Horacio Cartes: Mit Stolz vor und zurück geschaut

Asunción: Bei einer Interview mit Augusto Dos Santos im Programm Expresso, was bei GEN TV ausgestrahlt wurde, sprach der Politiker und Sportbegeisterte von seinen Leidenschaften, seiner glücklichen Kindheit und Projekten der Zukunft.

Das sehenswerte Interview, welches Horacio Cartes genau so darstellt, wie er es möchte, da es von seinen Medienvertretern produziert wurde, wird hier leicht gekürzt wiedergegeben und bringt nur Themen zur Sprache, die ihn im rechten Licht erscheinen lassen. Von Flucht vor der Justiz, Tacumbú, Dario Messer, Tabesa und dem verfassungswidrigen Wiederwahlwunsch ist keine Rede.

Präsident, ich bitte dich um drei Erinnerungen aus deiner Kindheit?

Ich glaube es sind viel mehr als drei. Ihm unserer Kindheit, waren wir Kinder sehr lebhaft. Wir lebten damals an der Mariscal López, drei Blocks von der República Argentina entfernt, als es noch eine Erdstraße war. Später wurde sei gepflastert und dann asphaltiert. Mit Freunden fingen wir Pferde ein und ritten mit ihnen bis zur Madame Lynch. Das und Fußball war unsere Beschäftigung. Wir, in unserer Epoche, hatten eine viel intensivere und offenere Kindheit. Heute ist alles anders, mal abgesehen von der Pandemie. Es gibt mehr als eine Million von Anekdoten. Wir waren nicht viele in der Zone drei Blocks von der República Argentina entfernt.

Die Freunde waren immer zusammen

Ich erinnere mich an die Kinder. Wir waren Freunde, Luis “Lucho” Argaña, wohnte an der Ecke. Ich erinnere mich wie wir an den Orten spielten, als die Bäume an der Mariscal López gepflanzt und von der Corposana gegossen wurden. Das war ein Fest. Wir lebten zusammen mit anderen Kindern wie auf dem Land, obwohl es Villa Morra war. Es war wirklich eine schöne Kindheit.

In fast allen Ansprachen erinnerst du an deine Eltern. Haben sie dich geprägt?

Ja, sehr viel und nicht nur mich. Auch mein Vater, den Opa Pocholo, wie wir ihn nannten, seine Enkel geprägt hat. Und von meiner Mutter brauchen wir gar nicht zu reden. Sie ist bis heute in unserer Erinnerung und die der Enkel. Unter uns war es ein Wettkampf wer Mama am meisten liebt. Wir haben uns darum gestritten, mit Sarah und Jorge. Um ehrlich zu sein unsere Eltern waren extraordinär. Aber gut, wer sagt sowas nicht von seinen Eltern. Ich sage immer, dass uns unsere Eltern ihr bestes vermacht haben. Sie haben in Bildung investiert. Kaum wurden wir 15 mussten wir, zusammen mit meiner verstorbenen Schwester María Mercedes, drei Monate in die Vereinigten Staaten um Englisch zu lernen. Und so ging es los.

Strenge Bildung

Ja, wir haben unsere Bildung in der Goethe Schule begonnen, Mama war immer hinter uns wegen der Sprachen lernen und wir hatten auch eine private Lehrerin in der Freizeit. Sie war hart aber es war notwendig. Vielen Dank dafür, dass sie nicht nachlässig war.

Mein Vater hatte ein Auto, welches ich als Jugendlicher stibitzen wollte, um ein paar Runden zu drehen. Dein Vater hatte ein Flugzeug. Gibts dazu eine Anekdote, an die du dich erinnerst?

Es scheint so als hätte dir jemand was erzählt. Als ich 16 Jahre alt war und gerade die Pilotenlizenz in der Tasche hatte, da ich schon mit 14 begonnen hatte, schnappten wir und eine Cessna 182. Ich erinnere mich noch gut an die Matrikel Tango Foxtrott Oscar. Ich lud zwei Freunde ein, Necho Vargas und Emilio Matheu, und wir flogen nach Misiones, auf die Estancia von Vargas und flogen ein paar Runden. Keiner konnte uns erreichen, weil wir nicht auf Frequenz waren und mein Vater wurde so wütend, dass er meiner Mutter sagte, er würde sich auf den Weg machen und den Leichnam unseres Sohnes suchen. Er kam mit meinem Bruder Jorge in einem anderen Flugzeug und sie fragten mich ob ich auf Frequenz war und ich sagte ja. Ein riesen Aufriss war das. Ich glaube mein Vater hat sechs Monate nicht mit mir gesprochen. Er erschrak sehr an diesem Tag.

Jugendlicher Unfug ohne angeklagt zu werden

Das sagen wir heute. Damals wurde ich angeklagt.

Wir leben in einer Etappe, der Pandemie, die wir von zwei Seiten sehen können, mit Schmerz oder Lektionen zu erhalten. Welche Lektionen hat dir diese Zeit vermittelt?

Es ist eine wahrhaftige Revolution denn erst heute hab ich wieder gehört, dass es Leute gibt die an allem zweifeln, sogar an der Impfung. Abgesehen von den Zweifeln und Reaktionen bin ich überzeugt, davon dass sich die Bevölkerung vorbildlich verhalten hat. Wir haben gezeigt, dass wir vorbereitet sind, inklusive auf solche schweren Momente, trotz der Ausnahmen. Wir dürfen nicht vergessen, dass der Präsident und Minister Giuzzio zusammen zum Hochofen der Senad fuhren, um zu verifizieren, wo die Leichen verbrannt werden sollen und wo die Bürgermeister neue Grundstücke für Friedhöfe ausgesucht haben. Die Menschen wurden in Angst und Schrecken versetzt. Und heute einen Jungen mit 4, 5 oder 6 Jahren zu sehen der sein Telefon wie ein Köfferchen hält erstaunt. Viele Sachen haben sich geändert. Heute kann man ein Restaurant eröffnen aber es kommen keine Gäste oder nur wenige. Schauen wir mal wie das weitergeht. Wo ich mir sicher bin ist, dass einige sehr viel Geld mit der Situation generiert haben, während andere Pleite gingen. Einige können sich halten, andere nicht. Ich glaube dass sich noch viele Sachen ändern werden.

Eigentlich fast alles

Ja, heute beispielsweise war ich beim Training im Klub Libertad um den neuen Trainer zu begrüßen und wir haben mit den Leuten gesprochen. Da wurde ich gefragt ob wir bald wieder mit Publikum spielen? Doch was ist wenn es wie mit den Restaurants ist, die zwar offen sind aber keine Gäste kommen weil sie sich fürchten? Alles ist unklar.

Es gibt viel Selbstkontrolle und die Menschen limitieren sich selbst.

Die Menschen informieren sich über die Medien was weltweit passiert und welche Probleme dabei aufkommen. Und dennoch merke ich, dass die Menschen nicht mehr eingeschlossen sein wollen. Wir sehen das in Encarnación, Villa Florida, San Bernardino oder an den argentinischen Stränden, wo viele Menschen zu finden sind. Ich glaube damit wurde ein Limit erreicht aber ich weiß nicht wie das gelöst werden kann.

Eine orientalische Weisheit sagt, dass eine Krise auch eine Gelegenheit ist. Viele Jugendliche haben durch die Krise Arbeit bekommen oder Unternehmen haben sich der Krise schnell angepasst.

Woran ich keinen Zweifel habe ist, dass das Wort Gelegenheit ein magisches Wort ist. Das kann man sehen an den ersten Schulabgängern der Schule Arambé. Ich erinner mich dass meine Mutter zur Gründung der Schule da hin ging um zu kochen. Es war was kleines, was familiäres. Sie heute groß zu sehen, wie sie gewachsen sind und sich verändert haben ist schön. Aktuell machen sie ihre Ausbildung in unseren Unternehmen, doch nicht als Gefallen, sondern weil sie gut ausgebildet wurden. Sie sind aus gutem Holz und haben ihre Gelegenheit genutzt.

Wenn wir von Unternehmen sprechen, da gab es ja dieses Jahr ein großes Wachstum und neue Herausforderungen in neuen Bereichen mit Cecom, Enex, HC Innovations und Farmacenter.

Ja. Diese Projekt entstanden jedoch nicht während der Pandemie, ebensowenig hielt die Pandemie sie auf. Als Gruppe analysieren wir immer neue Projekte, führen Machbarkeitsstudien durch. Doch nicht nur diese, es kommt auch ein Schlachthof in Villa Hayes zusammen mit meiner Freundin Marys Llorens. Wir wollen was mit bester Qualität machen.

Zum Thema Fleisch

Ja, neben dem Oligopol von dem man spricht, gab es einen Moment für die Produzenten in dem sie, ich zähle mich auch dazu, schlecht behandelt wurden. Wenn Schachthöfe gut verdienen müssen sie auch dem Produzent einen guten Preis zahlen. Das war früher nicht so. Den Fleisch-Produzent muss man gute behandeln.

Ich habe dich immer sehr enthusiastisch gesehen beim Thema Landwirtschaft. Dir scheint das zu gefallen.

Dem ist so. Das ist das was mir gefällt. Und in dem Bereich staune ich auch wie die Jungen aus dem Inland sich weiterbilden. Die besten Veterinäre des Landes kommen aus San Pedro. Wenn ich sehe wie sie mit neuester Technologie arbeiten. Wir brachten aus Argentinien Embryonen um die Genetik unserer Tiere zu verbessern, woran wir mit jungen Professionellen arbeiten. Die Vieh- und Pferdezucht sind meine Leidenschaften.

Es wird nicht einfach sein die Geschäftsführer aller Unternehmen und Bereiche in jedem Detail zu verstehen. Strengt das an?

Streng genommen lerne ich von ihnen. Ich glaube, dass das eine der Vorteile einer solchen Gruppe ist, wofür ich viel meiner Schwester Sarah zu verdanken habe, Juan Carlos López Moreira, Francisco Barriocanal, Osvaldo Salum, José Ortiz, da sie immer das maximalste für die Unternehmen gemacht haben. Das ist der Weg von allen, immer das Beste zu suchen. Zum Beispiel, wenn wir von meiner Schwester sprechen, war sie es die am enthusiastischen war mit der Drogeriekette Farmacenter. Wir haben die beste herausgesucht, denn in Paraguay gibt es viele gute Arbeitskräfte.

In der Welt der Politik lief es nicht schlecht für dich. Du wurdest Präsident und bis Führer einer wichtiger Fraktion. Dachtest du niemals darüber nach eher in die Politik zu gehen?

Nein, alles ist konjunkturell. Ich erinnere mich, wie ich mich mit meinem Freund, dem Senator Juan Carlos Galaverna, mit Ricardo Jiménez, mit Oscar Vicente Scavone getroffen haben, als die Partei am Boden war. Martín Chiola war auch bei uns. Ich habe es nicht gleich gemerkt aber die anderen ließen mich wissen, dass nur jemand mit einem neuartigem Profil uns aus der Situation bringen kann. Da ging es los und einmal drin, kannst du nicht mehr umdrehen. Ich bin mir sicher, dass das Glück des Landes von der politischen Klasse abhängt und da gibt es noch viel zu verbessern. Paraguay toleriert es nicht mehr immer die gleichen Menschen mbit den gleichen Bräuchen zu dulden. Die Politiker müssen erneuert werden. Alle 5 Jahre müsste komplett durchgerauscht werden.

Also fehlen neue Leute und mehr Wahlbeteiligung

Des Öfteren, wenn ich mit Leuten rede, sage ich ihnen, sie sollen aufhören von der Tribüne herunterzuschauen und selbst aufs Spielfeld zu kommen. Sie schmeißen Steine aber das Spiel wird auf dem Rasen gespielt. Es ist wichtig, dass sie verstehen wer die Hauptdarsteller sind, nämlich sie selbst. Manchmal sagen sie, dass deine Partei raubt oder sonst was, doch ich entgegne ihnen immer, dass die Partei als Institution nicht raubt. Die Verantwortlichen dafür sollen sich der Justiz stellen. Das größte Problem im Land ist die Straflosigkeit, denn zuerst passieren die Sachen und danach Stille. Alle die das ändern wollen müssen aktiver werden. Paraguay hat ein großes Potenzial.

Ein Kritiker von dir sagte: „Wie soll er keine Macht haben, wenn er, während andere Siesta machen oder Fernsehen schauen, Politik macht?“ Ist es so, nimmst du dir viel Zeit dafür?

Nein, nicht so viel. Aber viel mehr als andere und ich mache es gut. Zum Beispiel, wenn wir hier fertig sind habe ich um 15:00 Uhr ein weiteres Treffen, wo ich jemand erwarte. Dabei geht es um den Schulterschluss in der Partei, weil die Menschen es leid sind. Sie wollen keine Grabenkämpfe mehr. Wir machen unsere Fehler aber auch unsere Triumphe. Ich glaube meine Zeit gut auszunutzen und ich rege mich nicht den ganzen Tag lang über Sachen auf und wie andere sagen, während sie Fernweh schauen arbeiten wir.

Hast du ein Präsidentschaftsdoppel?

Nein, habe ich nicht aber ich kann nicht leugnen, dass wir gute Leute haben. Mir gefällt Santiago Peña und “Mangui” Pedro Alliana. Beide könnten ein tolles Doppel sein. Doch da ist da letzte Wort noch nicht gesprochen. Wir müssen erst mal die Bürgermeisterwahlen abwarten. Man kann ein gutes Wahlprogramm haben aber man muss in die Herzen der Wähler.

Das ganze 45-minütige Interview können sie hier sehen:

Wochenblatt / Hoy / Youtube

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2 Kommentare zu “Horacio Cartes: Mit Stolz vor und zurück geschaut

  1. Zusammenfassung der Zusammenfassung:
    Al Cartes, ein Nachkömmling eines Grosser-General-Strössner-Vasallen, amtierender Spitzenpolitiker und Großunternehmer vom Paragauy, FBI-bekannter Zigarettenproduzent, US-Dollar Multimilliardär im Lande Mindeslohn 300 Euro mtl, Ex-Präsident des Paragauys, der es mit allen Tricks gerne wieder werden will und wofür es auch schon Tote gegeben hat (Kongressbrand), der lange Zeit zurück für das Verschwinden von 800 (glaubs) Millionen US-Dollar zu langjähriger Haftstrafe verurteilt wurde, kurz darauf aus bis heute ungeklärten Gründen wieder aus der Haftanstalt Tacumbu entlassen wurde und die 800 (glaubs) Millionen US-Dollar bis heute nicht aufgefunden werden konnten. Hab ich noch etwas vergessen den großen Leistungen des Herrn zu erwähnen?

    1. Oh, wurde er nicht von Interpol gesucht, weil er dem verurteilen Geldwäscher Dario Messer eine halbe Million US-Dollar zur Flucht zukommen lies und er während dieser Zeit von hiesig Kindergartenpolizeijustiz vom Staate Paragauy nicht aufgefunden werden wollte, weil die Finanzierung international verurteilen Geldwäscher hierzulande nicht strafbar sei. Wird ja immer länger die ZF der ZF.

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