Mordgedanken

Luque: Nach einer Nacht als Wächter einer Kunstwerkstatt in Villa Morra, Asunción, kehrte Constantino Villalba mit dem Bus nach Hause zurück. Die Sonne ging auf. Er grüßte seinen Nachbarn und begab sich in sein Haus.

Das Gebäude an der Straßenecke Pantaleón García und Mariscal Estigarribia war schön gelegen. An diesem Morgen jedoch unterbrach etwas Unvorhergesehenes die Routine. Constantino hatte vor mit seiner Frau Castorina Mate zu trinken, bevor er sich hinlegt. Auf ihn wartete der Tod.

Als er die Tür aufmachte überraschte ihn seine Frau nicht zu finden. Anstatt ihr kam ihm sein Sohn Ricardo entgegen. Dieser fragte ihn unverblümt ob es wahr sei, dass er adoptiert wurde. Ohne auf die Antwort zu warten, denn die kannte er schon, drückte er drei Mal mit einem Revolver ab und nahm seinem Vater das Leben.

Ricardo wartete auf seinen Vater, um seinen makabren Plan umzusetzen, der ihn schon seit zwei Jahren wach hielt. Die Nacht zuvor begann er schon mit seiner Mutter.

„Seit zwei Jahren hab ich mich schon von meiner Familie distanziert, weil diese nur an mir rummäkelte, wo ich hingehe, was ich mache, mit wem ich meine Zeit verbringe“, sagte Ricardo Constantino Villalba dem vom Gericht bestellten Psychiater Roque Vallejos (Beitragsbild), der ihn als zurückhaltenden Junge einstufte, der wenig sprach, noch weniger antwortete und seine Pubertät bei nächtlichen Ausflügen und Trinkgelagen auslebte.

Am Mittwoch dem 9. Januar 2002, nachdem Ricardos Vater auf Arbeit ging, hatte er eine heftige Diskussion mit seiner Mutter, welche in der erdenklich schlechtesten Art und Weise enden konnte. „Sie sagte mir ich sei ein Tagesdieb und dass sie mich nicht mehr mag. Dann sagte sie, dass ich adoptiert sei“, vertraute Tage später Ricardo, damals 22, der Richterin Lourdes Cardozo an. Ihr erklärte er detailliert, wie das Verbrechen verübet wurde.

Ohne mit den Wimpern zu zucken schoss er drei Mal auf die Frau, die ihn seine Leben lang behütete. Als sie immer noch nicht umfiel, schlug er ihr auf den Kopf. Dann fiel sie zu Boden und war tot. Ricardo hatte Hilfe seines Freundes Lorenzo Antonio Miranda, mit dem er zuvor Bier im Garten trank. Bei seiner Aussage ließ er klar verstehen, dass Lorenzo ihm half den Leichnam im Garten zu vergraben. Dann tranken sie weiter, als wäre nichts gewesen. Lorenzo Miranda war auch wieder dabei, als Ricardo seinen Vater tötete. Dieser sollte jedoch nicht im Garten vergraben werden. Für ihn war ein Fass vorbestimmt. Als der Leichnam da nicht hineinpasste, wurde er mit einer Machete zerkleinert, bis er das Fass vollkommen ausfüllte.

Am 13. Januar 2002, also 4 Tage nachdem er mit seiner Rache begann, riefen die Nachbarn die Polizei, weil beide Jungen wegen ihrer Gewaltbereitschaft auffielen sowie durch störende Geräusche. Als Staatsanwalt Francisco Vergara zum Haus kam und Ricardo nach seinen Eltern fragte, antwortete er sie seien ins Inland gefahren. Da sich die Nachbarn aber auch über einen starken Geruch beschwerten fragte Vergara zwei weitere Male nach. Erst dann gestand Ricardo Villalba: „Ich habe meine Eltern ermordet“.

Ricardo wurde zu 24 Jahren Haft verurteilt und sitzt immer noch in Tacumbú ein. Pastor Ignacio Chamorro, der die Leitung im Pavillon “Libertad“ hat, erklärte gegenüber Última Hora, dass Ricardo bis heute kein normales Leben führen kann. Er nimmt an keinen Arbeiten teil und ist nach wie vor depressiv.

Wochenblatt / Última Hora

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2 Kommentare zu “Mordgedanken

  1. Abe das war doch von dem/r Täter/n nun wirklich außerordentlich nett ihre Opfer auch zu begraben. Das kann man nicht von allen Mördern behaupten.

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