Milchsektor weiter im Aufwärtstrend

Asunción: Die Milchindustrie wird im Jahr 2019 ihren Aufwärtstrend wohl weiter fortsetzen, dank der Möglichkeit, die Exporte von Milchpulver zu steigern. Aber auch die Kontinuität bei dem Schulprogramm der Länderregierungen sorgt für Optimismus in der Branche.

Der Präsident der paraguayischen Milchkammer (Capainlac), Erno Becker, erklärte, dass das Jahr 2018 sehr gut verlaufen sei und zu stabilen Preise geführt habe.

Er erinnert daran, dass die Molkereiunternehmen seit 2015, aufgrund von hohen Verbindlichkeiten von Seiten der Regierung im Departement Central für die Bereitstellung von Milch im Rahmen des Schulprogramms, in großer Sorge gewesen seien.

Becker stellte aber klar, dass die derzeitige Regierung unter Hugo Javier González für Abhilfe sorgen wolle. „Wir sehen eine gute Disposition des Gouverneurs, der bisher 25% der gesamten Schulden bezahlt hat. Wir hatten Angst, dass er das Programm ganz einstellen oder aussetzen wird, aber es kam zu einer Zusage, das Milchprogramm für Schulen wieder aufzunehmen“, sagte er. Der ausstehende Restbetrag beträgt über 15.000 Millionen Guaranies.

Der Lizenzierungsprozess für die Kontinuität des Schulimbissprogramms begann letzte Woche, einige Tage vor Beginn des Unterrichts. In diesem Sinne wies Becker darauf hin, dass die Unternehmen sich bemühen werden, dass alle Kinder, mehr als 200.000 in 700 Bildungseinrichtungen, vom ersten Tag an ein Glas Milch erhalten. Zum ersten Mal werden Schüler des Departements Alto Paraná versorgt.  50.000 Schüler dürften von dem Milchprogramm profitieren. Die Ausschreibung für das Projekt erfolgte erst vor einigen Tagen.

In Bezug auf die Exporte stellte Becker fest, dass die Verschiffung ins Ausland zwischen 7% und 9% des Produktionsvolumens ausmache. Vorrangige Ziele seien Brasilien, gelegentlich Haiti und Bolivien. „Wir produzieren durchschnittlich 2.300.000 Liter pro Tag“, stellte er fest.

Auf der anderen Seite wies Emilio Núñez von Lactolanda darauf hin, dass es eine der Herausforderungen des Sektors sei, nachwachsende Generationen mit der Tradition der Milcherzeugung vertraut zu machen, weil immer mehr jungen Menschen auf dem Land in die Städte ziehen würden.

Wochenblatt / ABC Color

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8 Kommentare zu “Milchsektor weiter im Aufwärtstrend

  1. sehe ich anders. meine Bereitschaft für 1 Kilo akzeptablen Käse über 50.000GS zu bezahlen hat sich erledigt. Alles was unter 50.000 angeboten wird ist Geschmacksterrorismus und sollte man den Mennoniten kilo- und zwangsweise in den Rachen stopfen.

    1. Witz, kauf Deinen Käse direkt beim Hersteller, dann wirst Du einen riesen großen Unterschied zu den Supermarkt Preisen feststellen. Wenn Du dann Käse haben möchtest, ohne weit zu fahren, kauf Paraguay Käse, ohne Geschmack ohne gut auszusehen und trotzdem teuer. Mal sehen, wem Du diesen dann Kiloweise ins Maul stopfen willst.

      1. der Unterschied ist der, dass für Queso Paraguayo kein Wucherpreis verlangt wird und der Milchgehalt entspricht ungefähr dem Fettgehalt von Eco-Käse der Abzieher-Mennoniten.

  2. Kuno Gansz von Otzberg

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    Das grosse Problem im Chaco ist dass die Milchwirtschaft eines Milchbauern so praktisch bei 0% marge liegt. Genauso viel wie Eingenommen wird, geht auch wieder raus. Weil eben die Viehzucht diese Hollaendische Krankheit verursacht indem der Milchsektor nicht mit den hohen Viehpreisen mithalten kann. Der Fleischsektor hat praktisch keine Ausgaben aber dafuer sogar viel hoehere Einnahmen als z.B. der Milchbauer. Milchbauern werden weniger werden (und werden es zusehends auch) und satteln um auf die Viehzucht (viele Viehzuechter sind Maschinenunternehmer und sind u.a. stark im Rosungsbusiness taetig) weil die Rendite beim Viehsektor zwischen 1000% und 2500% liegt wo sie beim Milchsektor so bei 0% ist (dank der Grossagrarier die sich einen Schmarotz leben dank der GMO-Saat und hohen Preise des Kraftfutters).
    Ohne den Konsum der paraguayer waere es sowieso schon lange aus mit der Milchwirtschaft da die hiesige Milchindustrie niemals mit den Niedrigpreisen der EU Milchbauern mithalten koennte.
    Positiv ist der Pulvermichpreis von Trebol der bei 29000 Gs pro 800 Gram liegt wo der der Konkurrenz bei 39000 bis 60000 Gs liegt pro 800 Gram. Aber das wird ja bekanntlich auf dem Ruecken des Bauern ausgetragen da vor kurzer Zeit die Preise versteckt gesenkt wurden den die Bauern bekommen, durch die Kooperative. Klar kann man guten Preise haben bei Sklavenarbeit und Sklavenpreise.
    Es gibt ein „Milchgesetz“ der Lobbygruppe der Mennoniten die es verbietet dass auslaendische Milchprodukte importiert werden. Wenn einmal dieses Gesetz faellt ist die nationale Milchindustrie am Boden (wegen eben der Hollaendischen Krankheit. Der Viehsektor hat die generellen Preise in die hoehe getrieben mit denen der normale Milchbauer nie mithalten koennte).

    1. es hat sich ja auch niemand über Milchbauern beschwert. Im Gegenteil. Bin froh, dass ich meine Milch frisch von einem Milchbauern bekomme. Es ist nur eine Schande, wie die Mennoniten das Volk ausquetschen und dabei noch so einen Müll herstellen.

  3. Kuno Gansz von Otzberg

    Antworten

    @witz
    Das stimmt wenn du sagst dass „die Mennoniten“ das paraguayische Volk ausquetschen.
    Muell?. Nun probier mal full 3.15% milk bei Superstore Kanada und vergleich das mit der Milch von Trebol z.B. Diese Milch in Paraguay schmeckt nach Milch – also „isses Milch“. Ich hab immer gestaunt wie gut die Milch von Trebol schmeckt – bei aller Kritik, man muss die Dinge auch realistisch sehen. Mir hat selber ein Kanadier gebeichtet dass die Bauern dort den Wasserschlauch in den Milchtank haengen – das alles mit Wissen der kanadischen Molkereien. Danach schmeckt die Milch dort auch – komplett verwaessert. Buaaah!, aber trinkbar.
    Man sollte aber naeher ins Detail gehen indem man die mennonitischen Milchbauern selber als Opfer ihrer eigenen Molkerei und Verwaltung sieht. Beliebig x-wann setzt die Verwaltung den Preis runter nach Gutduenken, anstatt die Schmarotzer in der Verwaltung und Molkerei zu feuern – es sind ja potenzielle Waehler. Und Seilschaften will man auch nicht gefaehrden.
    Gaebe es eine Trasferunion zwischen Schlachthof FrigoChorti und Molkerei Lacteos Trebol so dass die Molkerei subventioniert wuerde von dem weit rentableren Fleischsektor, dann waere die Sache auch weit gerechter. Wie in der EU. Das entwickelt sich hier in der Tat immer mehr zu einem Rauptierkapitalismus und man entfernt sich immer mehr von der Sozialen Marktwirtschaft (von der es Ansaetze gab aber die nie richtig in Schwung kam bei den Mennoniten).
    Genauso koennten ja die Fernheimer die Mennos subventionieren (Transferunion) wenn Fernheim einen groesseren Ueberschuss verzeichnen als die Mennos (der Fernheimer gleicht dem Menno dessen Konto aus wenn jener mehr ueberhaelt. Wie es sich jetzt zwischen DE und FR, IT, ES anbahnt in der EU).
    Zumindest dieses sollte schon mal zwischen dem Schlachthof und der Molkerei funktionieren.
    Aber ja, im Grossen und Ganzen liegt die Produktion fast ausschliesslich in den Haenden von Mennoniten welches verhindert dass der Lateiner selber eine Molkerei oder Schlachthof aufbaut und ins Ausland exportiert (Hollaendische Krankheit zwischen den Ethnien und verschiedenen Produktionssektoren).

    1. kann schon stimmen was du über kanadische Milch sagst. Ich lebe aber in Paraguay. Bevorzuge Leche de Campo, frisch unverarbeitet und einfach nur köstlich. Dagegen schmeckt jede Industriemilch wie Wasser. Und das Beste daran, das Geld landet direkt dort wo es meiner Meinung nach hingehört. Davon sehen die Mennos keinen GS und der Staat vermutlich auch nicht.

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