La Paz: Braulio Valdez, einer der Fahrer, die seit 39 Tagen wegen politischer Proteste in Bolivien in Desaguadero festgehalten werden, beklagte die mangelnde wirtschaftliche Unterstützung der Regierung und das Schweigen des Unternehmens, das ihnen die internationale Genehmigung ausstellt.
Der paraguayische Lkw-Fahrer prangerte die kritische Situation an, die er zusammen mit anderen Landsleuten in der Ortschaft Desaguadero an der Grenze zwischen Peru und Bolivien durchlebt. In einem Interview mit dem Fernsehsender GEN/Nación Media enthüllte der Trucker, dass sie seit 39 Tagen auf peruanischem Territorium festsitzen, ohne vorwärtszukommen. Grund dafür sind die schweren Straßensperren indigener Gruppen in Bolivien, die den Rücktritt des dortigen Präsidenten fordern. Die Demonstranten haben die Zufahrtswege mit schweren Baumaschinen, Steinen und Holzpfählen blockiert und verhindern die Durchfahrt jeglicher Fahrzeuge.
Valdez bezeichnete die finanzielle Unterstützung durch die paraguayische Botschaft in Lima als “Schande“ und “Almosen“. Wie er erklärte, überwies ihnen die diplomatische Vertretung acht Tage nach ihrer Ankunft eine erste Zahlung von 270 Soles (ca. 479.000 Guaranies) und vor knapp einer Woche eine zweite Tranche von 170 Soles. Der Fahrer beklagte, dass das Geld gerade einmal ausreiche, um die Verpflegungskosten von zwei Tagen zu decken, da die Händler vor Ort die Preise für Grundnahrungsmittel drastisch in die Höhe treiben, sobald sie die Verzweiflung der Transportunternehmer bemerken.
Die Situation wird für diese Arbeiter durch ihren Beschäftigungsstatus zusätzlich erschwert, da sie als selbstständige Eigentümer operieren. Valdez stellte klar, dass die Lastwagen unter einem lokalen Transportunternehmen registriert sind, das ihnen lediglich die notwendige internationale Genehmigung zur legalen Durchfahrt in der Region bereitstellt. Obwohl sie alle entsprechenden Dokumente und Identitätsdaten an die Verantwortlichen der Firma geschickt haben, um Unterstützung anzufordern, hüllt sich das Unternehmen laut dem Fahrer in Schweigen und entzieht sich dem Problem, sodass sie völlig ihrem Schicksal überlassen sind.
Derzeit ist die Lage für die Gruppe von Paraguayern, die Ladungen von Stoffen und Kunststoffen bis hin zu Bitumenöl transportieren, von völliger Ungewissheit geprägt. Obwohl sie alle Transitpapiere für den Übergang nach Bolivien und die Weiterreise nach Paraguay ordnungsgemäß vorliegen haben, gibt es für die Betroffenen weder ein voraussichtliches Rückkehrdatum noch wissen sie, wie lange der fremde politische Konflikt, der sie gefangen hält, noch andauern wird.
Wochenblatt / Ultima Hora















