Mieten steigen exorbitant gegenüber dem Einkommen

Asunción: Die Mieten in Paraguay steigen exorbitant gegenüber dem Einkommen an. Wer nur den Mindestlohn verdient, muss wohl eine weitere Beschäftigung aufnehmen, um sein Dach über dem Kopf behalten zu können.

Auf der Grundlage einer Statistik von der Zentralbank in Paraguay stieg der Index von den Mietpreisen zwischen 2013 bis 2018 um 21,5%, während der Index des Mindestlohns nur um 2,2% zunahm.

Wenn man die nationalen Zahlen analysiert, kann man feststellen, dass die Kosten der Miete während der Regierung von Horacio Cartes im Durchschnitt um 4,7% pro Jahr gestiegen sind, während der reale Wert des Gehaltes fast starr geblieben ist, mit einem durchschnittlichen Anstieg von nur 0,04% pro Jahr im selben Zeitraum.

Der Unterschied in der Preisveränderung bedeutet, dass der Aufwand für die Miete einen höheren Prozentsatz im Monatsbudget der Menschen einnimmt, die nur den Mindestlohn verdienen und es außerdem noch schwieriger macht, Gelder auf die Seite zu legen, um für ein Eigenheim oder andere Güter zu sparen.

Laut einer Studie, die im September letzten Jahres von dem Institut InfoCasas veröffentlicht wurde, ist der Zugang zum Kauf einer Immobilie in Paraguay nach den Hauptstädten Santiago de Chile und Montevideo der dritt-teuerste in der Region, während das Durchschnittsgehalt am niedrigsten in der Region ist, etwa 75 US-Dollar weniger als Bogotá.

Mit einem Mindestgehalt von rund US $ 344 können in Asunción und Umgebung nur 0,26 Quadratmeter Grund gekauft werden.

Die durchschnittlichen Quadratmeterpreise im Großraum Asunción belaufen sich laut dem InfoCasas-Bericht im September 2017 auf 1.328 US-Dollar. Im Vergleich dazu beträgt der Quadratmeter in Buenos Aires 2.602 US-Dollar, fast doppelt so viel wie in Paraguay, aber eine Person mit dem Durchschnittseinkommen kann 0,33 Quadratmeter Grund erwerben.

Wochenblatt / 5días

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4 Kommentare zu “Mieten steigen exorbitant gegenüber dem Einkommen

  1. Die Mieten und Verkaufspreise für Wohnungen, Häuser und Grundstücke sind wohl zu hoch da getätigte Abschlüsse schleppend scheinen In fast jedem Block in Asuncion kann man Schilder mit „ Se vende“ und „ se alquila „ und das monatelang bei gleichen Objekten sehen. Hierzu das paraguayische Sprichwort auf deutsch „ Man verlangt nicht was es wert ist sondern was man braucht.“
    Oft fehlt eben der Realitätssinn und nicht um sonst ist der groesstes spanische Schriftsteller Cervantes mit „ Don Quijote“ und seinem Kampf gegen Windmuehlen weltberühmt geworden.

  2. Die Dinge sind soviel Wert wie einige dafür zahlen können. Mit einem Mindestlohn kann man sie dann eben nicht Zahlen. Darum gibt es in Asuncion so viele „informelle“ Viertel. Über die dann die Leute wieder herziehen, die sich knapp an der „Mittelschicht“ anklammern und sich abrackern um Miete, Elektrizität, Wasser etc zahlen zu können.
    Im Moment baut man gerade durch diese Viertel die Costaneras. Und anstatt diese Strasse als Terraplen zu nutzen und so in einen Damm zu verwandeln, die diese Zonen vor den zyklischen Überschwemmungen schützen könnte. Aber eben diese billige Lösung will die Regierung nicht in Erwägung ziehen, sondern lieber „gentrifizieren“ und die totale Zone aufschütten mit „llave en mano“, da geht dann das Land der Gemeinde an die Grossfirmen und man rechtfertigt das damit, dass das Projekt sonst nicht zahlbar wäre. Im Sektor der Chacarita werden gerade solche Aufschüttungen von der Bevölkerung blockiert. http://kuestenstrasseinside.blogspot.com/2018/05/das-leben-in-den-trummern-der-chacarita.html
    Wie farbig bunt auch das Propagandawerk „San Francisco“ aussieht, es ist keine reale Lösung. Und ausserdem… für 1000 Familien, die zu einem grossen Teil schon anständige Häuser hatten wurden dort ca 45 Mio Dollar ausgegeben. In den von den Projekten der Costaneras betroffenen Zonen leben aber ca 25 000 Familien… und al diese hätte man mit weniger als der Hälfte dieses Geldes vor den Hochwassern schützen können, hätte man die Strassen in Dämme verwandelt (Schleusen, Pumpsysteme, Kanalisation)… da wäre sogar noch was übrig geblieben für sozialer Wohnungsbau in den Vierteln, für diese Familien, die wirklich in Häusern aus „Hule“ leben.

    1. Danke Anni! Schön das es noch Menschen wie sie gibt. Die mitdenken und Mitgefühl haben! In der heutigen Welt schon fast unmöglich zu finden.

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