Paraguay: Bischöfe fordern bessere Haftbedingungen

Asunción: Nach dem Aufstand in Tacumbú am 16. Februar, bei dem 7 Menschen getötet und mehrere verwundet wurden, beziehen sich die Bischöfe aus Paraguay auf die schrecklichen Bedingungen der Gefängnisse und drücken ihre geistige Nähe zu den Familien aus, die Angehörige verloren haben.

Nach dem gewaltsamen Aufstand, der am Dienstag, dem 16. Februar, im Tacumbú Gefängnis, dem größten des Landes, ausbrach, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen und mehrere verletzt wurden, fand die Bischofskonferenz (CEP) klare Worte. Die am 19. Februar auf der bischöflichen Website veröffentlichte Erklärung bezieht sich auf die schrecklichen Verhältnisse in den Gefängnissen und im gesamten Gefängnissystem des Landes und drückt ihr Beileid und ihre geistige Nähe zu den Familien aus, die ihre Angehörigen auf tragische Weise verloren haben.

Die Bischöfe schreiben: „Die Fakten zeigen, dass es keinen Sinn macht, Personen, die noch offene Rechnungen mit der Justiz haben in solchen Gefängnissen festzuhalten, wenn da weiterhin starke Korruption herrscht und keine tiefgreifende Gefängnisreform durchgeführt wird.“

Die paraguayischen Bischöfe bedauern den Mangel an wirksamen Maßnahmen, um „die nicht endgültig verurteilte Gefängnisbevölkerung zu reduzieren und eine Überfüllung zu vermeiden. Damit werden die Grundrechte eines jedes Menschen verletzt“. Zudem äußern sie ihre Besorgnis „über die extreme Gewalt, mit den kriminelle Gruppen“ immer zahlreicher und gewalttätiger werden und die die nationalen Behörden durch Erpressung und Kontrolle der Gefängnisbevölkerung in Schach halten“.

„Viele von denen, denen die Freiheit entzogen ist und die eine Strafe verbüßen oder auf Gerechtigkeit warten, haben Familien, die auf sie warten und sich wirklich wieder in die Gesellschaft integrieren wollen.“
So fordern die Bischöfe aus Paraguay, die nationale Regierung auf, ihre Anstrengungen zu verdoppeln“ und diejenigen, die der Freiheit beraubt sind und eine zweite Chance verdienen, humaner zu betrachten.

Wochenblatt / Vatikan News

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4 Kommentare zu “Paraguay: Bischöfe fordern bessere Haftbedingungen

  1. Sind die Bischöfe, die katholische Kirche von Paraguay endlich aufgewacht? Wie lange gibt es denn schon diese menschenverachtenden, erbärmlichen Zustände in den Gefängnissen des Landes? Da werden ja Tiere noch besser behandelt als die Gefängnisinsassen und die Kirchen des Landes hatten bisher dazu laut geschwiegen. Ich bereue es keinen Tag, daß ich aus solchen heuchlerischen Kirchen ausgetreten bin. Als bekennender Christ benötige ich keine Heuchelkirche und keine U-Bootkirche die immer dann wegtaucht, wenn sie das Wort laut und deutlich für die Unterdrückten und Ausgebeuteten ergreifen sollten (von ein paar rühmlichen Ausnahmen abgesehen), sondern lediglich das Wort Gottes aus der Bibel. Gerade darum sprach auch Martin Luther einst von „der Freiheit eines Christenmenschen“

  2. Es braucht hierzulande nicht nur eine Gefängnisreform, sondern eine Bekämpfung der Korruption, bessere Bildung und Chancengleichheit für diejenigen, die keine Amigos und Verwandte an entsprechenden Stellen haben. Aber es bringt ja nichts dies zu schreiben, was jeder aus zivilisierten Ländern stammende auch weiß. Was zu tun wäre, ist ja nicht so, dass sie – hiesig Politiker – nicht wüssten wie, trotz 7 bis 11 Uhr täglich Schul vielleicht abgeschlossen und Durchschnitt des IQ von 82 gemäß internationaler Statistik, ne, die wüssten genau, wie sie etwas ändern könnten. Besser jedoch, alles tranqui, Studien in Auftrag geben, damit ein paar arme, bedürftige Verwandte ein Jöbchen am Trog des Steuerzahlers erhalten, versprechen, was man nun alles ändern will und alles bleibt beim Alten. Ein aktuelles Thema, doch der Graus zum Trinken ist bald darüber getrunken und gut is.

  3. Was soll das Ganze?
    Lager im Chaco bauen, 3 x Elektrozaun, dazwischen Hunde. Arbeit gib es da genug und wer nicht arbeiten will, bekommt auch nichts zu essen. Der Preis für das Filetstück Tacumbú deckt allemal die Kosten. Das Ganze muss natürlich privatisiert werden, mit gut bezahlten Leuten, sonst gehen der Schmuggel und Bestechung weiter wie bisher. Das Ziel muss sein, dass sich keiner der Insassen sich nicht in seinen künsten Träumen vorstellen kann, jemals wieder dort zu landen. Es gibt keine „Resozialisierung“, sondern nur Abschreckung durch Strafe.

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