Lapsus mit direkter Einflussnahme

Asunción: Nachdem der Gesetzesentwurf zur Lohngrenze auf Niveau des Präsidenten im Senat beschlossen und im Abgeordnetenhaus wild abgeändert wurde, kehrte er zurück, wo Silvio „Trato Apu’a“ Ovelar, seiner Frau direkt Bericht erstattete.

Während alle Senatoren vorgestern zusammen auf Zoom tagten und jeder das Wort des anderen hörte, stimmte man über den Antrag von Senator Sergio Godoy ab, welcher eine Lohndeckelung auf dem Niveau der Einkünfte des Staatsoberhauptes vorsah. 38 Senatoren stimmten dafür, 5 dagegen, eine Enthaltung und eine Kollege war nicht anwesend.

Kaum wählten alle, rief Senator Silvio Ovelar seine Ehefrau Magnolia Mendoza (Beitragsbild) an, die bei Itaipú juristische Chefberaterin ist und 105 Millionen Guaranies monatlich verdient. Sie wäre von der möglichen Deckelung direkt betroffnen und würde nur noch 30% beziehen: “Hola mi amor, los Cartistas están con nosotros a excepción de Monges, que no estuvo presente, Calé y yo…” – “Hallo meine Liebe, die Cartes Anhänger sind mit uns, ausgenommen Monges, der nicht da ist, Calé (Juan Carlos Galaverna) und ich…“. Er vergaß am Computer sein Mikrofon auszuschalten, als er seine Ehefrau anrief und Bericht erstattete.

Im Senat stimmte eine große Mehrheit erneut für die Lohngrenze, die im Abgeordnetenhaus aufgrund der Cartes Mehrheit keinen Anklang fand. Cartes ordnete an diesen Gesetzesvorstoss keinen Platz zu geben, da dadurch zu viele Anhänger Einkommenseinbußen hätten und somit die Macht schwinden würde. Dennoch kehrt das Projekt in seiner erneut beschlossenen Form ins Abgeordnetenhaus zurück, mit der Hoffnung, dass Cartes sich umentscheidet und seinen Teil beträgt, dass die Staatskasse etwas entlastet wurde. Im geänderten Entwurf des Abgeordnetenhauses wurde zwar eine Lohngrenze beschlossen, jedoch die zweistaatlichen Wasserkraftwerke ausgenommen, was rund 1.500 Personen betrifft. Bei Itaipú und Yacyretá arbeiten meist Familienangehörige und Freunde der 125 Volksvertreter.

Wochenblatt / Abc Color / La Nación

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2 Kommentare zu “Lapsus mit direkter Einflussnahme

  1. Saminathasarma Kanesharajakkurukkal

    Naja, der Sambi Südamerikas kann es sich auch leisten einer juristischen Chefberaterin 15000 Euro monatlich zu zahlen. Dafür hat das Land auch schon 259 Intensivbetten und Millionen Schlaglöcher in den asphaltierten Mondlandschaften. Doch die meisten sind stolz auf das, was sie vom Staat bekommen: täglich 7 bis 11 Uhr Schul, Streichhölzer und Bier, die Eingeborener durch eingesparte Müllabfuhrgebühr einspart. Top. Phänomenal. Weitermachen.

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