Paraguay fehlt das “Bodenpersonal“

Asunción: In Paraguay fehlt es an Facharbeitern. Das Land braucht weniger das “geistige Proletariat“, die von Universitäten kommen, sondern “normale Angestellte“. In dem Sektor müssen gravierende Änderungen erfolgen.

In einer zunehmend wettbewerbsorientierten Welt sind qualifizierte Arbeitskräfte wichtiger als Rohstoffe. Die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) berichtete, dass Paraguay zwischen 2004 und 2014 den niedrigsten Rückgang der Arbeitslosigkeit in den Städten auf dem Subkontinent erreichte. Die Rate ging von 10% auf 7,4% zurück. Eigentlich paradox, denn in diesem Zeitraum erfolgte ein bemerkenswertes Wirtschaftswachstum.

Es gibt laut der Cepal, viele junge Menschen und Erwachsene, die einfach arbeitslos wären, weil sie nichts zu tun hätten.

Abhilfe kann nur dadurch erfolgen, dass, unter anderem, das Arbeitsministerium die Beschäftigungsmöglichkeiten und die sozialen Sicherheiten im Land verbessert. Schon in der Grundschule sollten die Schüler alle möglichen Angebote für eine Berufsausbildung kennen. So kann schon früh der richtige Weg eingeschlagen werden. Dies gilt aber auch für die Hochschulbildung. Spanische Ingenieure müssen nach Paraguay geholt werden, weil es eine unzureichende Anzahl von Profis in Paraguay gibt.

Humanressourcen, die richtig und qualifiziert ausgebildet und weitergebildet werden, sind wichtiger als Rohstoffe. Nur so kann die Armut in Paraguay ausgemerzt werden. Die globale Wissensgesellschaft ist eine Realität, vor der Paraguay nicht entweichen kann. Etwa 714.00 Menschen leben im Land in Elend und Armut. Arbeit ist der einzige Weg, die Unterentwicklung zu überwinden.

Quelle: ABC Color

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12 Kommentare zu “Paraguay fehlt das “Bodenpersonal“

  1. In der UNA (Universidad Nacional de Asuncion) studieren fast 50 % Jura!

    Damit ist eigtl. schon fast alles gesagt. Die meisten hoffen einen begehrten Posten im Justizministerium zu bekommen – dort sind sie ja bekanntlich korrupt bis in die Haarspitzen. Neben dem eigtl. Lohn bieten sich hier viele attraktive „Nebenverdienste“ an.
    Zusammen mit den Escribanos kann man in Grundstuecksfragen auch schoen die ahnungslose Bevoelkerung und die Auslaender besch***en.

    Fuer mich neben den Politikern die widerlichste Berufsgruppe in Paraguay.

    Aber auch viele Ingenieure und Architekten verdienen diese Berufsbezeichnung in Paraguay nicht. Vor allem nicht in den Behoerden. Was da an Unkenntnis rumlaeuft – heilige Einfalt. Man merkt, dass diese Leute nie in der freien Wirtschaft gearbeitet haben. Aber hauptsache man hat sein „Registro“ – und wehe man wird nicht mit „Inge“ oder „Arqui“ angesprochen – man deutet dies als schwere Herabwuerdigung.
    Es ist so offensichtlich, dass viele ueberhaupt nicht zum studieren taugen – aber dank $$ und Vitamin B kriegt man dann doch einen Abschluss.
    Bin mir auch sicher, dass viele Frauen mit Hochschullehrern in die Kiste steigen um die entsprechenden Noten zu bekommen.

    Die „Drecksarbeit“ muss dann die arme Bevoelkerungsschicht machen – ohne wirkliche Berufsausbildung und mangelnder Erziehung. Kein Wunder, dass vieles so schlecht gemacht wird. Weder die praxisuntauglichen Ingenieure, noch die ungenuegend ausgebildeten „Fachkraefte“ wissen, wie mans richtig macht.

    1. Vollkommen richtig erkannt Philipp. Genau so läuft das hier. Die Oberschicht besetzt alle guten Posten mit den eigenen Kindern/Neffen/Cousins. Jeder ist an seinem persönlichem ($$) Vorteil interessiert, alles andere, wie etwas Gesetze, zählen wenig bis nichts.

      Die Mittelschicht gibt es praktisch nicht.

      Die Unterschicht, das sind 90% der Leute, ist noch viel ungebildeter, als die Oberschicht. Kann noch weniger und versucht eben irgendwie über die Runden zu kommen. Oft wird in Argentinien als Hilfskraft gearbeitet und dann zurück in der Heimat als „Meister“ eine Firma geführt.

    2. Ich denke, dass unter diesem „tollen“ Diktator Alfredo Strössner die Bevölkerung seitens des Staats einfach nichts – wie Schulbildung – zurück bekam, denn das kostet Geld und dieses floss schon in die Taschen seiner Generäle und Vettern.

  2. Während in 1. Welt-Ländern Akademiker neben ihrem Hauptstudium noch viele Nebenfächer belegen – ein Beispiel: ein Ingenieur kann als Nebenfach auch VWL/BWL ua. wählen – haben viele der hiesigen Akademiker null Ahnung von Kundenservice. Oder wurde schon irgendwem von euch mit dem Service eines simplen Rückrufs durch Escribano/Abogado beglückt? Oder liegt es daran, dass selbst die Akademiker nicht 50 Cents für einen simplen Rückruf aufwenden möchten?
    Aber Problem richtig erkannt. Bei meiner Einsicht der Schulunterlagen der Kinder sind diese Unterlagen nicht einmal so schlecht. Von Chemie, Biologie etc haben sie alles auch im Lehrplan. Doch scheint mir der Leistungsdruck gegen null zu streben: das Gelernte ist gleich wieder vergessen.
    Dies ist kein Wunder den Zeit ist Leben. Und die Kinder hier gehen nun einmal nur einen halben Tag zur Schule. Danach – wie bei allen Kindern – ist Fußball-spielen und TV-schauen wichtiger. Das ist auch normal, aber die investierte Zeit ins Lernen ist bei den meisten Kindern sehr gering.
    Ich denke, dass bei den wenigen Stunden fürs tägliche Lernen einfach viel Allgemeinwissen keinen Platz findet.

  3. Paraguay fehlt es nicht an „Bodenpersonal“ Davon gibt es genug. Aber es fehlt ihnen an der rechten Motivation und an Vorbildern. Was Paraguay fehlt ist eine GEISTIGE REVOLUTION! Diese muß sich in den Köpfen der Menschen abspielen, ausgelöst durch verantwortungsvolle geistige Führer und Vorbilder. Diese „Revolution“ muß bereits im ersten Schuljahr beginnen und sich wie ein roter Faden durch die gesamte Schul- und Studienzeit ziehen. Den Kindern muß von früh an Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewußsein für Mensch und Natur systematisch beigebracht werden. Und daß „kleine Schummeleien und Betrügereien“ bis hin zu Schmiergeldern kriminelle Handlungen und Verbrechen am Nächsten und am Volk sind. Die Frage ist nur, wer soll diese Werte vermitteln? Wo ist das Personal dafür? Welche Politiker interessieren sich für diese Werte? Es könnte dennoch gelingen, wenn es in diesem Land genügend verantwortungsvolle Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und der Presse einfinden könnten, die dazu permanent eine alles umfassende Öffentlichkeitsarbeit durchführten. Vielleicht kommen auch solche berufenen Vorbilder aus den Studentenkreisen. Von den etablierten Poltikern ist da vermutlich wenig zu erwarten. Es ist einfach nicht in ihrem Interesse, um nicht zu sagen, es ist ihnen schnuppe. Entweder Paraguay gibt sich endlich einen Ruck – oder es wird auf „ewig“ ein Land der Dritten Welt bleiben mit wenig Hoffnung auf Besserung.

    1. „Den Kindern muß von früh an Ordnung, Sauberkeit, Pünktlichkeit und Verantwortungsbewußsein für Mensch und Natur systematisch beigebracht werden….
      Die Frage ist nur, wer soll diese Werte vermitteln? Wo ist das Personal dafür? Welche Politiker interessieren sich für diese Werte?“

      Es ist wohl zu einfach gedacht den Politikern alle Aufgaben zu überlassen, besonders bei der Wertevermittlung für Kinder!
      Hier ist jeder Einzelne in der Pflicht der sich eine Verbesserung im Land wünscht.
      Auf Andere warten ist Selbstbetrug und Zeitverschwendung.
      Selber tun, sonst tut keiner.
      Als Christ würde mich nun schon einmal interessieren was Sie dazu beitragen zu dieser von Ihnen gewünschten Besserung und Belehrung was zu tun sei.

      Grüße

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