“Lineare“ Unterrichtsmethoden führen zur Anklage

Caaguazú: Eine Lehrerin wurde wegen Kindesmissbrauch angezeigt. Ihre 25-jährige Bilderbuchkarriere dürfte wohl zu Ende sein.

Auf einem Video ist zu sehen, wie die besagte Lehrerin einen Schüler mit einem Lineal schlägt. Gedreht haben den Film Kollegen des Opfers. Der Vorfall ereignete sich in der Bildungseinrichtung Cristo Rey im Distrikt von Nueva Toledo.

Die Staatsanwältin Maria Irene Álvarez klagt nun die beschuldigte Lehrkraft Martina Rivarola an.

Der betroffene Schüler erschien in Begleitung seiner Eltern bei der Staatsanwaltschaft und gab die Schläge mit dem Lineal zu Protokoll. Es soll nicht das erste Mal gewesen sein, dass die Lehrerin so handelte. Es gab des Öfteren körperliche Aggressionen als Strafe gegen Schüler.

Nun wird geprüft ob der Fall von dem Generalstaatsanwalt der Republik weiter behandelt wird nachdem es ein Verstoß gegen die Menschenrechte darstellt oder die Gerichtsbarkeit von Caaguazú dafür zuständig ist.

Die Lehrerin wurde mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert, denn es war nicht das erste Mal, dass es zu solchen Verfehlungen kam.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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12 Kommentare zu ““Lineare“ Unterrichtsmethoden führen zur Anklage

  1. Manchmal gehts einfach nicht ohne Lineal
    Solange es nicht im Kopfbereich ist finde ich das ganz in Ordnung. Grundlos wird es ja wohl nicht sein

  2. Macht euch mal nicht ins Hemd.Was hat den der liebe Junge angestellt!
    In früheren Zeiten hat der Lehrer/in Mama,Papa Bescheid gesagt, dann gab es noch einen Arsch voll dazu!
    Da hat doch einen die Nase der Lehrerin nicht gepasst.

  3. Wie soll man störrische Esel ohne Lineal eigentlich erziehen? Vermutlich überhaupt nicht und genau das ist das Problem in Paraguay.

  4. Vor noch 70 Jahren wurden die Schüler in Deutschland im Schulunterricht auch noch physisch bestraft. Da gab es auch schon mal Schläge mit der Rute, wenn man nicht den Lehrer respektierte.
    Sicherlich darf man Schülern auf keinen Fall gewalttätigen Lehrern unterwerfen, aber ein bisschen Strenge schadet nie. Und da in vielen paraguayischen Haushalten eine Erziehung quasi nicht vorhanden ist, finde ich es nicht so schlecht, wenn eine Lehrerin ein bisschen Disziplin beibringt. Mit dem Lineal leichte Schläge (ohne blutige Wunden natürlich) unterhalb des Kopfes finde ich noch akzeptabel, wenn man mit gutem Zureden nicht weiter kommt.
    Kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, da hätten ein paar Rotzlöffel auch ein paar non-verbale Maßnahmen gut getan.

  5. Auch ich bin prinzipiell nicht gegen gemäßigte körperliche „Verweise“. Aber wenn es gesetzlich verboten ist, dann muss man eben als „Pädagoge“ andere Mittel und Wege finden.

  6. Simplicus, haben Sie Kinder? ich denke mal nicht, ansonsten haben Sie die nicht gut erzogen, wenn man das mit Schläge machen muss. Jeder hat die Kinder wo er verdient, wenn die Eltern nichts von Erziehung verstehen, dann kann es eben störrische Esel geben, Wie die Eltern so die Kinder!
    Das heisst nicht, dass diese Kinder in der Schule auch störrische Esel sein müssen, wenn die Pädagogen was von Erziehung verstehen, können diese Kinder in der Schule die anständigsten Kinder sein.

    1. Das Sie mich direkt ansprechen, will ich Ihnen, lieber Rolf auch direkt antworten: Ja ich habe zwei Kinder, die sehr wohl geraten und im Beruf erfolgreich sind. Daneben hatten wir insgesamt noch 3 Pflegekinder aufgezogen (aus schwierigen Verhältnissen kommend) Bei uns zuhaus gab es selten Klapse oder gar Schläge. Doch hin und wieder gab es eben Situationen, in welchen gutes Zureden oder andere „gewaltfreie“ Erziehungsmaßnahmen absolut nicht weiter führten. Dann gab es einfach einen ordentlichen Klaps auf den Hintern, die „geistige Blockade“ der Kinder war beendet und die Harmonie wieder hergestellt. So wie ich aber die Kinder und Jugendlichen in Paraguay erlebe (auch höre ich sehr viel von befreundeten Lehrern aus sehr angesehenen Colegios darüber) sind die hiesigen Kinder ganz besonders störrisch, unkonzentriert, völlig ungezogen und ohne jeglichen moralischen Kompaß. Bei den geringsten disziplinarischen Maßnahmen stehen schon die Eltern im Rektorat und drohen mit Anwalt und Gericht. Selbst die Notenvergaben werden nicht akzeptiert, so daß sich die Schulleitungen gezwungen sehen die Zeugnisnoten „nach oben zu korrigieren“ um ja nicht in´s Gerede zu kommen oder Schüler zu verlieren (wirtschaftliche Interessen zählen mehr als ehrliche Noten!) Man glaubt überhaupt nicht, was sich diese Kinder ab der 3. Klasse erlauben! Das gibt alles später undisziplinierte, egoistische, wertfreie, verzogene Krüppel die alles besser wissen, sich nichts sagen lassen und nicht fähig sind eine Gesellschaft zum Guten zu verändern. Die Ergebnisse davon können wir alle täglich beobachten oder darüber in der Presse lesen.

      1. Ja, auch wenn ich nicht immer Mannis Meinung bin, so aber in diesem Punkt!
        Es besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Erziehung und Kriminalität, das ist auf der ganzen Welt so, nicht nur hier.
        Paraguay hätte die Bezeichnung „Erziehungsfreies Land“ sicher voll verdient!
        Die Eltern gehen dabei immer mit gutem Beispiel voran, ob im Omnibus, auf der Straße oder zu hause Flaschen werden mit kühnen Schwung im Wettkampf Vater Sohn aus dem Fenster katapultiert, die Bananenschale fliegt auf den Gehsteig weil die Mutter ihrem Zögling diese aus der Hand schlägt (sicher hatte der mal was von Papierkorb gehört und oder der Gefährlichkeit für andere Mitmenschen…
        Am Abend geht alles weiter wie gehabt, da gibt es kein Bett vor 12:00 oder später, man sieht die
        Mädels mit 12 Jahren um 0:30 zum Biereinkauf gehen, gelegentlich verschwindet da schon mal ein Mädel…
        Lieber Gott, ich danke Dir für meine Eltern und meine Erziehung!
        Das sag ich dann immer, wenn ich sowas sehe!

      2. Interssante Infos, Manni.
        Eine Frage: Soviel ich weiss, sind die Privatschulen eigentlich sehr gut besucht, also es besteht hohe Nachfrage. Warum knicken die denn ein, wenn Eltern nicht zufrieden sind? Es kann doch nicht sein, dass ein paar Eltern so ihren Willen durchsetzen können. Wenn sie nicht zufrieden sind, sollen die ihr Gör auf eine andere Schule schicken. Basta.

        Abgesehen davon, sind Noten in Paraguay so wichtig? Wer Geld und Beziehungen hat, kann sowieso alles machen. Wer gute Noten zurecht hat, aber kein Geld, kann kaum was machen.

  7. Hier das Video: http://www.ultimahora.com/graban-maestra-golpeando-alumno-caaguazu-n1106738.html
    Das Miststück hat den Jungen mit der Hand geschlagen. Das Video spricht Bände und ich lass Friedrich Nietzsche sprechen und es ist alles gesagt. (ist was länger aber nötig)

    Die sogenannte klassische Erziehung. — Zu entdecken, dass unser Leben der Erkenntnis geweiht
    „Schicksal, ich folge dir! Und wollt’ ich nicht,
    ich müsst’ es doch und unter Seufzen tun!“
    — Und nun, bei einem Rückblick auf den Weg des Lebens, ebenfalls entdecken, dass Etwas nicht wieder gut zu machen ist: die Vergeudung unserer Jugend, als unsre Erzieher jene wissbegierigen, heißen und durstigen Jahre nicht dazu verwandten, uns der Erkenntnis der Dinge entgegenzuführen, sondern der sogenannten „Klassischen Bildung“! Die Vergeudung unserer Jugend, als man uns ein dürftiges Wissen um Griechen und Römer und deren Sprachen ebenso ungeschickt, als quälerisch beibrachte und zuwider dem obersten Satze aller Bildung: dass man nur Dem, der Hunger darnach hat, eine Speise gebe! Als man uns Mathematik und Physik auf eine gewaltsame Weise aufzwang, anstatt uns erst in die Verzweiflung der Unwissenheit zu führen und unser kleines tägliches Leben, unsere Hantierungen und Alles, was sich zwischen Morgen und Abend im Hause, in der Werkstatt, am Himmel, in der Landschaft begibt, in Tausende von Problemen aufzulösen, von peinigenden, beschämenden, aufreizenden Problemen, — um unsrer Begierde dann zu zeigen, dass wir ein mathematisches und mechanisches Wissen zu allernächst nötig haben und uns dann das erste wissenschaftliche Entzücken an der absoluten Folgerichtigkeit dieses Wissens zu lehren! Hätte man uns auch nur die Ehrfurcht vor diesen Wissenschaften gelehrt, hätte man uns mit dem Ringen und Unterliegen und Wieder-Weiterkämpfen der Großen, von dem Martyrium, welches die Geschichte der strengen Wissenschaft ist, auch nur Ein Mal die Seele erzittern machen! Vielmehr blies uns der Hauch einer gewissen Geringschätzung der eigentlichen Wissenschaften an, zu Gunsten der Historie, der „formalen Bildung“ und der „Klassizität“! Und wir ließen uns so leicht betrügen! Formale Bildung! Hätten wir nicht auf die besten Lehrer unserer Gymnasien zeigen können, lachend und fragend: „wo ist denn da die formale Bildung? Und wenn sie fehlt, wie sollen sie dieselbe lehren?“ Und Klassizität! Lernten wir Etwas von dem, worin gerade die Alten ihre Jugend erzogen? Lernten wir sprechen wie sie, schreiben wie sie? übten wir uns unablässig in der Fechtkunst des Gesprächs, in der Dialektik? Lernten wir uns schön und stolz bewegen wie sie, ringen, werfen, faustkämpfen wie sie? Lernten wir Etwas von der praktischen Asketik aller griechischen Philosophen? Wurden wir in einer einzigen antiken Tugend geübt und in der Weise, wie die Alten sie übten? Fehlte nicht überhaupt das ganze Nachdenken über Moral in unserer Erziehung, um wieviel mehr gar die einzig mögliche Kritik desselben, jene strengen und mutigen Versuche, in dieser oder jener Moral zu leben? Erregte man in uns irgend ein Gefühl, das den Alten höher galt, als den Neueren? Zeigte man uns die Einteilung des Tages und des Lebens und die Ziele über dem Leben in einem antiken Geiste? Lernten wir auch nur die alten Sprachen so, wie wir die lebender Völker lernen, — nämlich zum Sprechen und zum Bequem-und-Gut-Sprechen? Nirgends ein wirkliches Können, ein neues Vermögen als Ergebnis mühseliger Jahre! Sondern ein Wissen darum, was ehemals Menschen gekonnt und vermocht haben! Und was für ein Wissen! Nichts wird mir von Jahr zu Jahr deutlicher, als dass alles griechische und antike Wesen, so schlicht und weltbekannt es vor uns zu liegen scheint, sehr schwer verständlich, ja, kaum zugänglich ist, und dass die übliche Leichtigkeit, mit der von den Alten geredet wird, entweder eine Leichtfertigkeit oder ein alter erblicher Dünkel der Gedankenlosigkeit ist. Die ähnlichen Worte und Begriffe täuschen uns: aber hinter ihnen liegt immer eine Empfindung versteckt, welche dem modernen Empfinden fremd, unverständlich oder peinlich sein müsste. Das sind mir Gebiete, auf denen sich Knaben tummeln dürften! Genug, wir haben es getan, als wir Knaben waren und uns beinahe für immer dabei einen Widerwillen gegen das Altertum heimgeholt, den Widerwillen einer scheinbar allzugroßen Vertraulichkeit! Denn so weit geht die stolze Einbildung unserer klassischen Erzieher, gleichsam im Besitze der Alten zu sein, dass sie diesen Dünkel noch auf die Erzogenen überfließen lassen, nebst dem Verdachte, dass ein solcher Besitz nicht wohl selig machen könne, sondern dass er gut genug für rechtschaffene, arme, närrische alte Bücher-Drachen sei: „mögen diese auf ihrem Horte brüten! er wird wohl ihrer würdig sein!“ — mit diesem stillen Hintergedanken vollendete sich unsere klassische Erziehung. — Dies ist nicht wieder gut zu machen — an uns! Aber denken wir nicht nur an uns!

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