen. Eine Operation der Nationalpolizei zur Räumung wurde aufgrund schlechten Wetters verschoben.

Kommissar Luis Pablo Cantero, Leiter für Prävention und Sicherheit aus dem Departement Caaguazú, sagte, dass von einer Gruppe Brasilianern Anzeigen über die Invasion auf ihren Grundstücken erfolgt seien.

Cantero erklärte, dass die brasilianischen Landwirte bedroht wären und sie ihre Traktoren nicht zum Einsatz hätten bringen können. Zudem betonten die Campesinos, dass sie die Grundstücke nicht verlassen werden.

„Deshalb verstärken wir unsere präventiven Aufgaben, um Konfrontationen zwischen den Paraguayern zu vermeiden“, sagte er.

Der Kommissar sagte auch, dass er die Situation der Generalstaatsanwaltschaft mitgeteilt habe und eine Operation mit 250 Polizisten zur Räumung des besetzten Areals vorbereitet worden sei, die letzten Donnerstag stattfinden sollte. Sie wurde jedoch wegen schlechten Wetters verschoben.

Dieser Konflikt hat sich seit 2014 verschleppt und trotz einer großen Räumung der besetzten Grundstücke im Jahr 2016 sind die Spannungen nie beendet worden. Es wird erwartet, dass die Behörde Indert eingreift und eine endgültige Lösung für den Fall vorschlägt.

Hintergrund

Im Februar diesen Jahres drangen etwa 40 Bauernfamilien der Campesinos auf ein rund 1.200 Hektar großes Areal in Guahory (Caaguazú) ein und verhinderten, dass Brasilianer mit ihrer Pflanzung auf den Feldern beginnen konnten. So wurde ein theoretisch gelöster Konflikt reaktiviert.

Dieser Konflikt wäre angeblich nach dem Eingreifen des Nationalen Instituts für ländliche Entwicklung und Land (Indert), das Land im Distrikt Yhú für die Campesinos erwarb, als ein Abkommen für sie, Guahory zu verlassen, gelöst worden.

Nach den Daten von verschiedenen Quellen sind die Bauern, die nun wieder in das Privateigentum zurückkehrten, diejenigen, die mit der “Lösung“ des Inderts unzufrieden waren. Eine Gruppe von Campesinos siedelte jedoch nach Yhú über und betreibt dort Landwirtschaft.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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1 Kommentar zu “Guahory: Konflikt zwischen Campesinos und Brasilianern spitzt sich zu

  1. Genau betrachtet, schauten die Behörden seit über 4 Jahren mehr oder weniger tatenlos zu, wie Unrecht fortgesetzt geschieht. Eine Landbesetzung ist EIN UNRECHT, ist ein krimineller Akt der auf keinen Fall geduldet werden kann. Vielmehr sind sofort nach erfolgter Anzeige durch den Grundstücksbesitzer die kriminellen Besetzer dingfest zu machen und die Rädelsführer unverzüglich vor Gericht zu stellen. Warum dies in den seltensten Fällen von Landbesetzungen nicht geschieht ist im Grund unerklärlich und motiviert andere Landbesetzer zu weiteren Taten. Aber so ist das in Paraguay: Alle schauen nur zu, nichts geschieht, man ignoriert und hofft daß sich Probleme von alleine lösen. Niemand ist für etwas zuständig, weil zu feige oder zu faul. Die Probleme werden mitnichten gelöst, sie werden immer größer bis nicht mehr lösbar. Das ist doch offenkundig. Ist es wirklich so schwer, das zu begreifen und dazu zu lernen? Mir will eine solche Mentalität beim besten Willen nicht in den Kopf hinein.

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