Mennoniten wissen nicht mehr ein und aus

San Pedro: Die Mennoniten wissen weder ein noch aus. Sollen sie weiter Schutzgeld an die EPP bezahlen oder verschafft ihnen die FTC Sicherheit? Nach Zeiten der Misserfolge von der FTC kehren die Erpressungsversuche zurück.

Die mennonitischen Siedler aus San Pedro stehen vor dem Desaster. Sollen sie die vermeintliche revolutionäre Steuer der selbsternannten paraguayischen Volksarmee EPP bezahlen um zur Ruhe zu gelangen und um so ihre Ländereien in Frieden bearbeiten zu können?

Die Mennoniten sagen, dass sich die Situation in ihren Kolonien seit dem Auftauchen der gemeinsamen Einsatzkräfte von Militär und Polizei (FTC) verändert habe. Seit 2008 haben sie Schutzgelder bezahlt, als Luis Alberto Lindstrom am 31. Juli 2008 entführt wurde. Jedoch als die FTC 2013 in die Zone kam, wurden die Zahlungen von vielen Kolonisten eingestellt.

Das ging aber nicht gut. Seit diesem Jahr gibt es neue Bedrohungen der EPP, vor allem wegen dem Versprühen von Pflanzenschutzmitteln. Schon 2015 wurden die Mennoniten das Ziel der EPP.

2015 entführte man Abraham Fehr aus der Kolonie Manitoba, 2016 Franz Wiebe aus der Kolonie Rio Verde. Dieses Jahr traf es den Landwirt Gerardo Wall, dann Franz Hiebert und schließlich noch Bernhard Blatz.

Aktuell haben sich viele Mennoniten wieder entschieden Schutzgelder zu bezahlen, aus Mangel an Ergebnissen der FTC. „Viele bezahlen einfach um nicht weiter belästigt zu werden. Einige Mennoniten sind wohlhabend und wollen weiter arbeiten“, sagte ein Mennonit.

Die Zahlung der revolutionären Steuer ist kein offenes Geheimnis. Jedoch nicht nur Mennoniten sondern auch paraguayische Viehzüchter sind gezwungen solche Abgaben zu entrichten, denn dann erhalten sie Gnade vor den Häschern der EPP. Die Strategie der Sicherheitskräfte ist ineffizient.

Wochenblatt / Ultima Hora

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

8 Kommentare zu “Mennoniten wissen nicht mehr ein und aus

  1. ihr habt Euere Lebensart aber dadurch seit Ihr auch verwundbar, wieso lässt Ihr Euch das schon so viele Jahre gefallen, ihr habt die wirtschaftliche Macht, hinter der EPP stecken mehr Leute wie Ihr vielleicht denkt, fangt mal dort an und nicht bei den im Wald, das sind die kleinsten Lichter, und wenn alles nichts hilft dann legt doch zusammen und holt paar Söldner, auf die offiziellen bracht Ihr nicht zu hoffen, denn die sind ja diese, welche …….

  2. Welch ein zum Himmel schreiendes Unrecht fügt man nur den Mennoniten in diesem Lande zu! Die Mennoniten haben dem Land Paraguay und seinen Menschen schon so viel gegeben – und nun das. Ich erinnere nur an ein paar wenige Bespiele: Dank der mennonitischen Einrichtung im Hospital km81 gilt die Lepra-Erkrankung in PY heute so gut wie ausgerottet. Dort wurden und werden bis heute Leprakranke kostenlos behandelt! Das gleiche gilt für TBC-Erkrankte in Paraguay und nun immer mehr von AIDS erkrankten Menschen. Im Lande gibt es sehr viele soziale Einrichtungen für Straßenkinder, Kindertagesstätten, psychatriesche Einrichtungen, Indianermissionen im Chaco, kostenlose ärztliche Behandlungen und Zahnbehandlungen von Indigenen im Chaco, Aufbau und Organisationen von Indianer-Cooperatioenn, hundertfache Adoptionen von Indianerkindern, Aufbau einer Gefängnismission, bei der viele Verbrecher zum Glauben kamen und wieder den Weg in ein normales Leben zurück fanden. Alles wie gesagt für die Betroffenen kostenlos, nur aus Spenden der Mennoniten!! Vom paraguayischen Staat gab es nichts. Erinnern wir uns an den Kaufhausbrand vor ca. 12 Jahren. Es waren die Mennoniten, die den betroffenen Familien der vielen Opfern ein Jahr lang psychologische und finanzielle Stützen gaben. Tausende paraguayische Beschäftigte in zahlreichen mennonitischen Betrieben. Außerdem gehören die Mennoniten zu der größte Gruppe von ehrlichen Steuerzahlern im Land. Aufbau der Milchwirtschaft in Paraguay u.v.m. Leider hängen die Mennoniten das nicht an die „große Glocke“ – darum wissen es die meisten Paraguayer überhaupt nicht. Hat man jemals davon gehört, daß eine paraguayische Regierung sich dafür groß bedankt hätte? Und nun begegnet ihnen der blanke Neid. Man möchte sie am liebsten für nichts los werden. Warum solidarisieren sich die hiesigen Politiker aller Parteien nicht endlich mit den Mennoniten und erklären den Kampf gegen die EPP zur gemeinsamen nationalen Aufgabe? Es ist tatsächlich eine Schande was hier abläuft!

    1. „Warum solidarisieren sich die hiesigen Politiker aller Parteien …“ … das könnte auch daran liegen das die Politiker die Mennoniten loshaben wollen, jetzt wo alles aufgebaut ist braucht man diese ja nicht mehr und das Lob kann man dann selber in die Politiktasche stecken. Wenn die Politik Interesse hätte, dann würde der Zirkus der EPP keine Woche dauern und wäre vorrüber und ausgerottet. Aber es wird ohne externe Söldner-Truppe nicht funktionieren, und am besten bei den Narkos ganz oben in der Hirarchie anfangen 🙂

      1. Was soll eine externe Söldner-Truppe bringen nichts! Außer Probleme nichts! So schnell kannst du garnicht die Leute der Truppe austauschen wie sie die Staatsanwelte und Menschenrechtler an Arsch haben
        Wer immer sich mit der EPP anlegt,muss auch die Hintermänner,Unterstützer ausschalten.Wer will das von den Mächtigen.
        Paraguay ist nicht Kolumbien

    2. Interessante Infos. Wusste nicht, dass die Mennoniten eine Gefängnismission betreiben und auch nicht, dass die die Angehörige der Brandopfer psychologisch geholfen haben.

      In der Tat, der paraguayische Staat macht gar nichts in solchen Situationen.

  3. Vielen Dank für die Klarstellung über die Mennoniten im Chaco Simplicus!
    Warum gibt es nicht wie im deutschen auch eine Dokumentation hier im TV über die Geschichte und das Wirken der Mennoniten hier in Py??!

Kommentar hinzufügen