Paraguay: Das “Gerede“ um Hitler und die Nazis

Asunción: Paraguay war als ein Zufluchtsort für Nazi Verbrecher bekannt, wie zum Beispiel Josef Mengele. Aber es gibt auch gewagte Theorien, dass Adolf Hitler hier begraben wurde. Er soll aus dem Bunker in Berlin geflüchtet sein.

Paraguayische und argentinische Schriftsteller haben in letzter Zeit immer wieder Bücher herausgebracht. Darin wird behauptet, dass Hitler aus dem Führerbunker in Berlin floh und mit einem U-Boot nach Südamerika kam. Als alter Mann starb er in Paraguay.

Aber lokale Historiker und Wissenschaftler lehnen diese Version ab aufgrund mangelnder historischer Grundlagen. „Es gibt keinen einzigen Beweis. Es ist nicht mehr als Klatsch“, sagte der Präsident der paraguayischen Akademie für Geschichte, Alfredo Boccia.

Jedoch ist dokumentiert, dass im Laufe der Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs die Guarani Nation Zuflucht für einige Nazis wurde. In der Zeit der Diktatur Paraguays unter Alfredo Stroessner (1954 – 1989) konnten sie der Gerechtigkeit entkommen und hatten ideale Rahmenbedingungen.

„Es war ein Paradies für Menschen, die den Krieg verloren hatten und von der übrigen Welt abgeschnitten waren“, erklärte Boccia und erinnerte daran, dass Paraguay Deutschland 1945 den Krieg erklärt hätte, kurz bevor er endete.

Das deutsche Gefühl war und ist in Paraguay immer noch gegenwärtig, verstärkt dadurch, dass Stroessner 1989 im Exil in Brasilien starb und ein Diktator deutscher Herkunft war. In der Tat gab Stroessner nie Informationen an die Regierungen der USA, Frankreich, Deutschland und Israel heraus, die nach einer gerechten Strafe für Nazi Verbrecher in ihren eigenen Ländern suchten.

Josef Mengele (1911 – 1979) hielt sich aber sicher eine Zeit lang in Paraguay auf. Der Arzt der SS, der Nazi-Elite-Einheit, auch “Engel des Todes“ genannt, war für seine Experimente mit Häftlingen des Konzentrationslagers Ausschwitz bekannt.

Mengele suchte zuerst Zuflucht in Argentinien von wo er aus nach Paraguay ging. Dann zog er weiter nach Brasilien. 1979 erlitt er einen Schlaganfall, als er in einem Fluss badete.

„Mengele hatte eine paraguayische Cedula. Dies war möglich durch die faschistischen Militärbehörden zur damaligen Zeit. Das bot ihm ausreichend Schutz“, erklärte Boccia.

roschmann

Eduard Roschmann, der “Schlächter von Riga“, angeklagt wegen dem Mord an 30.000 Juden, fand ebenfalls in Paraguay Unterschlupf. 1977 starb er in Asunción. Alfredo Boccia Paz, Sohn von dem Präsidenten für Akademie und Geschichte, studierte Medizin und war im Hospital de Clinicas angestellt als Roschmann eingeliefert wurde. Er war unheilbar krank und hatte Magenkrebs. Fünf Tage später starb Roschmann. Niemand identifizierte ihn zur damaligen Zeit. Die Wahrheit deckten Journalisten später auf. „Ich habe noch eine Kopie der Krankenakte“, sagte Boccia Paz.

Paraguay hatte nicht so viele Nazis wie Chile oder Argentinien im Land, aber die Anwesenheit der kleinen Population war bedeutend und einflussreich, bis heute.

In Villarrica, Guairá, oder in Itapúa, an der Grenze zu Argentinien, gibt es immer noch viele deutsche Gemeinden, die von flüchtenden Nazis gegründet wurden.

Diese, zusammen mit den Fällen Mengele und Roschmann, sind vor allem ausschlaggebend, so Boccia, dass die “Fabel von Hitlers Flucht“ weiter fruchtbaren Nährboden bei etlichen Leuten finden würde. „Wenn in der Geschichte eine Fabel auftaucht macht es viel mehr Spaß diese weiter auszubauen“, sagte Boccia in Bezug auf die alternativen Versionen von Hitlers Tod.

Quelle: ABC Color

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10 Kommentare zu “Paraguay: Das “Gerede“ um Hitler und die Nazis

  1. Paraguay ein „Paradies“ für deutsche Wirrköpfe? Zuerst kamen die Braunen und nach dem Mauerfall kamen die Roten. Und alle fühlen sich hier wohl und unbehelligt. Solang sie ihren politischen Schwachsinn für sich behalten soll es in Ordnung sein.

    1. Manni
      mach Dir Sorgen, die Roten haben sich nach den Mauerfall kaum bzw.ganz wenige wenn Überhaupt nach Paraguay verlaufen.Wenn dann ein paar Spinner, Angeber,Luser!
      Sag mal allen ernstes, die meisten hatten Beruf bzw. Universitätsstudium, die wenigsten haben Staat und Recht Studiert.(Rote Hohlhörperkultur) Die sind alle wieder auf die Beine gekommen.
      Was sollen die in Paraguay!
      Die geht es in DACH besser als in Paraguay,sie halten die Klappe beweist mal was und lachen den Rest aus.

    1. Diesem Kommentar schliesse ich mich an da es damals gar nicht die technischen Moeglichkeiten wie DNA-Test oder Aehnlichem gab. Wer da verbrannt vor oder im Reichstag lag weiss kein Mensch und die Theorien der Flucht aus dem Reichstag ueber einen Tunnel bis hin die Reise per U-Boot nach Argentinien und die dortigen Recherchen ergeben ein anderes Bild als man es dem Geschichts-Interessierten weismachen will

      1. Unica für deinen Kommentar,
        ganz so stimmt es nicht was Du schreibst!
        Von Hitler leben noch heute Verwandte.
        Hitlers Knochen wurden von den Russen beiseite gebracht! Der Russische Militärgeheimdienst
        SMERSch soll sie In Magdeburg, Klaussener Str. verscharrt haben und später eingeäschert.
        Skeletteile sollen nach Moskau gebracht wurden sein. Stalin wollte wohl das sehen!
        Diese wurden auch gefunden bzw. etwas später zugänglich gemacht!
        Nach den Zähnen war es Hitler,nach den DNA mit seinen noch leben Verwandten Verglichen wurde,
        war es Hitler.
        Richtig ist 1945 wusste niemand etwas von der DNA- Abgleich, heute ist es festzustellen zu wenn der Knochen gehört.

        1. Das ist nicht richtig, ausser Hitler war zum Zeitpunkt seines Todes eine unter 40-jährige Frau.
          Die von den Russen archivierten Überreste zumindest gehörten laut DNA Untersuchung einer solchigen.

  2. Hitler war nie in Paraguay aber man kann ja Buecher darueber schreiben die wahrscheinlich mehr Geld der Auftragsgeber als der Leser einbringen. Haette Hitler den Krieg ueberlebt waere er wohl Hauptangeklager in den Nuernberger Prozessen geworden.
    Die wirklich Wichtigen wie der General Gehlen, Chef der Abwehr Ost der Wehrmacht, der spaeter als die CIA in nicht mehr brauchte, in der Bundesrepublik den BND aufbaute, hatten alle den Krieg gut ueberlebt. Ebenso die Entwickler der V1 und V2 Raketen wurden bestens in den USA aufgenommen. Auch die Russen hatten Vorliebe fuer Fuehrungskraefte.
    Die paar “ Nazis“ unterer Chargen die nach Südamerika kamen waren sicherlich politische Flüchtlinge aber wenn sie erfolgreich wurden blieben in ihren neuen Heimat.
    Paraguay hat immer recht offene Grenzen gehabt und so kamen auch sehr viele verfolgte Juden aus Deutschland und Europa hier an, die aber zum groessten Teil, so bald sie konnten, nach Argentinien, USA oder Israel weiter zogen.

  3. Ja, Manni, Paraguay scheint tatsächlich ein Paradies sein für deutsche Wirrköpfe und vor allem so kleine Möchte-Gerne. Es gab in Paraguay auch mal (und zwar nachweislich, ich habe den Mann in Paraguay persönlich kennengelernt) einen Mann, der von sich selbst behauptete, er sei Oberst-Gruppenführer bei der SS gewesen und er sei von der Wiesental-Mafia in Wien weltweit gesucht. Es war ein Mann namens Heinrich Müller, in Paraguay bekannt als der Nazi-Müller. und als dieser 1981 im Restaurant San Carlos in Paraguay besoffen vom Barhocker fiel, wachte er nicht mehr auf. Aber es stellte sich dann hinterher raus, da einige in Paraguay ansässige Interessierten an einer spannenden Geschichte sich mit Wiesenthal in Wien in Verbindung setzten, und zu ihrer Enttäuschung erfahren mussten, daß in den Fahndungslisten Wiesenthals kein Heinrich Müller stand. Gleichzeitig konnte man auch feststellen, daß dieser angebliche weltweit gesuchte Oberst-Grppenführer der SS bei Kriegsende gerade mal 24 Jahre alt war. Aber dieser Müller hat natürlich auch durch seine Hochstaplerei erreicht daß einige nationalgesinnte Geschäftsinhaber aus Deutschland, die hin und wieder mal in ihrem Urlaub in Paraguay auftauchten, diesen Mann mit einer monatlichen Bezahlung unterstützten und er so nichts zu arbeiten brauchte, weil ihm angeblich aufgrund seiner hohen Stellung bei der SS eine Rentenzahlung verweigert wurde.

  4. Generationen, Jahrzehnte sind vergangen und man liest oder hört fast jeden Tag irgendwo etwas über die Nazis und ihren Hitler. Hört das dann nie auf? So langsam reicht es mit der Umerziehung und Gehirnwäsche. Warum schreibt man zur Abwechslung nicht über Stalin, Mao oder andere? Sogar Winston Churchill hätte nach den so genannten Nürnberger-Prozess-Richtlinien als Kriegsverbrecher verurteilt werden müssen. Aber so genau hielt man das dann doch nicht. Der berühmte britische Militärhistoriker Basil Liddell-Hart verkündete schon vor Jahrzehnten: „Hitler wollte keinen Krieg.“ Diese Meinung vertrat auch der britische Chefankläger in den Nürnberger Prozessen im Jahre 1985. Dass Hitler ein verrückter Krimineller war, steht außer Frage. Erschütternd war es für mich zu lesen, wie viele Nazi-Größen sich gegen Ende des Krieges als ganz große, abscheuliche Feiglinge entpuppten, das deutsche Volk, besonders im Osten, nicht nur im Stich ließen sondern ganz bewusst in den Tod trieben. Trotzdem wundert mich immer wieder, dass einige Kommentatoren Seitenhiebe auf „die Roten“, hier: ehemalige DDRler, austeilen. Man könnte meinen, ihr bodenloser Hass stammt daher, dass die Mutter von einem Rotarmisten vergewaltigt wurde und die Betroffenen sich hier in den Kommentaren abreagieren müssen. Das Leid der Menschen östlich der Elbe, östlich der Oder-Neiße war wesentlich größer und unerträglicher als das derer, die im Westen Deutschlands beheimatet waren.

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