Independencia unter Druck wegen einem Deutschen und Paraguayer

Kolonie Independencia: Die Indigenen von dem Stamm Ava Guarani in der Kolonie Independencia lassen nicht locker. Morgen dürfte der Aufstand zu weitreichenden Straßensperren führen. Der Bürgermeister ist wohl überfordert, nur wegen zweier Betroffener.

Was die Indigenen fordern ist klar und deutlich. Das paraguayische Institut für Indigene (Indi) wies ihnen 3.000 Hektar Land zu. Jedoch zwei Privateigentümer, darunter ein Deutscher und Paraguayer, verbieten es, dass sie durch ihre Ländereien zur Außenwelt gelangen.

„Viele behaupten wir sind faul. Das ist eine Lüge. Wir wollen arbeiten. Wir wollen ins Krankenhaus und die Kinder wollen zur Schule gehen. Aber dazu müssen wir auch Wege benutzen können“, sagte Richart Vargas, einer der Anführer von den Indigenen.

Nun soll es morgen zu weiteren Demonstrationen der Indianer kommen, Straßensperren sind wohl die Folge. 250 Indigene sind schon am Stadtplatz in Melgarejo. Was macht der Bürgermeister Francisco Chávez (ANR), der eine Lösung in dem Fall versprochen hatte? Er war heute telefonisch nicht erreichbar. Independencia heißt Unabhängigkeit. Den Leitsatz von der Kolonie wollen auch die Indigenen erreichen.

Wochenblatt / ABC Color

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9 Kommentare zu “Independencia unter Druck wegen einem Deutschen und Paraguayer

    1. So einfach ist das Problem nicht zu lösen nervenplan.

      Sie mögen ein „moralisches Recht“ auf Durchqueerung haben, ein rechtliches besteht nicht.

      In Paraguay wird Privateigentum vom Gesetz viel höher und besser geschützt, als in Europa. So ist es zB möglich auf seinem Grund und Boden Schußwaffen offen zu tragen, auch wenn man dies im öffentlichen Raum nicht tun dürfte.
      Wenn sie wollen, dann können sie auch eine 4m hohe Betonmauer rund um ihr Grundstück errichten und keiner kann Ihnen vorschreiben, wen sie aufs Grundstück lassen dürfen.

      Der INDI war das wohl bewußt. Es kann gut sein, daß diese 3000 HA wegen fehlender Wege besonders günstig bzw. unverkäuflich waren. Vielleicht ist das alles ja gar kein Zufall. Sollte jetzt etwa wegen Druckes der Indianer eine Straße gebaut werden, mit Staatsgeld versteht sich, wer sagt, daß diese Indianer dann auch dort bleiben? Vielleicht gibt es sogar schon einen Käufer im Hintergrund, der diese Demo finanziert?

      In Paraguay ist selten der erste Eindruck auch die Wahrheit. Vieles ist oft nur Schein. Ähnlich einem Eisberg ist das verborgene meist viel größer, als das an der Oberfläche sichtbare. Dieses Verhalten ist mit Land und Leuten so verwachsen wie die Ranken einer Dornenhecke; untrennbar verbunden.

      1. Interssante Punkte, 9 mm.

        Heimtücke ist gar nicht mal so selten in Paraguay, das haben mir mehrere hier schon immer lebende Verwandte bestaetigt. Es geschehen so einige merkwuerdige Sachen in Paraguay (Campesino-Aufmarsch, EPP, Illegale Landbesetzungen auf Privatgrund usw.), wo man sich fragt, warum passiert da nichts?
        Ich finde nicht, dass man dass nur mit „Ist halt Entwicklungsland“ begruenden kann, das hat schon eher was mit Mafiastrukturen in der Elite des Landes zu tun.

      2. Dies stimmt so nicht 9mm. Jeder hat anrecht auf sein Land zu kommen und dies ist gesetzlich abgesichert. Dies steht explizit im Artikel 2209 de Zivilen Gesetzbuches.

        Y el Art.2209 establece:

        “El tránsito de personas y cosas debe ser concedido en la medida necesaria para la explotación y uso del inmueble encerrado y tomado sobre los fundos contiguos que presenten el trayecto más corto a la vía pública, a no ser que el interés de dichos fundos, el del predio encerrado, la situación de los lugares, o las circunstancias especiales, impusieren otra regla”.

        Was den Indios fehlt ist ein Anwalt welcher Sie vor dem Gesetz vertreten muss.

  1. Das Ganz ist doch klar. Das Institut INDI hat den Indianern Land übertragen, wohlwissend, daß es dazu keinerlei Zugangsmöglichkeiten gibt. Ich unterstelle einfach, daß auch bei der INDI kein Mitarbeiter so dumm sein kann, das nicht erkannt zu haben. Gemäß der hier üblichen Vorgehensweise „Die Schuldigen sind immer die anderen“ und in Ermangelung eines Unrechtsbewußtseins schob man von Anfang an ganz bewußt den benachbarten Grundstückseigentümern den „schwarzen Peter“ zu – und natürlich auch der Gemeinde, sprich dem Bürgermeister. Sollen die doch sehen, wie sie das Problem lösen. Was lernen wir daraus: Niemand der hier ein Grundstück erwirbt kann sicher sein, daß sich nicht später ein Vorbesitzer meldet mit Besitzansprüchen – oder daß Nachbarn Zugangsrechte und Überfahrtsrechte einfordern. Im Grunde ist das ein handfester Skandal und gehört schnellstens und grundsätzlich geklärt wenn man Wert auf Rechtssicherheit legt und Investoren anlocken will. Doch vermutlich gehen die Politiker wieder einmal mehr in Deckung.

  2. Ergänzung: Die Titelüberschrift zu diesem Bericht ist meines Erachtens nicht korrekt bzw. manipulativ. Richtigerweise müßte die Überschrift wie folgt lauten: INDEPENDENCIA UNTER DRUCK WEGEN DER INDI oder noch besser: INDI PROVOZIERT UNRUHE IN INDEPENDENCIA.

  3. Wenn der Bürgermeister von Melgarejo alle 200 Meter eine teure unnütze grosse Metall Tafel mit seinem Namen aufstellen kann, wird er den Weg schon richten.

  4. Mir kommt es so vor all würde man die Indigenen gerne mal vorschicken um etwas anzustossen, was im Hintergrund läuft? Vielleicht werden diese Menschen nur missbraucht um andere Interessen durchzusetzen?

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