Keine überraschten Blicke

Asunción: Die staatliche Kontrollbehörde, die unter anderem Ausschreibungen auf Antrag überprüft, stellte in einem 43-seitigen Bericht fest, dass die Ausschreibung zur Fußgängerbrücke in eine bestimmte Richtung gelenkt wurde.

Wie von anderen Interessenten schon vorab informiert, hat die Regierung für den Bau der total unsinnigen Fußgängerbrücke im am geringsten bevölkerten Stadtteil von Asunción alles getan, damit nur ein Unternehmen den Auftrag erhält.

Die “pasarela ñandutí”, wie sie in spanischer Sprache heißt, kostete zudem 2,1 Millionen US-Dollar. Experten aus dem Bereich bestätigten der Brücke einen Höchstpreis von 500.000 US-Dollar, was auf Überteuerung hinweist und bei einer spezifischen Ausschreibung, wo kein zweiter Anbieter gewinnen kann, natürlich vollkommen beabsichtigt ist. Die Firma Engineering, Gewinner der und 70 weiteren Ausschreibungen seit Amtsbeginn von Abdo, weist alle Verantwortung von sich. Das übliche System in den Vergangenheit, was das Teilen der Überquerung mit Regierungsmitgliedern wohl nahelegt. Ob dies im vorliegenden Fall ebenso ist, kann nicht genau gesagt werden. Allerdings besteht auch kein Anlass zu glauben, dass das MOPC einfach so 1,5 Millionen US-Dollar einem Unternehmen schenkt.

Die Firma von Juan Andrés Campos Cervera gewann die Ausschreibung, weil sie ISO Zertifizierungen hatte, die keiner bei dem Bau benötigt und dem MOPC wird zur Last gelegt, dass der viel zu hohe Referenzpreis auf einer Zeitung ist, jedoch nichts mit der Realität in dem Sektor zu tun habe. Obwohl in der Ausschreibung nachfolgende Änderungen als nicht möglich eingestuft wurden, akzeptierte das MOPC alle Änderungswünsche, die Engineering vorschlug.

Normalerweise müsste jetzt die Staatsanwaltschaft tätig werden. Da jedoch der Bruder der First Lady bei den Treffen zur Planung der Brücke anwesend war, ist es eher ausgeschlossen, das man ermittelt bzw. etwas Belastendes findet.

Wochenblatt / Abc Color

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1 Kommentar zu “Keine überraschten Blicke

  1. Die Brücke ist nicht 75% teurer als andere, sondern 100%, denn wie auf dem Beitragsbild deutlich zu erkennen – weit und breit keine Häuser. Demnach auch niemand, der diese Überführung jemals benutzen möchte.
    Wie in meinem letzten Kommentar zum letzten Artikel zum Thema geschrieben, gibt es noch andere solcher Überführungen im “Niemandsland” hierzulande, bei welchen man NIE jemanden diese Überführungen benutzen sieht. Wenn schon – so eine Leitplanke ist kein Hindernis für Fußgänger – schlürft der Einheimische unten durch. Das ist doch keinem zuzutrauen diese Meter weiter zu schlürfen als nötig. Als Mobilist sieht man ja diese Fußgänger und kann bremsen. Da muss man den Eingeborenen schon ein Kränzchen winden, denn ich DÖCHL würde noch einer Anhalten und mit dem Baseballschläger aussteigen. Im besten Falle hupen und den Vogel zeigen. Hierzulande ist natürlich alles viel tranqui, man bremst, kratzt sich mit dem Eiskratzer von der Frontscheibe und fährt weiter. Ist ja nix passiert. Ist ja für die nachfolgenden Fahrzeuge nochmal alles gut gegangen.
    Nun gut, sei es wie es ist, jedenfalls wird die Firma nicht 3x mehr verdienen. Hierzulande ist schon seit Jahren vor dem Uhhh-Viru-V2.x-Zeitalter ständiges Händewaschen angesagt. Eine Hand wäscht die andere. D.h. die Firma muss mit dem Gewinn noch ein paar Hände hiesig Kindergartenpolitiker und -polizeijustiz bezahlen. Aber es sollte sich trotzdem gelohnt haben.
    Besonders schlau ist dieses Gitter. Da sieht man wenigstens nicht, dass niemand darüber läuft. Jedenfalls bis zum nächsten Hindhöschen von bis zu 2 km/h, denn für die richtigen Popnieten wird es nicht gereicht haben, so haben hiesig Alleskönner halt etwas kleinere benutzt, dafür nur die Hälfte in Anzahl.
    Das hat auch den Vorteil, dass niemand diese Brücke überhaupt benutzen will, denn wer will schon beim nächsten Hindhöschen von bis zu 2 km/h der Belag eines Sandwich sein.

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