Mennoniten in Paraguay: Wenn es nicht bald eine Lösung gibt, dann …

Manitoba: Senator Arnoldo Wiens ist selbst ein Mennonit und hat dadurch einen ganz besonders guten Draht zu der sonst verschlossenen Gemeinschaft. Eine Abwanderung ist zu erwarten, so sein Eindruck.

“Viele sind am Rande dessen, was Toleranz und Geduld möglich macht. Die Mennoniten ersehnen sich mehr Sicherheit und das Fällen von intelligenten Entscheidungen von Seiten der Regierung in der aktuellen Lage. Diverse mennonitische Familien ziehen schon nach Bolivien, auf der Suche nach neuen Horizonten mit mehr Sicherheit und Ruhe für ihre Mitglieder“, versicherte der Senator.

Er unterstrich zudem, dass nicht nur 5 Entführte in San Pedro sowie 2 in Caaguazú schwer wiegen sondern auch das Fehlen von einer Garantie in Sicherheit zu arbeiten, zu produzieren. Wir halten Kontakt mit den Familienangehörigen der Entführten, wie beispielsweise Ña Obdulia, die Mutter von Edelio Morínigo, der 2014 entführt wurde, jedoch strapaziert die Hoffnungslosigkeit alle und Frustration macht sich breit.

“Es herrscht starke Unruhe bei allen und ich glaube, dass viele denken, dass wenn es nicht bald eine definitive Lösung gibt, dass sie dann neue Horizonte suchen, entweder in dem Land oder einem anderen“, so Wiens.

Senator Wiens wollte nicht weiter auf die verbalen Attacken von Präsident Cartes eingehen, die gegen ihn und seine Kollegen bei politischen Treffen einhergingen. “Ich glaube es ist einfach nur Enttäuschung über die aktuellen Resultate seiner Kampagne“. Ich will jedoch kein Statement dazu abgeben. Die Bevölkerung wird an den Urnen entscheiden welches Modell sie will, “das Autoritäre“ oder das der “Beteiligung und Demokratie“, so Wiens bei einem Radiointerview.

Wochenblatt / Abc Color

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10 Kommentare zu “Mennoniten in Paraguay: Wenn es nicht bald eine Lösung gibt, dann …

  1. Was wird passieren wenn die fleissigen Mennoniten abziehen. Die Politiker werden dann noch staerker in den Drogensumpf abdriften und das Land unter den sogenannten Campesinos aufteilen. Die ach so fleissigen Campesinos werden innerhalb kuerzester Zeit alles verscherbelt haben und nach mehr schreien. Dann werden einige Politiker wach und feststellen dass man mit Drogen das Volk nicht satt bekommt. Prost Mahlzeit. Hauptsache vor den Wahlen sind genug Lebensmittel in den Municipales deponiert damit das Stimmvieh mal 2 Tage satt wird. Halleluja Brueder und Schwestern.
    Kann man so dumm sein?

    1. Nein, die Politiker sind nicht dumm. Sie wissen genau was sie tun. Auch geht es nicht darum, das Volk satt zu bekommen und den Menschen eine gute Bildung zu gewähren. Es geht schlicht um Macht, Geld und nochmals Geld (natürlich in die eigenen Taschen) und um Land ohne etwas dafür zu tun. Die Mennoniten mögen ehrlich und fleißig sein und sehr viel zum Aufbau von Paraguay getan haben. Doch das zählt offenbar nichts. Sie sind eher ganz bestimmten Gruppen ein Dorn im Auge. Und das alles unter den Augen der Öffentlichkeit. Wo soll das noch hinführen?

      1. Hallo Simplicus/Manni, da muss ich widersprechen. Sie sind doch dumm! Wer auf diese Weise Macht sucht und damit sein Ansehen in der Welt verspielt, muss dumm sein. Kurzsichtigkeit und Machtgeilheit war schon immer ein Vorbote für das Verderben. Oder glauben Sie, die z.B. Europäer, die hier investieren wollen, sehen tatenlos zu, wie ihr Kapital geklaut wird? Die wollen eine sichere und solide Geldanlage und keine kurzfristigen Gewinne. In Zeiten, in denen auf der ganzen Welt -und nicht nur in Deutschland/Europa- Aufbruchs- und Umbruchstimmung herrscht, suchen sie Sicherheiten für ihre Investitionen. Da hat die Banditen- und Betrugsmentalität vieler Paraguayer doch keinen Platz. Siehe die jüngste Entwicklung an der paraguayisch/argentinischen Grenze!

  2. Eines ist sicher, die Mennoniten sind absolut führend in der Landwirtschaft.
    Sie sind für die Paraguayer zu stark geworden.
    Also drehen wir mal die Zeit ca. 80 Jahre zurück, wie war es da in Deutschland?
    Es gab dazumal „Ausländer“ die sehr mächtig und reich waren, sprich Juden.
    Und was passierte da? Nicht zuweit suchen, alles schon vergessen?

  3. Die Fragen, die man sich stellen muss, ist die: Was ist mir mein eigenes Leben Wert? Was bin ich bereit für meine Schutz zu tun? Ich bin seit einem Jahr in Paraguay und sehr verwundert, was sich Menschen so alles gefallen lassen. Klar, man kann ja jetzt den Glaube verschieben und sagen, das Gott alles regeln wird. Tja, seit der Vatikan 2011 per Bulle verkündet hat, NICHT die direkte Vertretung Gottes auf Erdenzu sein, hat sich das Thema Bibel erledigt. Also, warum lässt man sich das nochmal alles gefallen? Ach ja, weil man seimäne eigene Verantwortung lieber in die Hände anderer legt. Sehr weise, sehr männlich, sehr familiäre. (Ironie aus)

  4. Alles hat zwei Seiten. Auch die Ablehnung der Bevölkerung gegen die Mennoniten. Wo ist der Integrationswille? Die Mennoniten bleiben unter sich, binationale Ehen sind verpönt, Nicht-Mennoniten werden in die Kooperativen nicht aufgenommen. Die Auswirkung des wirtschaftlichen Erfolges der Mennoniten auf die landeseigene Bevölkerung ist minimal, und zumindest die Chacoindianer haben deutlich selbstbestimmter gelebt, bevor die Mennoniten kamen, ihr Land wegnahmen und Bibeln verteilten. Nicht-Mennoniten verdienen weniger, haben geringere Sozialstandards und kaum Teilhabe in den Kolonien. Die Mennoniten bilden einen Staat im Staat, mit eigenem Rechtssystem und eindeutig rassistischer Ausgrenzung der landeseigenen Bevölkerung. Kein Wunder, dass die Nicht-Mennoniten misstrauisch sind.

    1. Genau so sieht es aus und wenn wir schon einmal dabei sind, so sind die Indigenen für die so genannten Paraguayer auch Menschen zweiter Klasse. Die ganze Gesellschaft ist gespalten und Rassismus bzw. Faschismus salonfähig. Abspalten tun sich auch Politiker, Ausländer, Reiche usw. So wird hier auf dieser Webseite ja auch viel über Campesinos gehetzt. Daß Denken und Handeln sehr unterschiedlich sind, weiß ja nun jeder aber das Verständnis für den Anderen wird nicht zugelassen, weil es bequemer ist sich drüber zu stellen.
      Der Weg zum Verständnis für Indianer geht auch übers Lesen: „Der Papalagi – Die Reden des Südseehäuptlings Tuiavii aus
      Tiavea an seine Stammesmitglieder“ Hier gratis: http://www.fadedpage.com/link.php?file=20130505-a5.pdf

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