“Nicht wir müssen uns anpassen sondern ihr“

Paso Yobai: Die kulturellen Eigenheiten, besonders zwischen Deutschen und Paraguayern, spiegeln sich besonders heute und gestern wider. Die Friedhöfe sind das Thema im Mittelpunkt, das aber zu Kontroversen in anderen Bereichen führte.

„Wir besuchen heute unseren verstorbenen Verwandten auf den Friedhöfen. Es ist ja Allerseelen. Und nicht wie viele Deutsche gestern, an Allerheiligen“, sagte Mabel Neukirchinger.

Sie und viele andere reisten gestern mit dem Bus aus Villarrica nach Paso Yobai, Guairá, um heute mit Verwandten den Verstorbenen zu gedenken.

„Nicht nur bei dem Thema seid ihr Deutsche anders, auch in weiteren Bräuchen und Arbeitsmethoden. Sie mögen gut und besser sein als unsere. Jedoch brauchen wir keine Umwandlung unserer Kultur. Eher müsst ihr euch anpassen und nicht wir, denn ihr seid hier Gast und wir leben schon immer hier“, sagte Angela Nuñez.

Sie fügte an, es sei richtig, dass in Paraguay in einigen Bereichen die “Zeit stehengeblieben ist und weiter stehenbleiben wird“. Das muss aber kein Nachteil sein.

„Wir leben stressfreier und das suchen doch viele der Einwanderer hier im Land. Mehr Zeit und keine Hektik. Aber bitte versucht das nicht zu ändern. Genauso wie wir heute die Seelen auf dem Friedhof besuchen wollen wir keine Heiligen im Land“, betonte Neukirchinger.

Wochenblatt Foto: Archiv

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24 Kommentare zu ““Nicht wir müssen uns anpassen sondern ihr“

  1. Wie lange gilt man in diesem Lande eigentlich als „Gast“? Wenn hier ein Ausländer unauffällig, anständig und fleißig seit vielen Jahre lebt, seine Steuern und sonstigen Abgaben im Gegensatz zu den meisten Einheimischen korrekt und pünktlich bezahlt, Arbeitsplätze schafft, viel Geld investiert und damit für Lohn und Brot von vielen
    Einheimischen sorgt, vielleicht hin- und wieder sich sozial in seinem Umfeld betätigt – ist das dann immer noch ein „Gast“? Mir kommt die Galle hoch, wenn ich so etwas hören muß. Und noch schlimmer, wenn die eigenen Landsleute in das gleiche Horn blasen. Und ich glaube auch kaum, daß sich hier Ausländer gegenüber Einheimischen schlecht, frech und aggressiv benehmen, so wie dies in Deutschland durch viele Merkel-Gäste tagtäglich der Fall ist. Die überwiegende Mehrheit der hier lebenden DACHLER und auch anderen Ausländer leben anständig und zumindest nach außen hin integriert. Wenn diesen hier schon lange lebenden Ausländern (diskriminierend als „Gäste“ bezeichnet) bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Meinung unter Androhung von Landesverweis verboten werden soll, dann spricht das nur dafür, daß´man sie nicht gerne sieht – dafür ihr Geld und ihre Leistungen schon. Vielleicht so, wie es den Monnoniten hier geschieht? Ich will nicht an so etwas glauben, sondern gehe davon aus, daß es sich bei diesen „Gäste-Kritisierern“ um vernagelte Einzelfälle handelt die nicht über den Tellerrand hinaus schauen können oder nicht wollen.

    1. Wenn man seinen festen Wohnsitz in Paraguay mit Daueraufenthalterlaubnis und Cedula und Abmeldung von Deutschland hat, ist man auch kein Gast mehr. Ausländer bleibt man natürlich, bis man die Staatsbürgerschaft erwirbt. Die beiden Dinge muss man unterscheiden. Gäste sind wie der Name sagt nur Besucher, die wieder gehen. Viele Zugereiste, oft mit linker Mentalität, fühlen sich deshalb als Gäste, weil sie wohl damit rechnen, es hier nicht zu schaffen und wieder zurück nach Deutschland zu müssen.
      Gast bedeutete ursprünglich Fremdling, heute allerdings „eingeladener Besucher“. Wobei ein Besuch das vorübergehende Aufsuchen des Aufenthaltsorts einer oder mehrerer Personen oder das vorübergehende Aufsuchen eines Ortes oder einer Institution durch einen oder mehrere Besucher auf eigene Initiative ist.
      https://de.wikipedia.org/wiki/Gast
      https://de.wikipedia.org/wiki/Besuch

      1. …“Staatsbürgerschaft erwirbt“… kommt von werben oder bewerben…hmmm Roberto Blanco ist deutscher,ganz klar. Gringo wird man ihn nicht nennen, niemals. Sein Name ist aber sehr irreführend. Nichtsdestotrotz hat er dann diesen Song in die Charts gebracht: https://www.youtube.com/watch?v=YlIkySCaYuE 🙂

  2. Ich habe die Stellungnahme von Simplicus mit Freude gelesen. So kann man es sagen.
    Leider sind es nicht nur „Einzelfälle“, überall wo ein Paraguayer seine „Faulheiten“ aufgeben sollte, international werden kann, wird er sich dagegen stellen. Bei der Sprache gibt es „Null-Tolleranz“, jedoch frage ich mich, warum Autos, Fernsehen und Handys hier so schnell einheimisch geworden sind?
    Einheimische sind aber eh nur die Indigenen, alle anderen sind Mestizen (ca.95%) also Halbeinheimische.
    PS: Ich arbeite hier seit Jahren mit vielen (Halb-)Einheimischen
    Ich reg mich da schon lange nicht mehr auf, Ich wollte es ja so.

  3. Das ist in jedem Land so, Einwanderer sind Gäste bis sie sich Einbürgen lassen.
    Jeder der ein Paraguayischer Pass besitzt ist ein Paraguayer. Alle anderen sind hier nur Gäste, die Einwanderer haben diese Kultur und Gewohnheiten von Paraguay zu akzeptieren. Für die Migration musste jeder Unterschreiben, dass er sich an das Paraguayische Gesetze hält, und Akzeptiert.
    Oder eben wieder weiter Reisen!!!

    1. sich an die Gesetze zu halten ist wohl selbstverständlich ! Sich die Gewohnheiten eigen zu machen eine unverschämte Forderung ! Warum sollte ich anfangen meinen Müll zu verbrennen, aus dem Auto oder in den nächsten Graben zu werfen ? Warum sollte ich plötzlich versuchen jeden der mir über den Weg läuft zu übervorteilen ? Auch weiterhin werde ich meine Musik nur im üblichen Rahmen hören. Nachts schlafe ich, warum sollte ich dann meine Nachbarschaft beschallen ? Und nein, nichts würde sich ändern, wenn ich weiterreise.

  4. Unsre Tugende wie Fleiß , Pünktlichkeit u.sw wird als HINDERLICH DARGESTELLT.
    ICH höre durch : Wenn ihr es so wollt, reißt euch den Fuß raus .Und wir warten ab.Wenn es etwas abzusahnen gibt, sind wir da . Ich kenne es aus meinem Herkuftsland. Geschenke könnte ihr mit dem Wagen reinkarren. Warum macht ihr Geschenke? Habt ihr eine Bringschuld. ?
    Und vergisst es nicht : ihr isst deren Brot , trinkt deren Wasser ,
    EURE FÜßE STEHEN AUF Deren BODEN.!!!!!!!!!
    Ich glaube, die Deutsche haben ein Helfersyndrom. Afrika, Osteuropa, Asien ……….. helfen , helfen
    Und dabei 2,5 Millionen Kinder in Deutschland haben , die unter der Armutsgrenze leben und jeder 3. Rentner eine Mindestrente hat. Besonders einhallsreich ist der Begriff ,, Frauenrente“ Da muss sich doch eine Frau , die Kinder erzogen hat, geehrt fühlen , wenn es nicht die Mindestrente wäre . D. hat 2 Millionen Analphabeten .

    1. Zu Ihren Fragen: „Warum macht ihr Geschenke? Habt ihr eine Bringschuld. ?“ steht die Antwort im Grundgesetz der BRD unter die Grundrechte Artikel1 (2): “Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.”… Ich wiederhole: IN DER WELT!!! Das ist auch kein Grundrecht sondern eine Verpflichtung welche dem deutschen Volk aufgebürdet wurde, weil es das Grundgesetz nicht legitimiert hat, wie es in die Präambel hineingelogen worden ist; Zitat:

      „Im Bewußtsein seiner Verantwortung vor Gott und den Menschen,
      von dem Willen beseelt, als gleichberechtigtes Glied in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen, hat sich das Deutsche Volk kraft seiner verfassungsgebenden Gewalt dieses Grundgesetz gegeben.“ Zitat Ende.

      Auch hier wieder die Deutschen als Diener der Welt und die Verpflichtung sich in Europa zu assimilieren. Ist damit die Frage beantwortet?

      1. Menschliche Gesetze und damit auch ein Grundgesetz (was immer das heissen soll) sind Papier und Theorie. Wenn Paraguayer sagen, wir sollen uns anpassen, dann fange ich hier an.
        Abgesehen davon kann man menschliche Regeln jederzeit aendern ueber das meiste wurde ja gar nie abgestimmt. Es liegt also schon an einem selbst.

        1. Es geht hier nicht um den Einzelnen. Im Kommentar von „Neugierige“ steht: „Ich glaube, die Deutsche haben ein Helfersyndrom. Afrika, Osteuropa, Asien“.
          Damit ist die deutsche Außenpolitik gemeint also ausschließlich Aktion der Politiker. Um es besser zu verstehen, noch zwei Zitate:

          „Deutschland ist ein Problem, weil die Deutschen fleißiger, disziplinierter und begabter als der Rest Europas (und der Welt) sind. Das wird immer wieder zu ‘Ungleichgewichten’ führen. Dem kann aber gegengesteuert werden, indem so viel Geld wie nur möglich aus Deutschland herausgeleitet wird. Es ist vollkommen egal wofür, es kann auch radikal verschwendet werden – Hauptsache, die Deutschen haben es nicht. Schon ist die Welt gerettet.“ Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen, Rezension zu seinem Buch „Risiko Deutschland“, Die Welt 07.02.2005

          “Deutsche Helden müsste die Welt, tollwütigen Hunden gleich, einfach totschlagen.” Joschka Fischer, Bündnis90/Die Grünen (Quelle: Pflasterstrand 1982; zitiert“Nation & Europa, Mai 1999, Seite 7)

          Da habt ihr den Geist der deutschen Politik. So ist es auch kein Problem, daß Zugewanderte die Deutschen in Deutschland eine „Köterrasse“ nennen. Nur der Deutsche, der muß still sein….

          1. Viele Einzelne sind auch ein Volk und Politiker kann man ebenfalls abwaehlen. Ich wuerde meinen, dass Japaner und Suedkoreaner den Deutschen gleichzusetzen sind was fleissig, diszipliniert und begabt betrifft. Trotzdem agiert deren Politik genau kontraer und sie wuerden schlicht keine Politiker a la Merkel, Fischer und Co waehlen.

          2. Viele Einzelne (Individualisten) sind kein Volk. Ein Volk begründet sich in der gemeinsamen Sprache, im gemeinsamen Verständnis, in der Kultur, welche anzeigt in wieweit Moral und Ethik fortgeschritten sind. Für das deutsche Volk sehe ich da schwarz, es hat sich in den letzten 99 Jahren in die Selbstverachtung treiben lassen, durch Lügen, daß nur noch Einzelne (Individualisten) übrich sind…kein Volk.
            Dann, können Sie sich an die Zeiten erinnern als Japan zum Kopierweltmeister gekrönt wurde? Südkorea steht, bzw. stand dem in nichts nach und dann kam China. Heute ist in Japan und Südkorea die Industrie 2.0 schon durch und viele Fabriken beschäftigen nur noch ein paar Knöpfchendrücker und Wartungspersonal. Dort werden, wie in der westlichen Welt, Bullshitjobs kreiert, daß die Leute was zu tun haben, natürlich gut bezahlt. Je Sinnloser der Job, desto mehr cash.
            Wie soll man denn Politiker abwählen? Wenn Wahlen anstehen, hat man die Wahl zwischen zwei Spitzenkandidaten mit Namen Pest und Cholera. Die heißen immer so in der Demonkratie.

          3. Im übrigen, NIEMAND braucht Politiker. Weltweit abschaffen und Frieden ist. Ein paar Ehrenamtliche machen das viel besser.

  5. Da beschäftigt man doch tatsächlich paraguayische Arbeitskräfte für 1 Mio Gs monatlich und ist somit ein unersetzlicher Pfeiler der paraguayischen Wirtschaft und Keiner will einem dafür einen roten Teppich ausrollen, damit man standesgemäss wie ein Hollywoodstar darüber stolzieren kann und seine Weisheiten mit den dummen Paraguayern teilen kann.
    Das kann ja nicht sein, oder?

  6. Ich soll mich anpassen? Wie ein Paraguayer sein? Das Einzige, was ich übernehmen könnte, wäre das mehrfach täglich praktizierte Traki Traki. Nun bin ich im fortgeschrittenen Alter und könnte folglich mehrfach täglich nicht mehr ohne Potenzmittel. Ohne geht nur noch einmal am Tag. oah! (Sicher kommen jetzt einige böse Antworten, auf die ich mich nichtsdestoweniger freue)

      1. Das können oder wollen die meisten aber nicht. Das geld reichte halt nur zu einen drittweltland auszuwandern um vermeintlich günstig leben zu können, ohne vorherige recherchen.

  7. Ich respektiere die Paraguaysche Kultur, gehe jedoch davon aus, dass Müll verbrennen, Kindergartenmusik auf 120 dB bis 4 h nachts, lügen und betrügen nicht dazu gehört. Selbst wenn, respektiere ich das wirklich, solange von den netten und immer freundlichen Menschen diese „Kultur“ nicht meine vier Wände betritt.
    Ja, ich bin Gast, ich bringe Devisen, dafür könnte man auch von einem Vierzigjährigen ein Niveau welches dem eines vierjährigen Europäers fortgeschrittener sein dürfte erwarten.
    Von mir aus können sie in ihrer Kultur leben bis sie etwas gescheiter werden, aber sämtliche Bescheuertheiten lasse ich mir nicht gefallen, vor allem dann nicht, wenn sie meine vier Wände betreten (die Bescheuertheiten).
    Aber die unbegrenzte Freiheit hat einfach ihren Preis, man kann nicht Freiheit und Besonnenheit erwarten.
    Einerseits ist es mit viel Freiheiten insbesondere seitens des Staates sehr schön in Paraguay. Schade, dass es nebst der Freiheit nicht auch weniger Dreck, Lärm und Kindergartenniveau gibt. Dann wäre Paraguay wirklich das Paradies.

  8. Man kann sich hier für seine Landsleute nur Fremdschämen. Am Besten ist. 90% der hier schreibenden schreien in DE ganz laut: Die Ausländer sollen sich UNS anpassen und integrieren, hier in Paraguay muss sich der Paraguayer den Supermenschen aus Deutschland anpassen.

    1. Deutschland hatte noch nie ein Migrationsgesetz. Die Politik hat immer schon die Grenzen aufgemacht und Geld der Deutschen in alle Welt verschickt damit die Kinderlein kommen.
      So eine Situation gibt es sonst nirgendswo weil man eine Einwanderung selbst finanzieren (koennen) muss, nach Deutschland aber wird sie finanziert.

      Daher gibt es unter Deutschen auch immer Diskussionen, die es sonst nirgendswo gibt.

  9. Ich habe weder direkt noch indirekt irgendwo auf der Welt die Erfahrung gemacht, dass Einanderer verlangten, dass sich das Gastland an sie anpassen soll. Es ist aber logisch und natürlich, dass man vergleicht. Das habe ich sogar innerhalb Europas getan. Beispielsweise meine Heimat Südtirol mit dem „Pott“. Also: tranquilo, tranquilo! In Südafrika nannte man die (weißen) Einwanderer: bloody immigrants. Auf gut Deutsch: verdammte Einwanderer!

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