Künstler: Eine trostlose und brotlose Zukunft

Asunción: Die Bühnen und Spielflächen des Landes bleiben leer. Bia auf einige Wenige, die beim Fernsehen arbeiten sind Künstler kaum besser dran als Heimkehrer. Sie bitten nun um finanzielle Hilfe vom Staat. Sie blicken auf eine trostlose und brotlose Zukunft.

Während Ruben Rodriguez sicher im Fernsehen aufgehoben ist und den Zuschauern eine normale Welt im Frühstücksfernsehen vorgaukelt, scheint auch Hugo Javier froh zu sein, den Anforderungen von Horacio Cartes gerecht gewesen zu sein, denn ohne sein Wechsel in die Politik wäre auch er ohne Einkommen. Sein ihm erteilter Hausarrest umfasst eine Arbeitserlaubnis.

Doch alle anderen Künstler, die im Theater oder am Mikrofon ihr Können unter Beweis stellen, sind nach 60 Tagen Quarantäne auf staatliche Hilfe angewiesen. Doch wäre es so einfach nur die wenigen Hundert Künstler zu sehen, würde man jeder Hilfe umgehend zustimmen, doch mit ihnen sind auch Tontechniker, Bühnenbildner und anderes Produktionspersonal direkt davon betroffen.

Die kulturfreie Zeit wird sicherlich noch einige Monate andauern, da gerade sie von vollen Tribünen profitieren und nur mit eng aufgereihten Menschen Kultur vermitteln und Geld verdienen können. Und selbst die zahllosen Heimkehrer, darunter zahlreiche Sänger und Gitarristen auf Kreuzfahrtschiffen, sehen in ihrer Heimat einer trostlosen und brotlosen Zukunft entgegen, die im Bestfall durch minimale Subventionen überleben.

Wochenblatt / El Independiente

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3 Kommentare zu “Künstler: Eine trostlose und brotlose Zukunft

  1. Nicht nur Personen die im künstlerischen Bereich arbeiten sehen sich mit einer Zukunft konfrontiert in der die Einkommensquellen nicht mehr gesichert sind. Wie man sieht haben sie aber bessere Verbindungen zur Presse um auf sich aufmerksam zu machen. Daraus dürfen jedoch keine Vorteile gegenüber anderen Berufsgruppen entstehen. Angesagt wäre ein staatliches Beschäftigungsprogramm. Inwieweit dies dem Land Paraguay möglich ist bleibt abzuwarten. Die selbst inszenierte und aufrecht erhaltene Krise wird die Entwicklungsländer in Zukunft besonders hart treffen. In einer die gesamte Bevölkerung betreffenden pauschalen Quarantäne konnte ich keine intelligente Krisenbewältigung erkennen.

  2. Mein Großvater pflegte schon vor 40 Jahren zu sagen, lerne einen anständigen Beruf, Künstler kannst Du immer noch werden, wenn Du eine Familie ernähren kannst. Er hat Recht behalten.

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