“Halte du sie dumm, ich halte sie arm“

Asunción: “Halt du sie dumm, ich halt sie arm.“ Sicher, die hochmittelalterlichen Zeiten sind längst vorbei, als Monarchen und Kleriker auf Kosten der kleinen Leute frönten. Heute sind es eher die Lehrer, die auf Kosten der Schüler nicht unterrichten wollen.

Gestern war der erste Schultag für die öffentlichen Bildungseinrichtungen. Viele Lehrer demonstrierten jedoch gegen den Präsenzunterricht, sie wollen lieber von zu Hause aus “arbeiten“.

In vielen Industrienationen wird der Schwerpunkt, trotz hoher Infektionsraten, auf die Öffnung der Schulen gelegt. In Paraguay steht Bildung ganz hinten an, vor allem weil wenn die Bevölkerung ein niedriges Bildungsniveau hat, wird sie sich wohl kaum gegen die Monarchen auflehnen und weiterhin in ihrer Armut verharren.

Die Pädagogen argumentieren, dass die Hygienebedingungen in den Schulen prekär seien und sie und die Pennäler einer Ansteckung mit Covid-19 ausgesetzt seien. Interessanterweise trugen bei den gestrigen Demonstrationen die Lehrer kaum eine Maske noch hielten sie eine Distanzierung ein.

Bildungsminister Eduardo Petta berichtete ebenfalls gestern, dass den Lehrern, die gestern nicht in ihren Bildungseinrichtungen erschiene, aufgrund der Proteste, das Gehalt gekürzt werde.

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5 Kommentare zu ““Halte du sie dumm, ich halte sie arm“

  1. Blücherine Friedegard Alla de Edelburga

    Ja, hä, hä. Drei Mal dürfen wir loco Europäos raten, warum die Lehrer, -innen und LBGTI+16V lieber zuhause „arbeiten“. Ne, die sind jetzt nicht ein Jahr lang zuhause rum gehangen, haben dafür Zahltag bekommen, um eine Stunde pro Tag etwas zu „arbeiten“ (Fotos der Aufgaben via Whutsupp an die Eltern zu versenden) und die Eltern ihre Arbeit machen zu lassen. Ne, ne. Die waren jetzt ein Jahr lang zuhause, haben dafür Zahltag bekommen und haben danebst Privatunterricht (particular) gegeben. Auch wenn es nur zwischen 10 Mil und 30 Mil pro Stunde gibt, das summiert sich dann ganz schön. Da kann die Lehrerschaft weiterhin vorbildlich ihrem Müll abfackeln, zum Shwuddi 120 dB Baile el Indio und Leere-Bierbücksentürmchen bauen.
    Wie immer im Paragauy: Viel Blahblah. Und ja, denen kann das egal sein, was da der Bonsai-Bildungsmister vom MEC wieder quarcksalbert: Mit Privatunterreicht plus gekürztem Gehalt fürs Nichtstun verdienens immer noch besser als mit täglich 7 bis 11 Uhr Schulunterricht zu geben.
    Nun könntens ja auch noch zusätzlich turno Tarde geben (13 bis 17 Uhr, und umgekehrt), ne, demasiado trabajo wo ein Fulltime-job.
    Müssen sich loco Europäo mal vorstellen: Bekommst mal 300 Euro fürs fast nichts tun, hast viel Freizeit, wo noch etwas dazu verdienen kannst.

  2. Ist doch jedes Jahr das gleiche Affentheater in diesem Land. Sobald die 3 Monate Ferien vorbei sind wird von Seiten der Lehrer gestreikt. Einen Grund finden sie doch immer um nicht arbeiten zu wollen. Und wenn sie dann Unterricht abhalten ist es nur das nötigste damit sie sich ja nicht überarbeitet. Leider haben nicht alle Kinder Zugriff über WhatsApp auf den Schulstoff. Im Jahr 2020 kam der Lehrstoff vom Ministerium die Lehrer mussten es nur weiterleiten. Da hat man dann mal festgestellt, das Mathe in der 6 Klasse nicht nur aus x : – und + bestand. Viele Kinder waren mit diesem Stoff hoffnungslos überfordert weil ihnen schon die Grundkenntnisse der letzten Jahre gefehlt haben. Die Eltern können nicht rechnen nur aus dem Grund, weil sie es nicht gelernt haben. Mit Dummheit hat das nichts zu tun. Die Lehrer selbst können es nicht und haben auch kein Interesse sich Fortzubilden. 13 Gehälter im Jahr oftmals für einen Halbtagesjob…herrlich warum sollte man dafür auch noch was tun. Von denen hat keiner Angst vor dem Virus…sondern vor der Arbeit.

  3. | „Sicher, die hochmittelalterlichen Zeiten sind längst vorbei, als Monarchen und Kleriker auf Kosten der kleinen Leute frönten.“
    Stimmt. Heute sind es Politiker und Menschen, die von der Gesellschaft oft als „böse“ betrachtet werden, welche auf den Kosten der kleinen Leute frönen. In den letzten Jahrhunderten hat sich nur die Bezeichnung der „Übeltäter“ verändert, nicht aber die Position der Bevölkerung.
     
    | „Viele Lehrer demonstrierten jedoch gegen den Präsenzunterricht, sie wollen lieber von zu Hause aus “arbeiten“.“
    Wenn man eine Pro- & Kontra-Liste zu dem Thema „Präsenzunterricht“ macht, ist die Pro-Seite sehr kurz, wohingegen die Kontra-Seite ewig lang ist. Soziale Interaktion, Freunde treffen und gemeinsamer Unterricht sind Punkte, die für den Präsenzunterricht sprechen. Dagegen sprechen jedoch viel mehr Punkte: ein Mund-Nasenschutz hilft nachweislich nicht sich vor Viren zu schützen, doch es behindert die Atmung, was vor allem bei Kindern und Jugendlichen die Gesundheit gefährdet. Kinder zeigen seltener Symptome von COVID-19, wodurch man ebenfalls Gefahr läuft, sei es die Großmutter Zuhause oder die einzigen Erwachsenen in der Schule, nämlich die Lehrer. Die soziale Interaktion, sowie das Treffen von Freunden fällt durch die Maßnahmen an den Schulen ziemlich ins Wasser. Bei Unwetter können viele Schüler gar nicht in die Schulgebäude kommen, jedoch von Zuhause aus unterrichtet werden. Die meisten Klassenräume in Paraguay sind nass, sobald es regnet. Lehrer müssen Präsenzunterricht, sowie Fernunterricht geben, was zu noch mehr Arbeit führt, für denselben Lohn, wie vorher (mehr Arbeit für weniger Geld).
    Ich kann die Sicht der Eltern verstehen, wenn sie mal ein paar Stunden am Tag ohne ihre Kinder und nur für sich sein möchten. Betrachtet man es aber aus der Sicht der Kinder und Lehrer, ist das Ergebnis eindeutig. Und ich verstehe auch nicht, weshalb „arbeiten“ im Artikel so hervorgehoben wurde. Viele scheinen die Arbeit der Lehrer zu unterschätzen. Viele sehen nur, dass es für Schüler den Vormittag-, Nachmittag- oder Abendunterricht-Unterricht gibt und vergessen dabei vollkommen, dass Lehrer zu all diesen Zeiten da sind und dann noch ihre Arbeit mit nach Hause nehmen müssen.
    Ja, das Bildungsniveau in Paraguay ist unterdurchschnittlich schlecht, aber besser als 2007, und es wird weiterhin besser werden. Was jedoch unterrichtet wird, liegt nicht an den Lehrern, sondern am Bildungsministerium; an Politikern, die wohl die selbst Unterricht gegeben haben und die mit ausreichend Geld schon dafür sorgen, dass ihre Kinder im Ausland unterrichtet werden oder generell überall die beste Note haben.

  4. Wer nicht unterrichten will, soll zu Hause bleiben und auch kein Gehalt bekommen. Dann muss niemand protestieren und es wird viel Geld gespart, das die Minister amigos unter unter sich aufteilen koennen.

  5. Wenn am Wochenende in der Badeanstalt oder an Bachstraenden, gesoffen wird, Volleyball gespielt etc., dann sind die Pauker hier im Ort in der ersten Reihe. Wer ein einen Wagen mit Ladeflaeche hat, sammelt noch Hinz und Kunz auf, es geht zu wie beim Koelner Karneval. Aber Dienstag machen wir eine Demo gegen den Praesenzunterricht……

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