Indigene fordern freies Wegerecht

Villarrica: Rund 130 Indigene aus Independencia und Paso Yobai, Departement Guairá, demonstrierten seit Montag in Villarrica und fordern ein freies Wegerecht, um auf ihre Ländereien gelangen zu können.

Die Demonstranten, von den Ethnien Avá Guaraní und Mbyá Guaraní, profitierten von rund 3.000 Hektar Land, die 2013 vom “Instituto Paraguayo del Indígena“ (Indi) gekauft wurden, so Richard Vargas, einer der Anführer.

„Vor ungefähr sieben Jahren ließen wir uns in der Nähe des Reservats Ybytyruzú nieder. Nach und nach umringten uns die ehemaligen Besitzer und begannen, die Straßen zu schließen. Wir konnten die Grundstücke weder verlassen noch zu ihnen gelangen. Es gab auch einige Projekte, die eigentlich zu unseren Gunsten waren aber wir profitierten nicht davon“, sagte Vargas.

Er beklagte sich über die Arbeiten des Ministeriums für Stadtplanung, Wohnen und Lebensraum (MUVH), dessen Beamte sich angeblich in der Gegend befinden aber auch nichts tun würden.

Vargas erwähnte, dass sechs Gemeinden in der betroffenen Zone vom Ybytyruzú Gebirge acht Tage lang versucht hätten eine Lösung bei der Behörde Indi herbeizuführen, jedoch ohne Erfolg.

„Wir fordern, dass sie uns einen Berater schicken, damit er sich mit dem Fall vertraut machen kann. Wir haben Kinder, die den Unterricht beginnen müssen. Deshalb bitten wir um eine umgehende Antwort“, sagte Vargas.

Er fügte hinzu, dass vor Tagen ein Treffen mit anderen indigenen Vertretern und dem Gouverneur Juan Carlos Vera Báez zustande gekommen sei, der versprochen habe, Beamte aus der Behörde Indi für Gesprächen zu ihnen zu entsenden, aber das sei nicht passiert. Aufgrund dessen erfolgen jetzt die Demonstrationen.

Vargas warnte davor, dass man die Route 8 “Doctor Blas Garay“ schließen werde, umso mehr Druck auszuüben. Etwa 130 Ureinwohner führen die Protestaktion durch, darunter etwa 65 Kinder.

Wochenblatt / Ultima Hora

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3 Kommentare zu “Indigene fordern freies Wegerecht

  1. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat INDI 2013 3.000 Hektar Land – aus Steuergeldern – für diese Menschen gekauft. Ok, so weit finde ich das ja ok. Wenn der Staat über kein Land verfügt, um einen Teil davon der Urbevölkerung zu überlassen, dann muss er es halt kaufen.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, dann hat INDI 2013 3.000 Hektar Land – aus Steuergelder für diese Menschen gekauft. Und vergessen, dass diese Menschen gar nicht über genügend Helikopter verfügt, um ins Reservat zu gelangen? Man vergibt Grundbucheinträge (Titulos) ohne irgendwie auf den Tontafeln aus den Hieroglyphen zu lesen, dass diese Menschen keine Tunnels bauen werden, sondern ganz schlicht und einfach gerne über dem Landweg in ihr Reservat gelangen würden?
    Tja, echt, ein schwieriges Problem. Ich weiß auch nicht wie man das lösen kann. Vielleicht – aus Steuergelder – den Indios Helikopter kaufen oder doch einen Tunnel bauen? Ja, ich denke, so könnte es klappen. Aber Helikopter brauchen immer fort Sprit und Ersatzteile. Also bleibt nur der Tunnel als Lösung. Ja, so könnte es klappen.

  2. Arbeiten bei der INDI unfähige Leute, die zu dumm sind rechtzeitig Vorsorge zu treffen, daß die neuen Landbesitzer ein Durchgangs- und Durchfahrtsrecht auf den sie umringenden Grundstücken erhalten? Oder hat mit die Idigenen bewußt in die Falle gelockt? Egal wie, der Staat ist für die Dummheit und Unfähigkeit seines Personalos verantwortlich und hat folglich dafür zu sorgen, daß Recht und Ordnung einkehren. Im Interesse der Öffentlichkeit ist der Staat berechtigt, auch im Nachhinein Zwangsenteignungen für Überfahrtswege durch zu führen. Warum also geschieht das nicht umgehend?

  3. Also wenn diese menschen nun ein Stück Land haben, sollte es doch machbar sein, denen auch einen Zufahrtsweg zu schaffen? Wozu Land geben wenn die Situation hernach doch nicht entspannt ist? Will man das etwa?

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