Kurz vor knapp

Asunción: Am Donnertagmorgen erinnerte die Tageszeitung Abc Color die Staatsanwaltschaft auf ihrer Titelseite daran, dass um 23:59 des laufenden Tages die Frist zur Stellung eines Prozesses gegen den ehemaligen Minister Ramón Jiménez Gaona wegen dem Metrobus-Projekt abläuft.

Tatsächlich verwunderlich war, dass die ganze Zeit nichts passierte aber rund 7 Stunden vor Ablauf der Frist die Staatsanwältin María Estefanía González eine Beschuldigung vorlegte und einen Gerichtsprozess wegen Untreue gegen den ehemaligen Minister für öffentliche Arbeiten und Kommunikation, Ramón Jiménez Gaona, und andere Beamte seiner Verwaltung im Fall des gescheiterten Metrobus-Projekts beantragte. Die Staatsanwaltschaft spricht von einem Schaden von fast 24 Millionen US-Dollar.

Ramón Jiménez Gaona, der ehemalige Minister für öffentliche Arbeiten und Kommunikation der Regierung von Horacio Cartes, seine ehemalige Vizeministerin Marta Regina Benítez Morínigo und der Verantwortliche für das Metrobus-Projekt, Guillermo Alcides Alcaraz, wurden wegen Untreue im Fall des gescheiterten Metrobus-Projekts angeklagt.

Staatsanwältin María Estefanía González weist in der Beschuldigung darauf hin, dass das Ministerium für öffentliche Arbeiten und Kommunikation (MOPC) öffentliche Gelder für Arbeiten ausgab, die nicht den technischen Spezifikationen entsprachen und nicht dem Zweck des “Programms zur Modernisierung des öffentlichen Personennahverkehrs und der Regierungsbüros” (Metrobus) dienten.

“Die bezahlten Arbeiten sind für die Bürger nicht von Nutzen, verbessern nicht die Lebensqualität der Paraguayer und werden derzeit sogar abgerissen”, hebt ein Teil des 51-seitigen Schriftsatzes hervor, der heute Nachmittag von Gonzalez vor dem auf Wirtschaftsverbrechen spezialisierten Gericht unter der Leitung von Richter Humberto Otazú vorgelegt wurde.

In diesem Zusammenhang weist der Vertreter der Staatsanwaltschaft darauf hin, dass dem paraguayischen Staat ein finanzieller Schaden in Höhe von 180.030.528.699 G. (ca. 25 Millionen Dollar zum aktuellen Wechselkurs) durch die Auszahlung von 29 Bauzertifikaten zugunsten von Mota-Engil Engineering and Construction SA entstanden ist, wobei zu berücksichtigen ist, dass er für diesen Betrag ein unfertiges und nicht realisierbares Bauwerk erhalten hat, das auf das Verhalten der jetzt Angeklagten zurückzuführen ist. Bis heute weißt die aktuelle Regierung alle Verantwortung von sich und beschuldigt, wie immer, Mario Abdo dafür.

Ramón Jiménez Gaona und sein Vater verkauften Horacio Cartes ihre Firmenanteile, wodurch Cartes über Jahre hinweg Mehrheitsaktionär des Unternehmens Jiménez Gaona und Lima war, und keiner davon wußte. Als er als Präsident die Mautstrecke von Tape Porã um weitere 30 Jahre verlängerte war er schon Eigentümer der bevorzugten Firma, da Tape Porã zu Jiménez Gaona und Lima gehörte.

Wochenblatt / Abc Color

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1 Kommentare zu “Kurz vor knapp

  1. Sieh mal an…hätte also ABC Color nicht nochmal daran erinnert, wäre gar nichts weiter passiert. Jetzt muss der arme Ex-Minister also doch zum Gericht. Sowas blödes, ich meine er wird eh freigesprochen werden, dank ihm ist Cartes noch reicher geworden, aber die Zeit die man dafür aufbringen muss…das ist ärgerlich.

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