Kooperativen in der Krise

Der President von Colonias Unidas, Agustín Konrad, bat die Regierung auf der diesjährigen Expo um eine klare Politik für Kooperativen aus dem Produktivsektor.

Die niedrigen Preise für Weizen, Mais und Soja hätten viele Kooperativen im laufenden Jahr in die roten Zahlen getrieben. „Diese drei Bereiche stehen ganz schlecht da, den Stand (auf der Expo) konnten wir dank der Umsätze aus der Yerba Mate und der Milch eröffnen, ohne diese beiden, sähe es anders aus“, sagte er.

Zum schwierigen Marktumfeld gesellt sich für die Kooperativen die neu eingeführte Umsatzsteuer (IVA) für das Kreditgeschäft sowie Änderungen beim System der Wahlen für Führungspositionen, die vom Parlament beschlossen wurden.

„61% der Kooperativen sind kleine Produzenten, die durch die Solidarität der Mitglieder getragen werden. Diese Leute (die Abgeordneten), denen das Wesen des Sektors fremd ist, nehmen uns ein wichtiges Werkzeug weg, mit dem wir bisher soziale Probleme lösen konnten“, führte Konrad aus.

Falls die Regierung keine Hilfen beschließe, sei der Zusammenbruch verschiedener Kooperativen wahrscheinlich, malte er ein düsteres Bild.

„In diesem Jahr haben wir nur die Hälfte von dem an Weizen gesät, was wir im Vorjahr pflanzten, dieses Jahr sind es 35.000 Hektar und in 2014 waren es noch 75.000 ha. Wenn das Land hier nicht eine ausreichende Versorgung garantiert müssen wir bald wieder Mehl importieren und das wird sich negativ auf die Lebenshaltungskosten auswirken. Wir müssen den Ertrag für die ärmste Schicht der Bevölkerung sicher stellen, dies sind unsere Weizenproduzenten“, plädierte er.

Es sei ein „schwerer Fehler“ sich mit Argentinien zu vergleichen, wo das Agrarsystem komplett versagt habe. „Wenn wir die Argentinier kopieren, steuern wir auf den Bankrott zu, dann halten wir nicht länger durch. Wenn es so weiter geht, ist die Produktion bald ausgerottet“, drohte er.

Quelle: Última Hora

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6 Kommentare zu “Kooperativen in der Krise

  1. Zitat:“die neu eingeführte Umsatzsteuer (IVA) für das Kreditgeschäft“.
    Hat hierzu jemand nähere Informationen wie sich dies insgesamt darstellt?

    1. Ich habe auch nur am Rande erfahren dass es auf Einkünfte aus Kapitalerträgen mit 10% versteuert werden sollen. Wie das ganze ablaufen soll hab ich auch noch keinen Durchblick.

      Am besten wäre es das Finanzamt würde die Steuer gleich an der Quelle, den Cooperativen und Banken abzapfen. Dann ist das Geld dem Staat sicher und keiner kann rummauscheln oder behaupten er habe keine Kenntnis davon gehabt.

      Des weiteren würden die „follow ups“ wie Mahnverfahren, Pfändungen und so weiter entfallen.

      1. Selbst die Kontadores haben noch keinen genauen Durchblick , weil
        noch keine genauen Regeln fuer den Einzug dieser Steuer bestehen.
        Werden voll erst ab dem Steuerjahr 2016 greifen…..voraussichtlich !!

        Der einzige bisher feststellbare Effekt ist , das es komplizierter ist ,
        ueber Produktionsgenossenschaften Kredite zu bekommen .

  2. „Wenn wir die Argentinier kopieren, steuern wir auf den Bankrott zu, dann halten wir nicht länger durch. Wenn es so weiter geht, ist die Produktion bald ausgerottet“, – See more at: http://wochenblatt.cc/nachrichten/kooperativen-in-der-krise/36620#sthash.d5byF3Pt.dpuf

    Endlich mal einer der Ausspricht , was der Argentinische Staat mit seiner einst
    fuehrenden Landwirtschaft gemacht hat !!
    Total an die Wand gefahren !!
    Im Jahr 2015 werden in ARG nur noch 3,6 Mio ha Weizen gesaet , eine Zahl
    die so niedrig ist , wie vor 100 Jahren .

      1. Kann und sollte man so generell nicht miteinander vergleichen !!
        Dazu sind beide Staats- und Sozialwesen zu unterschiedlich .
        Staatspleiten haben wir in Suedamerika ja schon einige erlebt ,
        mit den unterschiedlichsten Reflexen fuer die allgemeinheit.
        Die Gewichtung im Bezug auf die Abhaengigkeit des Individuums
        auf ein Bankensystem ist hier anders gewichtet , als zum Beispiel
        in Griechenland .

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