“Licence to Kill“ – ohne jegliche Kontrolle

Asunción: Dank der fehlenden Verkehrserziehung in großen Teilen der Bevölkerung kommt es an Kontrollposten der Straßenpatrouille immer wieder zu Situation die vermeidbar wären. Vertrauensverlust summiert sich auch.

Vor wenigen Tagen wurde ein Video veröffentlicht, in dem man einen Uniformierten der Straßenpatrouille sah, wie der von einem Autofahrer angegriffen wurde, weil dieser seinen Führerschein zu lange kontrollierte. Während der Fahrer davon ausging den Führerschein nur 10 Sekunden aus den Händen geben zu müssen braucht es jedoch weitaus mehr um einen Strafzettel vorzubereiten. Die Beifahrerin hatte keinen Gurt und zudem ein Baby auf dem Schoss. Normalerweise bittet ein Uniformierter die besagte Frau dann auf dem Rücksitz Platz zu nehmen, doch genau dies schien die Reaktion des Fahrers ausgelöst zu haben. Diese Anweisungen der Straßenpatrouille Folge zu leisten ist kein Beinbruch und sicherlich günstiger als ein Strafzettel. Eventuell haben die Fahrer auch Misstrauen gegenüber den Kontrolleuren.

Laut dem Gesetz N° 5016/2014 “Nacional de Tránsito y Seguridad Vial“ ist klar erklärt, dass die Straßenpatrouille die Möglichkeit hat den Führerschein einzubehalten. Diese fünf Situationen sind:

* Abgelaufener Führerschein
* Führerschein mit veralteten Daten eines Fahrers
* Führerschein mit falscher Altersangabe
* Wenn der Fahrer über eingeschränkte Fähigkeiten verfügt das Fahrzeug zu fahren (Ausnahme sind Fahrer die diese Invalidität eingetragen haben)
* Wenn der Fahrer ein landesweites Fahrverbot hat

Im oben benannten Fall erklärte der Fahrer, dass keiner seinen Führerschein eingehalten dürfe, wie in Artikel 19 beschrieben, wo ausdrücklich steht, dass keiner den Führerschein einhalten darf ausgenommen in den oben genannten Fällen.

Aber auch Artikel 55 des Verkehrsgesetzes von 2014 bezieht sich darauf alle geforderten Dokumente vorzuweisen und Artikel 107 alle Proben und Tests über einen ergehen zu lassen, die den Zustand zum Fahren überprüfen, also auch Alkoholtest. Dies zeigt im Falle einer Weigerung die Ignoranz der Fahrer und wie sie glauben über dem Gesetz zu stehen.

Wenn Fahrer besser wüssten was ihre Pflichten aber auch ihre Rechte sind wäre es in vielen Situation einfacher. Wichtig dabei ist, dass die Städte es sin, die Führerscheine ausgeben und die sicherstellen müssen, dass die Fahrer die Mindestvoraussetzungen erfüllen um am Straßenverkehr teilnehmen zu können. Wer also keine Fahrschule besucht, ist auch nicht wirklich darauf vorbereitet.

„Fast 90 % aller Städte geben Führerscheine ohne jegliche Kontrolle heraus. Sie halten sich nicht an ihre konstitutionelle Pflicht. Möchten nur das Geld. Die Städte geben nur so die Führerscheine aus, wie Lizenzen zum Töten“, sagte Luis Christ Jacobs, Leiter der Straßenpatrouille.

Wochenblatt / Abc Color

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8 Kommentare zu ““Licence to Kill“ – ohne jegliche Kontrolle

  1. Christiane Macke

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    Nähme mich wunder, wenn man den Führerschein wegen Alkohol am Steuer oder sonstwas los ist, kann man dann einfach in einer anderen Stadt einen neuen kaufen? Oder bekommt in dieser Situation jede Stadt eine Tontafel ins Archiv, dass Person x seinen Führerschein los ist?

    1. früher war das möglich, da es keine vernetzung gab. quasi ins nachbardorf und fertig …. heute ist das nicht mehr möglich, da alles in der zentrale von OPACI in einer datenbank steht, d.h. wenn dort steht NEIN, dann kommt bei der Gemeine ein NEIN raus und das kann nicht überschrieben werden. aber aktuell hat man eh 20 punkte bis man den lappen abgeben muss, da kann man dann mit alkoholeinfluss genau 4 leute überfahren.

      1. alex, so sollte es normalerweise sein, da aber keiner mit dem pc umgehen kann, zu faul ist in der Datenbank zu suchen oder der Pc gerade defekt ist, geht das immer noch. Außerdem liegt es auch an der Gegenstelle, der OPACI, wie Du diese betitelst, Wenn die Daten nicht Zeitgleich ins System gesetzt werden, was selten passiert, erst 1 oder 2 Wochen später, dann sind alle Messen gesungen.

  2. „Möchten nur das Geld.“ sagte Luis Christ Jacobs, Leiter der Straßenpatrouille.

    Das sagt der Richtige!

  3. Genau. Funktioniert von oben herab schon nicht. Wieso also soll ich als Polizist brav kontrollieren? Die Fahrer sagen wieso soll ich mich überhaupt an etwas halten? Es ist schlicht Mentalitätssache. Man müsste hier den Staatsapparat austauschen also sprich Beamte aus einem 1. Welt Land holen. Ein Land wie Paraguay bräuchte nur Verwaltung und das wer dann das Kolonialsystem. Politik braucht es hier in dem Sinn nicht, denn was sich hier Politik nennt, ist kopieren und auf Auftrag übernehmen aus 1. Welt Staaten, aber dann nach 4. Welt Art ausgeführt. Der Artikel gibt ein Musterbeispiel.
    Die Politik kostet bei 0 Nutzen, abgesehen vom Taschengeld der Politikerkaste und einigen globalen Konzernen dem nationalen Steuerzahler der 3. Welt schon eine Menge Kies und von der Steuerlast der 1. Welt, die dann als Entwicklungshilfe versickert, wollen wir jetzt gar nicht reden. Die Staaten der 3. Welt verwandeln sich in Mülldeponien und der Geburtenüberschuß steht dann trotzdem vor der Tür der 1. Welt.
    Das System ist seit etwa 70 Jahren so. Eine Glanzleistung…

  4. Christiane Macke

    Reply

    Chile hat es auch geschafft nach der Diktatur die Korruption weitgehendst zu bekämpfen, demokratische Strukturen zu schaffen und ist heute eines der wirtschaftlich besser dastehenden Ländern Südamerikas (habe ich gelesen, war noch nie selbst in Chile). Warum schafft es Paragauy nicht?

    1. Wer soll denn hier die Korruption bekämpfen – die Roten oder die Blauen? Guter Witz.
      Solange die Mentalität der Bürger sich nicht ändert – nichts tun und dafür Geld haben wollen, notfalls betrügen, stehlen… – wird sich hier nichts ändern.

      Ich gehe in einigen Jahren in ein anderes Land, hier wird es immer schlimmer. STrom, Wasser, Internet – alles nur noch sporadisch; Servce = Fremdwort; Händler und Verkäufer sind die Könige und die Käufer die Bittsteller. Dafür steigen die Preise ins Unermeßliche, sind oft höher als in Europa, es sei denn, man möchte auf einem Niveau der ärmsten Paraguayer leben, Mate mit trockenem Pamm (ich unterscheide zwischen eßbarem Pan und ungenießbarer Pappe, genannt Pamm.)

      Da gibt es wahrlich besseres auf de Welt. WAr trotzdem eine schöne Zeit – aber bald ist Schluss mit STinkefeuer, Müll überall, Kindergartenmusik und ignoranter Arroganz.
      Was nützt die größere persönliche Freiheit, wenn Ande, Internet und Wasserversorger mir indirekt vorschreiben, wann ich Duschen darf, wann ins Internet gehen oder wann ich mit elektrischen Geräten ewas tun kann? Und wenn ich Gemüse kaufe und mich durcheinen Berg von Abfallgemüse wühlen muss oder Filet habe, das von Kühen ist, die schon bei Jesus auf de Weide standen, dann hat das mit persönlicher Freiheit nichts mehr zu tun. Da nützt es auch nichts, dass ich mir einen Pool groß wie ein Handballfeld auf Grundstück stellen kann oder an- und umbauen kann, wie ich will.
      Die persönliche Freiheit hier wird durch hiesige Unternehmen so stark eingeengt, dass

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